Goldschmiedgasse 2

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1., Stephansplatz 8-12; Stock-im-Eisen-Platz 3, um 1940
Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1320
Jahr bis
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt Josef F. Becvar
Prominente Bewohner
Quelle Paul Harrer: Wien, seine Häuser
Letzte Änderung am  22.01.2017 durch DYN\krabina
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Bildname Stephansplatz8-12.jpg
Bildunterschrift  1., Stephansplatz 8-12; Stock-im-Eisen-Platz 3, um 1940
Bildquelle WStLA, Fotosammlung Stadtplanung, Reiffenstein
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0
BezirkStraßeHausnummer
Innere StadtStephansplatz10-11
Innere StadtGoldschmiedgasse2

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt63417951821
Stadt61317701795
Stadt59518211862
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

1, Goldschmiedgasse 2 (Konskriptionsnummer 595), Stephansplatz 10-11.

Hier standen ursprünglich zwei Häuser:

Haus Stadt 595 A

Dieses Haus war das älteste bekannte Apothekerhaus Wiens. Hier hatte schon Meister Albrecht zwischen 1320 und 1350 seine Apotheke. Im Jahr 1418 war das Gebäude Gegenstand eines Erbschaftsstreits. Mitte des 15. Jahrhunderts wurde die Apotheke bei einer Apothekenvisitation kritisiert und der Arzneimittelvorrat als wertlos eingestuft.

Haus Stadt 595 B

Die erste urkundliche Erwähnung dieses Hauses stammt aus dem Jahr 1455. Im Jahr 1655 wurde es vom Besitzer des Hauses Stadt 595 A erworben und mit diesem baulich vereint.

Dieses nun vereinte Gebäude kam um 1700 in den Besitz des Apothekers Ferdinand Moni, welcher der Apotheke den Namen "Zum goldenen Löwen" gab. 1710 wurde Moni wegen Krida verurteilt und kam in das Schuldengefängnis. Die Apotheke wurde auf Rechnung der Gläubiger weitergeführt, verfiel aber so sehr, dass die medizinische Fakultät die Zuweisung von Rezepten untersagte. Unter Monis Nachfolger, Franz Anton Edler von Mafficioli, wurde die Apotheke gesperrt, da die Sanitätskommission Betrügereien mit gefälschten Medikamenten aufgedeckt hatte, in die Mafficioli, der jede Schuld bestritt, verwickelt gewesen sein soll. Als er starb, wurde seinen acht Kindern die Erlaubnis erteilt, die Apotheke zu verkaufen.

Nach dem Verkauf an Josef Arthaber wurde in deren Räumlichkeiten die Kurrentwarenhandlung "Zum weißen Stern" eröffnet. Sein Enkel Rudolf Arthaber modernisierte das Unternehmen und gründete Zweigniederlassungen in Ungarn, der Lombardei und Leipzig.

In den Jahren vor seinem Abbruch (1893) stand das Haus im Mittelpunkt von Spukgeschichten. Seit Jahren hörte man angeblich ein aus der Tiefe kommendes Klopfen und man erzählte Geschichten von endlosen Gängen und in die Tiefe führenden Treppen. Als man das Gebäude abtrug, fand man jedoch keine geheimen Keller.

1., Stephansplatz 9-10, um 1940

Neubau 1893

Im Jahr 1893 wurde ein Neubau nach den Plänen von Ferdinand Fellner und Hermann Helmer errichtet, der ein Teil von Rothbergers Warenhaus war. Wie auch das Haus Jasomirgottstraße 1 wurde das Haus 1939 verkauft, aber nach dem Krieg ein Rückstellungsverfahren eingeleitet. Beim großen Brand im April 1945 wurde auch dieses Haus zerstört.

1., Stephansplatz 10, um 1940

Neubau 1953

Im Jahr 1953 wurde das heutige Gebäude nach Plänen von Josef F. Becvar errichtet.

Gewerbe und Firmen innerhalb des Hauses im Laufe der Jahre

Literatur

  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur. Band 1, 3. Teil. Wien ²1951 (Manuskript im WStLA), S. 768-771