Grabenapotheke

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Art der Organisation Sonstiges
Datum von 1350
Datum bis
Benannt nach
Prominente Personen
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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BezirkStraßeHausnummer
1Graben7

frühere Adressierung

BezirkStraßeHausnummerDatum vonDatum bis
1Rotenturmstraße315491570
1Stephansplatz915701664
1Lugeck116641873
1Lugeck318731909
1Rotenturmstraße214251499
1Graben2919091911
1Wollzeile114991548
1Graben71911
BezeichnungDatum vonDatum bis
Ad ursum nigrum1565
Rappiana1610
Zum schwarzen Bären16501912
Graben-Apotheke „Zum schwarzen Bären“19121945
Graben-Apotheke1945
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Adresse: Wien 1, Graben 7

Gründung: vor der Mitte des 14. Jahrhunderts

Die Grabenapotheke ist eine der ältesten Apotheken Wiens.

Mittelalter

Der Apotheker Thomas, der, wie damals üblich, nur mit seinem Vornamen benannt wurde, kann ab 1339 viele Jahrzehnte lang nachgewiesen werden. Erst 1396 wird er als verstorben bezeichnet.

Ende des 14. Jahrhunderts war Perchtold Schutzperger und von 1425 bis 1427 waren Stephan von Wolkersdorf und Konrad Sulher die Besitzer der Apotheke. Nach Sulhers Tod heiratete seine Witwe Ursula, wahrscheinlich noch 1428, jedenfalls aber kurz nach dem Tod ihres Mannes und vor der Abfassung ihres eigenen Testaments den aus Königsberg in Preußen zugewanderten Apotheker Nikolaus (Niclas) Reich. Reich scheint erstmals 1428 als Niclas der appateker, demnach als selbstständiger Apotheker auf. Er war der Besitzer bis 1448/1449. Von 1448/1449 bis 1451 führte seine Witwe Elsbeth Reich den Betrieb weiter.

Standort war die Rotenturmstraße 2/Wollzeile 2 (Propsthof beziehungsweise [ab 1469/1475] Bischofshof, seit 1723 Erzbischöfliches Palais), entweder an der Ecke zur Wollzeile oder nur in dieser Konskriptionsnummer 869/920/852).

Von 1462 bis 1480 besaß Jobst von Fulda (auch Fuld und Fuldt) die Apotheke. Er verstarb um 1480.

Frühe Neuzeit

Nach Jobst von Fulda war Konrad Pogner (nachweisbar von 1488 bis 1510) Besitzer der Apotheke. Einer seiner beiden Söhne, Sebastian Pogner, folgte seinem Vater 1510 als Besitzer der Apotheke nach.

Von 1544 bis 1548 besaß Constantin Strele (Streele) die Apotheke.

Unter dem nächsten Besitzer Christoph Rapp (1565(?)bis 1585/1589)erfolgte die Umsiedlung der Apotheke auf den Stephansplatz (Konskriptionsnummer 627), heute Straßengrund der Jasomirgottstraße. Nach seinem Tod führte seine Witwe bis 1610 den Betrieb weiter.

Das Erbe trat Margaretha Rapps Enkelin Katharina Hirsch an. Katharina Hirsch (geboren Wieder, verwitwet Hartmann) führte die Apotheke mit Hilfe eines Provisors, nämlich Georg Hartmann, einem ihrer Söhne aus erster Ehe. Ab 1612 führt Hartmann die Apotheke. Nach seinem Tod 1626/1627 führte seine Witwe den Betrieb weiter, bis 1631 Christof Liebig (Christophorus Liebeck, Libbeck, auch Lübeck), ihr zweiter Ehemann, der Besitzer der Apotheke wird. Da Liebig offenbar keine Apothekerausbildung besaß, ließ er sie weiterhin durch einen Provisor führen. Nach seinem Tod führte seine Witwe Helene die Apotheke mit Hilfe des Provisors Johann Paul Sauer bis 1658 weiter.

1664 erwarb Sauer gemeinsam mit seiner Gattin Anna Maria, einer verwitweten Leo, das Haus Konskriptionsnummer 735 (Lugeck 1) (Hausschild "Zum schwarzen Bären") und dürfte die Apotheke dorthin transferiert haben. Nach seinem Tod 1679 führte die Witwe Anna Maria Sauer die Apotheke als Witwenbetrieb weiter und setzte deshalb nach dem Tod ihres Gatten den am 13. September 1679 geprüften Johannes Spiegel als Provisor ein. Als dieser wenig später von der Pest hinweggerafft wurde, folgte ihm der am 23. Oktober 1679 geprüfte Johann Ludwig Metzger. Anna Maria Sauer heiratete Metzger, der dann von 1686 bis 1690 als Besitzer aufscheint.

Von 1690 bis 1706 besaß ihr Sohn aus der Ehe mit Johann Paul Sauer, Johann Anton(ius) Sauer die Apotheke. Er starb 1706. Als seine Witwe Maria Anna Sauer starb, gab es Unstimmigkeiten wegen einer auf dem Haus am Lugeck lastenden und grundbücherlich abgesicherten Hypothek von 5.000 Gulden.

Danach wurde die Apotheke 1706 zwangsversteigert. Bei der folgenden Versteigerung erwarb 1706 der Hofjuwelier Matthias Stögner Haus und Apotheke, vermutlich aber nur als Geldanlage.

1707 wurde Johann Jakob Hagl (auch Hagel) von der medizinischen Fakultät als künftiger Besitzer bestellt. Die Apotheke war weiterhin im Haus Lugeck 1 untergebracht. Er verstarb 1733 und hinterließ seiner Witwe ein Erbe im Wert von 86.253 Gulden 42 Kronen.

Die Apotheke wurde als Witwenbetrieb weitergeführt, bis der damals 22-jährige Johann Baptist Hagl (auch Hagel) am 28. Mai 1737 die Apotheke um 28.000 Gulden von seiner Mutter erwarb. Hagl leitete die Apotheke fast zwei Jahrzehnte, bis er am 26. August 1760 im Alter von erst 45 Jahren an der Ruhr verstarb.

Seine Witwe Anna Regina führte die Apotheke zunächst bis 1762 mit Hilfe eines ungenannten Provisors als Witwenbetrieb weiter, heiratete 1762 jedoch den damals 38-jährigen Johann Jakob Well, der die Apotheke bis 1785 leitete und 1774 als "Edler von" in den Adelsstand erhoben wurde.

Nach Wells Ableben 1787 blieb die Apotheke noch Jahrzehnte im Familienbesitz, womit die Familie Well zu den eher seltenen "Apothekerdynastien" der Stadt gehört. Umso überraschender ist es, dass sich für die Wells in Wien kein Hausbesitz nachweisen lässt.

Well hinterließ laut Testament die Apotheke seinem Neffen Joseph Well und Elisabeth (vermutlich seine Gattin).

19. Jahrhundert

Sein Neffe Joseph Edler von Well senior übernahm 1787 als Alleinbesitzer die Apotheke. Er starb am 19. März 1816 im Alter von 61 Jahren an schlagendem Fieber. 1816, kurz vor seinem Tod, gab Well im Zuge einer Erhebung zur Feststellung der Erwerbssteuerpflicht an, er beschäftige fünf Gehilfen und drei Laboranten, eine Zahl, die (abgesehen von der personalintensiven Hofapotheke) nur von der Würthschen Leopoldsapotheke erreicht wurde.

Die Witwe verstarb im selben Jahr wie ihr Mann, am 28. November 1816, im Alter von 67 Jahren. Beide Ehepartner starben im Eckhaus Konskriptionsnummer 781 (Umbenennung aus Konskriptionsnummer 757; heute 1, Lugeck 1/Rotenturmstraße 10). Bei Joseph wurde als Adresse Liechtensteg, bei Elisabeth Lugeck eingetragen. Das Gebäude trug, ebenso wie die Apotheke, die Beschilderung "Zum schwarzen Bären".

Nach dem Tod des Joseph Edler von Well senior übernahm auf Grund testamentarischer Verfügungen zunächst seine Witwe die Apothekenkonzession. Als Vertreter ihrer vier erbberechtigten Söhne bestimmte sie Joseph Edler von Well junior (auch Joseph August), der bereits das pharmazeutische Rigorosum abgelegt hatte, zum Provisor.

Am 30. Jänner 1819 wurde festgehalten, dass Jacob und Joseph junior, beide Magister der Pharmazie, Ferdinand und Ministerialrat Dr. Wilhelm Edler von Well je ein Viertel der Apotheke besaßen. Nachdem Ferdinand seinen Anteil am 27. Juli 1821 an seine Brüder verkauft hatte, besaßen die drei übrigen jeweils einen Drittelanteil, die Leitung der Apotheke blieb jedoch in der Hand Josephs.

Nach Josephs Tod zeigte am 17. November 1856 Mag. pharm. Jacob Edler von Well dem Gremium an, dass er die Leitung der Apotheke übernommen habe und erhielt hierfür am 29. Jänner 1857 die Magistratsgenehmigung mit dem Beisatz, dass er weiterhin eine jährliche Erwerbsteuer in Höhe von 500 Gulden zu entrichten habe. Am 18. Juni 1857 wurde die Apotheke mittels Dekrets der Niederösterreichischen Statthalterei für verkäuflich erklärt und ihr Normalwert auf Antrag der Besitzer mit 12.000 Gulden festgelegt. Am 20. April 1858 waren Jakob und Wilhelm Edler von Well je zur Hälfte angeschrieben, bis schließlich ein am 8. Mai 1860 abgeschlossener Vertrag zwischen den Brüdern dem k. k. Ministerialrat Dr. Wilhelm Edler von Well den Alleinbesitz an der Apotheke sicherte. Wilhelm von Well verpachtete den Betrieb jedoch bereits am 18. Oktober 1860 an Mag. pharm. Wilhelm Raab. Der Standort war unverändert im Haus Lugeck 1/Rotenturmstraße 8 (heute 10).

1873 musste der Standort der "Bären-Apotheke" wegen der Demolierung des Gebäudes Lugeck 1, an dessen Stelle 1875 der Germaniahof errichtet wurde, ins benachbarte Haus Lugeck 3 (Teil des Kölner-Hofs) verlegt werden, wo er sich auch noch befand, als 1876 die Ära der Familie Well zu Ende ging.

Am 19. August 1876 schloss Dr. Wilhelm Edler von Well mit Mag. pharm. Wilhelm Raab einen Kaufvertrag auf Leibrentenbasis ab. Am 1. Februar 1885 holte sich Raab zur Leitung der Apotheke den 1856 in Böhmen geborenen und 1878 in Prag diplomierten Mag. pharm. Anton Schmidt als Provisor in die Apotheke. Im November 1892 kam die Apotheke in den Besitz von Anton Schmidt.

Fünf Jahre später, am 2. Oktober 1897, folgte der nächste Besitzerwechsel: Die Apotheke, deren Wert damals mit 12.600 Gulden beziehungsweise 25.200 Kronen beziffert wurde, wurde von Apotheker Schmidt, der sich zeitweise bereits aus der aktiven Geschäftsleitung zurückgezogen und Mag. pharm. Gustav Münz als Provisor beschäftigt hatte, zu gleichen Teilen an den damals 55-jährigen Mag. pharm. Julius Herbabny senior und dessen Gattin Marie, geboren Hackhofer, verkauft.

20. Jahrhundert

Mit Mag. pharm. Julius Herbabny senior beginnt ein lang andauernder Besitzstand einer Familie an einem Apothekenbetrieb, wie er bei den Wiener Apotheken im 20. Jahrhundert Seltenheitswert besitzt. Seine Nachkommen stellen bis in die Gegenwart die Inhaber der Apotheke, was jedoch auf Grund von weiblicher Erbfolge und dem damit verbundenen mehrfachen Namenswechsel nicht auf den ersten Blick erkennbar ist.

Als Herbabny 1901 verstarb, erbte seine Witwe Marie (die Tochter von Anton Hackhofer und dessen Gattin Elisabeth, geboren Schulcz-Woratschek) die Eigentumshälfte ihres Gatten an der Apotheke und wurde am 17. März 1901 als Alleineigentümerin eingetragen. Unter Marie Herbabny beziehungsweise ihrem Pächter Mag. pharm. Johann Scholz erfolgte im Mai 1909 die Verlegung der Apotheke vom Lugeck in den aus dem 18. Jahrhundert stammenden vornehmen Trattnernhof (Graben 29-29A), offenbar in jenes Geschäftslokal, in dem nach Fertigstellung des Gebäudes die Apotheke "Zur goldenen Krone" untergebracht war. Die Übersiedlung löste einen Sturm der Entrüstung unter den Apothekern aus.

Die Übersiedlung stand auch in anderer Beziehung unter keinem guten Stern, weil ein Baukonsortium wenig später den spätbarocken Wohnhof durch einen Neubau ersetzen wollte und daher allen Mietern 1910 die Mietverträge aufgekündigt wurden. Bereits 1911 begann man mit der Demolierung des Trattnernhofs.

1911/1912 entstand nach Plänen von Rudolf Krausz ein zweigeteilter, noch heute bestehender Neubau, dessen im Stil des Secessionismus gestalteten beiden Baublöcke durch eine gleichnamige (1912 so benannte) Gasse getrennt wurden.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit dürfte die Apotheke erst knapp vor dem Abbruch des Trattnernhofs in das gegenüber liegende Haus Graben 7, ihren heutigen Standort, verlegt worden sein. Im Zuge der Transferierung der Apotheke auf den Graben erfolgte die Änderung beziehungsweise Ergänzung des Apothekenschilds in "Graben-Apotheke".

Die Erben der Marie Herbabny waren ihre beiden Kinder aus der Ehe mit Julius Herbabny senior, der Chemiker Dr. Julius Herbabny junior, der mit Hermine verheiratet war, und seine Schwester Marie Scholz, die mit Hans Scholz verheiratet war.

Aus diesem Besitzerwechsel resultierte die Firmenbezeichnung "Herbabny und Scholz". Am 17. November 1924 wurde der Pachtvertrag mit Mag. pharm. Gehler erneuert, ein weiteres Mal am 26. Oktober 1931.

Als Gehler am 21. Oktober 1935 verstarb, veräußerte Herbabny ein Zehntel seines Anteils von fünf Zehntel an den Pharmazeutischen Reichsverband für Österreich, kaufte ihn jedoch kurz nach dem "Anschluss" Österreichs am 20. Mai 1938 wieder zurück. Mag. pharm. Oskar Bittner, der ab 1. November 1935 als verantwortlicher Leiter der Grabenapotheke eingesetzt gewesen war, musste mit 30. April 1938 aus dem Betrieb ausscheiden. Am 25. Mai 1938 wurde Mag. pharm. Ernst Schmögner als neuer Pächter eingesetzt. Marie Scholz verstarb am 9. November 1939, wodurch Dr. Julius Herbabny Alleineigentümer wurde.

Am 29. November 1941 verstarb er und hinterließ den Betrieb seiner Witwe Hermine Herbabny, die zwar auf ein Drittel des Fruchtgenusses der Apotheke beschränkt blieb, jedoch am 7. März 1942 als alleinige Besitzerin eingetragen wurde. Sie verlängerte den Pachtvertrag mit Ernst Schmögner, der allerdings nach der Einnahme Wiens durch sowjetrussische Truppenverbände am 20. April 1945 Selbstmord beging.

Bereits am folgenden Tag, am 21. April 1945, wurde Dr. phil. et Mra. pharm. Marguerite Bruna Fadrus, die bereits seit 1. April 1939 in der Apotheke beschäftigt war, zur verantwortlichen Leiterin bestellt und die Apotheke am 3. Mai 1946 an sie verpachtet. Dieser Vertrag wurde mehrfach verlängert.

Nach dem Tod von Hermine Herbabny am 20. Jänner 1957 wurde am 6. Juni 1957 ihre Cousine Marianne Aynedter bei gleichzeitiger Löschung des anteiligen Fruchtgenusses als Besitzerin eingetragen. Sie verstarb am 13. November 1967. Nach längerer Dauer der Verlassenschaftsabhandlung folgten am 3. Oktober 1968 als Besitzer der Realapotheke "Zum schwarzen Bären" zu gleichen Teilen ihre Geschwister Margaretha und Mathias Slama nach. Als Mathias bereits am 13. Oktober 1971 verstarb, erbte seine Gattin Hermine Maria Anna Slama seinen Hälfteanteil. Die andere Hälfte blieb in der Hand ihrer ledigen Schwägerin Margaretha. Am 31. März 1972 wurde das Pachtverhältnis mit Dr. Marguerite Bruna Fadrus einvernehmlich aufgelöst, anschließend war bis 31. März 1981 Mag.a pharm. Elfriede Bouchal Pächterin der Apotheke.

Mit Vertrag vom 19. Dezember 1980 übertrugen Margaretha und Hermine Slama ihre Hälfteanteile an ihren Enkel Mag. pharm. Martin Derflinger (Gattin Mag.a pharm. Marianne Derflinger). Marianne und Martin Derflinger wandelten mit Gesellschaftsvertrag vom selben Tag und Wirksamkeitsbeginn am 1. April 1981 die Apotheke unter der Firmenbezeichnung "Graben-Apotheke, Zum schwarzen Bären, Mag. pharm. M. Derflinger OHG" in eine Offene Handelsgesellschaft um. Am 24. Oktober 1989 trat Marianne Derflinger, geboren Meyer, inzwischen verehelichte Hartl, als Gesellschafterin aus der Firma aus, jedoch mit gleichem Datum als Kommanditistin in diese ein. Seither befindet sich die Apotheke, deren Standort sich zwar seit fast einem Jahrhundert nicht mehr verändert hat, die jedoch innenarchitektonisch neu gestaltet und bereits in den beginnenden 1980er Jahren technisch mit EDV und Scanner-Kassen aufgerüstet wurde, im Besitz der Mag. pharm. M. Derflinger OHG. Konzessionsinhaberin ist Mag.a pharm. Brigitte Furtner-Kunze. Mag. pharm. Martin Derflinger trat 1981 als geschäftsführender Gesellschafter ein.

Besitzerliste

  • um 1340–1390 Thomas apoteker, † vor 1396
  • Ende 14. Jahrhundert Perchtold Schutzperger
  • 1425–1427 Stephan von Wolkersdorf und Konrad Sulher
  • 1427–1448/1449 Nikolaus Reich (genannt Pruthenus)
  • 1448/1449–1451 Elsbeth Reich (Witwenbetrieb)
  • 1451–1462 Unbekannt
  • 1462–1480 Jobst von Fulda
  • 1480–1488 Unbekannt
  • 1488–1510 Konrad Pogner
  • 1510–1528? Sebastian Pogner
  • 1528–? Constantin Strele
  • 1565(?)–1585/1589 Christoph Rapp, † 1585/1589
  • 1585/1589–um 1610 Margaretha Rapp (Witwenbetrieb), † (nach) 1610
  • um 1610–1612 Katharina Hirsch (Enkelin als Erbin, mit Sohn Georg Hartmann als Provisor)
  • 1612–1626 Georg Hartmann, † wahrscheinlich 27. Dezember 1626
  • 1627–1631 Helene Hartmann (Witwenbetrieb)
  • 1631–1640 Christof Liebig (Ehe mit der Witwe, Leitung durch Provisor)
  • 1640–1659 Helene Liebig (Witwenbetrieb), Provisor (1655–1658) Johann Paul Sauer
  • 1659–1679 Johann Paul Sauer, * um 1626, † 24. Mai 1679
  • 1679–1686 Anna Maria Sauer-Metzger (Witwenbetrieb), † zwischen 11. und 22. April 1686, Provisor (und späterer Gatte) Johann Ludwig Metzger
  • 1686–1690 Johann Ludwig Metzger (ab 1693 Besitzer der Apotheke "Zum weißen Storchen")
  • 1690–1706 (Johann) Anton Sauer (Sohn), * um 1765, † vor 9. März 1706, danach Matthias Stögner, Hofjuwelier (Käufer von Haus und Apotheke bei Zwangsversteigerung)
  • 1707–1733 Johann Jakob Hagl
  • 1733–1737 Maria Franziska Hagl (Witwenbetrieb)
  • 1737–1760 Johann Baptist Hagl (Sohn)
  • 1760–1762 Anna Regina Hagl (Witwenbetrieb)
  • 1762–1785 Johann Jakob Well (Heirat mit der Witwe), * 1. März 1725 Prag, † 4. April 1787 Wien
  • 1785–1787 Elisabeth und Joseph Edler von Well senior (Neffe)
  • 1787–1816 Joseph Edler von Well junior, * um 1755, † 19. März 1816 Wien
  • 1816–1856 Erben der Familie Well (mehrfach wechselnde Personen)
  • 1856–1860 Jacob Edler von Well
  • 1860–1876 Wilhelm Edler von Well
  • 1876–1892 Wilhelm Raab
  • 1892–1897 Anton Schmidt
  • 1897–1901 Julius Herbabny senior
  • 1901–1921 Marie Herbabny (Witwenbetrieb), † 1921; "Herbabny’s Erben"; Pächter Markus Gehler beziehungsweise Johann Scholz
  • 1921–1939 Julius Herbabny junior, Chemiker (Sohn), und Marie Herbabny die Jüngere (Tochter), verheiratet mit Hans Scholz, ab 1938 Pächter Ernst Schmögner
  • 1939–1941 Julius Herbabny junior, † 29. November 1941, Pächter Ernst Schmögner
  • 1941–1957 Hermine Herbabny (Witwe als Besitzerin), † 20. Jänner 1957; bis 1945 Pächter Ernst Schmögner, † 20. April 1945; 1945–1972 Pächterin Dr. Marguerite Bruna Fadrus
  • 1957–1967 Marianne Aynedter (Cousine), † 13. November 1967
  • 1968–1971 Margaretha und Mathias Slama, letzterer † 13. Oktober 1971; danach Geschwister von Marianne Aynedter
  • 1971–1981 Margaretha und Hermine Slama (Witwe des Mathias), 1972– 1981 Pächterin Elfriede Bouchal
  • ab 1981 Mag. pharm. M(arianne) Derflinger OHG, Konzessionärin Mag. pharm. Brigitte Furtner-Kunze

Standorte

  • vor 1425 – mindestens 1499 Rotenturmstraße 2/Wollzeile 2 (Propsthof beziehungsweise [ab 1469/1475] Bischofshof [seit 1723 Erzbischöfliches Palais], Lokal entweder an der Ecke zur Wollzeile oder nur in dieser Konskriptionsnummer 869/920/852)
  • nach 1499–1540/1548 (?) Wollzeile 1 (Konskriptionsnummer 770/816/816)
  • wahrscheinlich um 1549, spätestens jedoch 1566 – mindestens um 1570 Rotenturmstraße 3 (Konskriptionsnummer 621/674/633)
  • um (oder nach?) 1570 – um 1664 Stephansplatz 9/Jasomirgottstraße 1 (Konskriptionsnummer 627/668/615)
  • um 1664–1873 Lugeck 1/Rotenturmstraße 10 (Konskriptionsnummer 735/781/757)
  • 1873–1909 Lugeck 3
  • 1909–1911 Graben 29 (alter Trattnernhof)
  • seit 1911 Graben 7

Apothekenschild

  • ab etwa 1565 "Ad ursum nigrum"
  • 17. Jahrhundert – mindestens 1912 "Zum schwarzen Bären"
  • ... 1610 ... "Rappiana" (alternative Bezeichnung, abgeleitet vom Namen des verstorbenen Besitzers Christoph Rapp)
  • frühestens 1912 – um 1945/1950 Graben-Apotheke "Zum schwarzen Bären"
  • seit dem Zweiten Weltkrieg "Graben-Apotheke"

Literatur

  • Felix Czeike: Geschichte der Wiener Apotheken, Die Apotheken im heutigen ersten Wiener Gemeindebezirk. Innsbruck: Studienverlag. Band 50, 2010, S. 79-126
  • Felix Czeike: Die Apotheke "Zum schwarzen Bären" am Graben. In: Wiener Geschichtsblätter 29. Wien: Verein für Geschichte der Stadt Wien 1974, S. XLV
  • Geschichte der Stadt Wien. Hg. vom Altertumsverein zu Wien. Wien: Holzhausen 1897-1918 6, S. 275 f.
  • Leopold Hochberger / Joseph Noggler: Geschichte der Wiener Apotheken. Wien: Verlag des Wiener Apotheker-Hauptgremiums 1917-1919 , 7 ff.