Grundherrschaft Bürgerspital

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Grenzstein des Bürgerspitals mit dem Wappen des Bürgerspitals, das den Reichsapfel zeigt (Bürgerspitalswald Weidlingau, 1566)
Art des Objekts Herrschaft
Jahr von 1257
Jahr bis
Name seit
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Bezirk
Lage
Verkehr
Prominente Bewohner
Besondere Bauwerke
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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Bildname Grenzstein_Bsp_1566.jpg
Bildunterschrift  Grenzstein des Bürgerspitals mit dem Wappen des Bürgerspitals, das den Reichsapfel zeigt (Bürgerspitalswald Weidlingau, 1566)
Bildquelle Christoph Sonnlechner
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut
Das 1305 angelegte Grundbuch des Bürgerspitals ist das älteste Grundbuch im Wiener Raum.
Das kurz vor 1257 gegründete Wiener Bürgerspital erwarb aus Schenkungen und letztwilligen Widmungen, aber auch durch Käufe beträchtlichen Haus- und Grundstücksbesitz. Ein Teil davon stand unter seiner Grundherrschaft (wie schon aus dem um 1300 angelegten ersten Urbar, dem ältesten im Wiener Stadt- und Landesarchiv verwahrten Besitz- und Einkunftsverzeichnis überhaupt, hervorgeht). Die Mehrzahl dieser Objekte war über den gesamten Burgfrieden verstreut, vereinzelt gab es aber auch schon im Mittelalter grundherrschaftliche Komplexe, wie etwa im Bereich Annagasse-Krugerstraße.

1542-1747 und neuerlich 1784-1806 besaß das Bürgerspital die Orts- und Grundherrschaft über Penzing. 1588-1688 war das Bürgerspital Grundherr im Unteren Werd, 1692-1795 über den Spittelberg. 1706 wurden dem Bürgerspital die Besitzungen des Siechenhauses St. Marx (Spital zu St. Marx), darunter auch zahlreiche Grundrechte, einverleibt.

Die Grundherrschaft hatte ihren Sitz zuerst im Bürgerspital vor dem Kärntnertor, nach 1529 im Bürgerspital am Schweinemarkt). Unter Leitung des Bürgerspitalmeisters verwaltete die Grundstube den Besitz. Bei Grundstückstransaktionen hatten die beiden Superintendenten die Verantwortung seitens des Spitals.

1784 waren dem Bürgerspital insgesamt 425 Häuser untertänig. Im selben Jahr wurde ein Teil dieser Einkünfte dem neugeschaffenen Bürgerspitalfonds einverleibt.


Quellen


Literatur

  • Michael Altmann: Das Wiener Bürgerspital. Zur Erinnerung an die Eröffnung des neuen Bürger-Versorgungshauses in der Alservorstadt. Wien: L. C. Zamarski & C. Dittmarsch 1860
  • Leopold Sailer: Aus der Geschichte des Wiener Bürgerspitals. In: Monatsblatt des Vereins für Geschichte der Stadt Wien 9 (1927), Heft 4-6, S. 173 ff.
  • Max Kratochwill: Die Gründung des Wiener Bürgerspitals. In: Jahrbuch des Vereins für Geschichte der Stadt Wien 12 (1955/1956), S. 84 ff.
  • Heinz Zatschek: Zur Ausgabe der Urkunden des Wiener Bürgerspitals. In: Jahrbuch des Vereins für Geschichte der Stadt Wien 5/6 (1947), S. 124 ff.
  • Richard Perger: Die Grundherren im mittelalterlichen Wien. Teil 2. In: Jahrbuch des Vereins für Geschichte der Stadt Wien 21/22 (1965/1966), S. 154 ff.