Graben 18

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Ecke Graben/Kohlmarkt, 2016
Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von
Jahr bis
Andere Bezeichnung Zur großen Bethen, Zum Husaren
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt Josef Hackhofer, Franz Roth
Prominente Bewohner
Quelle Paul Harrer: Wien, seine Häuser
Letzte Änderung am  22.01.2017 durch DYN\krabina
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Bildname Graben 18.jpg
Bildunterschrift  Ecke Graben/Kohlmarkt, 2016
Bildquelle Foto Christoph Sonnlechner
Bildrechte
BezirkStraßeHausnummer
Innere StadtGraben18
Innere StadtKohlmarkt1

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt117617701795
Stadt121417951821
Stadt114518211862
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

1, Graben 18; Kohlmarkt 1 (Konskriptionsnummer 1146).

Das Gebäude bildet eine Ecke zum Kohlmarkt und führt dort die Nummer 1. Sein Hausschildname "Zur großen Bethen“ weist auf das nahegelegene Paternostergassel hin.

Ursprünglich war es mit dem Ellerbachschen Haus und (1, Graben 16) vereinigt. Seine Abtrennung von diesen fand erst nach dem Tod Hanns Gösls († 1562) statt. An Gösl erinnert heute noch ein Grabdenkmal an der Außenwand der Stephanskirche (Westseite). Wohl bereits im Jahr 1566 als selbstständiges, zwei Stock hohes Haus ausgewiesen, erfolgte die besitzrechtliche Abspaltung erst im Jahr 1571, anlässlich des Todes der zweiten Frau Johann Gösls.

1640 kaufte es der kaiserliche Baumeister Jakob Spaz. Dieser gehörte wohl der Werksmeisterfamilie de Spacio oder Spatio (aus Spezia?) an, die schon mehr als hundert Jahre vorher Ferdinand I. aus Welschland hierher berufen hatte. Ein Jacopo de Spacio war bereits 1526/1527 als königlicher Steinmetz für Niederösterreich in Wiener Neustadt tätig. Markus Späz, kaiserlicher Baumeister aus Linz (vermutlich Bruder des erstgenannten Jacobs) war 1638/1640 in leitender Stellung beim Neubau der Schottenkirche beschäftigt. 1654 gehörte das Haus Dr. Johann Leopoldt, dem Anwalt der Kaiserin Eleonores. Nach vielfachem Besitzerwechsel gelangte es 1869 in den Besitz Heinrich Ritter von Maurer und dessen Frau Christine die dort bereits früher ein Reiserequisiten und Waffengeschäft "Zum Husaren“ eröffnet hatten. Der Schildname übertrug sich auf das Haus.

1896 wurde das Haus durch den Architekten Hackhofer neu erbaut. Die Grundfläche verringerte sich dadurch bedeutend von 345 auf 276 Meter. Die vier Stockwerke blieben gleich.

Der Reiter am Dachfirst, der sowohl den Graben wie den Kohlmarkt beherrscht, rechtfertigt den Schildnamen, den auch das neue Haus beibehielt. Theodor F. Meisels bezeichnet den lebensgroßen Reiter als Reiterdenkmal Johann Sobieski, eine Ansicht, die im Hinblick auf seine bekannte Leibesfülle und körperliche Schwerfälligkeit ebenso der Platz in schwindelnder Höhe keine glückliche Wahl darstellen würde.

1934 erwarb das Gebäude die Firma Assicurazioni Generali in Triest.

Gewerbe und Firmen innerhalb des Hauses im Laufe der Jahre

  • '"Zum Husaren“, Reiserequisiten und Waffengeschäft (Besitzer Heinrich Ritter von Maurer)

Literatur

  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur. Band 1, 1. Teil. Wien ²1951 (Manuskript im WStLA), S. 82-84