Griechische (nichtunierte) Kirche

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Fleischmarkt 13 - Griechisch-Orthodoxe Kirche, 1914 - 1917
Art des Bauwerks Sakralbau
Jahr von 1782
Jahr bis
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung Zur Heiligen Dreifaltigkeit
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt Peter Mollner, Theophil Hansen
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
Letzte Änderung am  7.03.2018 durch DYN\krabina
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Bildname HMW_197209.jpg
Bildunterschrift  Fleischmarkt 13 - Griechisch-Orthodoxe Kirche, 1914 - 1917
Bildquelle Wien Museum, Inv.Nr. 197209, Foto: A. Stauda
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0
BezirkStraßeHausnummer
1Fleischmarkt13

frühere Adressierung

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Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Die Griechisch-orthodoxe (ehemals griechische nichtunierte) Kirche (Gebäude; 1, Fleischmarkt 13). Die Kirche zur Heiligen Dreifaltigkeit der griechisch-orthodoxen und kaiserlichen Untertanen – im Unterschied zur Gemeinde "Zum Heiligen Georg" der osmanischen Untertanen – wurde 1782 von Graf Joseph von Stockhammer gekauft. 1787 wurde das Gebäude von Peter Mollner in eine Kirche umgewandelt. 1796 wurden die Privilegien der Gemeinde von Kaiser Franz II. erneuert und bestätigt. Es wurde erlaubt, einen Glockenturm und einen Eingang zum alten Fleischmarkt zu errichten. Ursprünglich durften die nicht-katholischen Kirchen aufgrund des Toleranzpatents Josephs II. keine Straßenportale, Türme und Glocken besitzen.

1858-1861 wurde die Kirche durch einen von Theophil Hansen entworfenen, in byzantinischen Formen gehaltenen Vorbau erweitert. Einen Großteil der Kosten hierfür übernahm der Bankier Simon Georg Freiherr von Sina, auch in seiner Eigenschaft als königlich-griechischer Gesandter in Wien. Persönliche Beziehungen ergaben sich daraus, dass Hansen lange Jahre in Athen tätig gewesen war. Sina, (dessen Palais) sich 1, Hoher Markt 8 befand, hatte sich unweit der Kirche 1823-1825 durch Ernest Koch ein Haus (1, Fleischmarkt 20-22) erbaut lassen.

Der einschiffige Innenraum der Kirche hat einen rechteckigen Chor und ein Tonnengewölbe. Die Ikonostasis und die übrige Einrichtung stammen aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Für die Wandgemälde in der Vorhalle (um 1860) lieferte Carl Heinrich Rahl die Entwürfe (Ausführung durch Eduard Bitterlich, Christian Griepenkerl und August Eisenmenger). Die Fresken stammen von Ludwig Thiersch.

1804 wurde die Griechische Schule gegründet, die sich bis heute im zweiten Stock des Gebäudes befindet. Seit 1963 hat die Metropolis von Austria, das Exarchat von Ungarn und Mitteleuropa im ersten Stock seinen Sitz.

Im Vestibül befindet sich eine Gedenktafel für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs mit der Inschrift Gedenktafel für die im Kriege 1914-1918 gebliebenen Angehörigen der griech.-orient. Gemeinde zur Hl. Dreifaltigkeit"'. Darunter befinden sich die Namen von vier Offizieren, zwei Fänrichen und einem einfachen Soldaten.

Hl. Dreifaltigkeit, 2015
Hl. Dreifaltigkeit (Ikonostase), 2015

Quellen

Literatur

  • Felix Czeike: I. Innere Stadt. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1983 (Wiener Bezirkskulturführer, 1), S. 42
  • Felix Czeike: Wien. Kunst und Kultur-Lexikon. Stadtführer und Handbuch. München: Süddeutscher Verlag 1976, S. 67
  • Rudolf Geyer: Handbuch der Wiener Matriken. Ein Hilfswerk für Matriken-Führer und Familienforscher. Wien: Verlag des Österreichischen Instituts für Genealogie, Familienrecht und Wappenkunde 1929, S. 296
  • Willibald M. Plöchl: Die Wiener orthodoxen Griechen. Eine Studie zur Rechts- und Kulturgeschichte der Kirchengemeinden zum Hl. Georg und zur Hl. Dreifaltigkeit und zur Errichtung der Metropolis von Austria. Wien: Verlag des Verbandes der Wissenschaftlichen Gesellschaften Österreichs 1983 (Kirche und Recht, 16)
  • Anna Ransmayr: Untertanen des Sultans oder des Kaisers. Struktur und Organisationsformen der beiden Wiener griechischen Gemeinden von den Anfängen im 18. Jahrhundert bis 1918. Diss. Univ. Wien. Wien 2016
  • Vaso Seirinidou: Έλληνες στη Βιέννη (18ος – μέσο 19ου αιωνα) (Griechen in Wien, 18.-Mitte des 19. Jh.), Αθήνα: Ηρόδοτος 2011
  • Rolf M. Urrisk-Obertyński: Wien - 2000 Jahre Garnisonsstadt. Band 3: Innere Stadt. Granz: Weishaupt-Verlag, S. 118

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