Graben 30

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Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von
Jahr bis
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung Zur weißen Rueben, "Zum Haidvogel", Ludlamshöhle
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner
Quelle Paul Harrer: Wien, seine Häuser
Letzte Änderung am  4.06.2017 durch DYN\krabina
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BezirkStraßeHausnummer
1Graben30

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Innere Stadt64117951821
Innere Stadt59918211862
Innere Stadt60118211862
Innere Stadt59817701795
Innere Stadt64017951821
Innere Stadt60018211862
Innere Stadt57917701795
Innere Stadt59917701795
Innere Stadt63917951821
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Graben 30 (auf Teilen des Grundes der alten Konskriptionsnummern 599, 600 und 601).


Haus Stadt 599

An der Stelle von Haus Stadt 599 standen ehemals zwei Häuser, die beide in den Freisinger Hof dienstbar waren.

Haus A ("Zur weißen Rueben") und Haus B

Haus A wird 1430 erstmals erwähnt, Haus B 1563. Nach vielfachem Besitzerwechsel kam das Haus 1820 in den Besitz des Bierwirts Leopold Haidvogel und dessen Frau Anna, die hier ein sehr bekanntes Wirtsgeschäft betrieben und diesem wie dem Haus den Schildnamen "Zum Haidvogel" gaben. Im Vormärz befand sich hier in einem düsteren, gewölbten Hinterzimmer die Gastwirtschaft Ludlamshöhle. Mit der Ludlamshöhle verschwand die größte und originellste Tischrunde des Biedermeiers, vielleicht überhaupt des alten Wien.

1866 wurde das Haus zum Abbruch freigegeben und ein Neubau aufgeführt, in dem die Häuser Stadt 599, 600 und 601 aufgegangen sind.


Haus Stadt 600

Der erste sichere Nachweis für das Haus findet sich im Jahre 1563. In der Mitte des 17. Jahrhunderts findet eine Teilung des Hauses in zwei Objekte A und B statt. Sie ist zwar auf Albert Camesinas urkundlichen Beiträgen zur Geschichte Wiens im 16. Jahrhundert entnommenen Tabelle nicht zu ersehen, bestand aber sowohl nach dem Stadturbar wie nach dem Grundbuch der St. Georgskapelle in Freisinger Hof.

Haus A

Erstmals 1645 erwähnt. Nach zahlreichem Besitzerwechsel wurde das Haus 1865 von der Gemeinde Wien angekauft und niedergerissen.

Haus B

Nach dem Hofquartierbuch wird das Haus B 1563 erstmals erwähnt. Mit der Besitzerin "Teberin aus Döbra" und ihrem Besitznachfolger "Josef Geissenhof" kamen beide Häuser A und B in eine Hand und blieben es auch bis zu ihrer baulichen Vereinigung, die, wenn nicht schon unter ihm, spätestens 1822 erfolgt sein muss.


Haus Stadt 601

Das Haus Stadt 601 bestand ursprünglich ebenfalls aus zwei Häusern.

Haus A

Nach dem Hofquartierbuch wird 1563 erstmals der Besitzer des Hauses genannt. Nach mehrmaligem Besitzerwechsel erwarb es Georg Chabas (wie ein Kaufkontrakt vom 24. Jänner 1720 belegt) um 4.000 Gulden Kaufschilling, der schon 1714 das Nachbarhaus B erworben hatte und nun beide Häuser vereinigte.

Haus B

1563 wird erstmals ein Eigentümer genannt. Nach zahlreichem Besitzerwechsel erwarb es am 24. Jänner 1714 der Kaffeesieder Johann Georg Pollack und dessen Frau Anna Franzisca. 1718 bat er um Namensumschreibung, da ihm der Name "Pollack" nur "per abusum" zugeeignet war und nannte sich fortan "Chabas". Genau sechs Jahre nach dem Hauskauf, am 24. Jänner 1720 erwarb er auch das Nachbarhaus A und ließ beide Häuser miteinander verbauen.


Der Neubau

Das Haus Stadt 601 wurde 1866 abgebrochen und auf den Gründen der Häuser Stadt 599, 600 und 601, soweit Teile dieser Gründe anlässlich der neuen Platzgestaltung nicht als neuer Straßengrund abfielen, das gegenwärtige Haus erbaut.

Am 9. April 1945 wurde das Haus ein Opfer der Plünderung. Ein im zweiten Stock befindliches Schuhlager wurde gänzlich ausgeräumt, indem die Schuhe einfach zum Fenster hinausgeworfen wurden. Am nächsten Tag ging das Haus in Flammen auf, die Brandursache wurde nicht geklärt. Fortwährende Explosionen machten eine Brandbekämpfung unmöglich. Bis auf einige Räume (Geschäftslokale) im Erdgeschoss brannte das Haus gänzlich aus.


Gewerbe und Firmen innerhalb des Hauses im Laufe der Jahre


Literatur

  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur. Band 1, 1. Teil. Wien ²1953 (Manuskript im WStLA), S. 145-152