Georg Schönerer

Aus Wien Geschichte Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Personenname Schönerer, Georg
Abweichende Namensform Schönerer, Georg Ritter von
Titel Ritter
Geschlecht männlich
GND 118610163
Geburtsdatum 17.07.1842
Geburtsort Wien
Sterbedatum 14.12.1921
Sterbeort Rosenau bei Zwettl, Niederösterreich
Begräbnisdatum
Friedhof Aumühle, Schleswig-Holstein
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Politiker
Parteizugehörigkeit deutschnational
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche Georg-Ritter-von-Schönerer-Gasse, Schönererstraße
Denkmal Schönererdenkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage-NG
Letzte Änderung am  25.10.2017 durch WIEN1\lanm09bum
Export RDF-Export (Resource Description Framework) RDF


FunktionFunktion vonFunktion bis
Reichsratsabgeordneter18971907

Es wurden noch keine Auszeichnungen zu dieser Person erfasst!

Es wurden noch keine Adressen zu dieser Person erfasst!

Es wurde noch keine Familie zu dieser Person erfasst! Es wurden noch keine Beziehungen zu dieser Person erfasst!

Georg Schönerer (bis 1888 Ritter von), * 17. Juli 1842 Wien, † 14. Dezember 1921 Rosenau bei Zwettl, Niederösterreich (das Gut Rosenau hatte sein Vater gekauft), deutschnationaler Politiker, Sohn des Matthias Schönerer (Matthias-Schönerer-Gasse).

Während seiner letzten Studienjahre in Dresden und Tübingen wurde er der überzeugte Anhänger eines Anschlusses des deutschen Österreich an das deutsche Kaiserreich. 1873 wurde er im Waldviertel in den Reichsrat gewählt, wo er unter anderem das Rothschildsche Eisenbahnmonopol bekämpfte und sich dem Antisemitismus verschrieb. 1879 verließ er den Deutschen Fortschrittsclub im Reichsrat (wegen dessen angeblicher Slawenfreundlichkeit) und gründete die deutschnationale Bewegung in Österreich, deren Presseorgan die "Deutschen Worte" wurden. Anfangs mit Viktor Adler und Engelbert Pernerstorfer arbeitend, wurde das Linzer Programm 1881 vorbereitet. Als sich Schönerers rassischer Antisemitismus verstärkte, er einen ausgesprochenen Germanenkult entwickelte (als dessen Künder er Richard Wagner verehrte) und außerdem ein national geschlossenes deutsches Nationalgebiet in der Monarchie schaffen wollte (Germanisierung Böhmens, Abgabe der südslawischen Gebiete an Ungarn bei gleichzeitiger Opferung der in Ungarn und Siebenbürgen lebenden deutschsprachigen Bevölkerung an Ungarn), wandten sich Adler und Pernerstorfer, die auch seine autokratischen und radikalen Methoden ablehnten, von ihm ab; seine wichtigsten Anhänger ("Schönerianer") waren Burschenschafter und Sudetendeutsche. Schönerers Kampf gegen die Ausgleichspolitik und die Erklärung der Habsburger zu Todfeinden des deutschen Volks führten 1888 (nach persönlichem Eingreifen Franz Josephs I.) zu einer Verurteilung (vier Monate schweren Kerkers, Verlust des Reichsratsmandats), welche die Bewegung zunächst zusammenbrechen ließ. Schönerers politische Organe waren die Zeitschrift "Unverfälschte deutsche Worte" (1890-1912) sowie das "Alldeutsche Tagblatt" und das "Grazer Wochenblatt". 1897-1907 wurde Schönerer (im Kampf gegen die Sprachenverordnungen Badenis) neuerlich in den Reichsrat gewählt. Seine Abneigung gegen slawenfreundliche Tendenzen der katholischen Kirche führten zu seiner Konvertierung zum Protestantismus und seinem Kampf an der Spitze der Los-von-Rom-Bewegung. Nach der Einführung des allgemeinen Wahlrechts (das er wegen der drohenden Slawisierung Österreichs bekämpfte) wurde er nicht wiedergewählt. Seine alldeutschen Ideen wirkten auch auf Adolf Hitler.

Georg-Ritter-von-Schönerer-Gasse, Schönererdenkmal, Schönererstraße

Literatur

  • Biographisches Wörterbuch zur deutschen Geschichte. Begründet von Hellmuth Rössler und Günther Franz, bearbeitet von Karl Bosl [u.a.]. Band 3: S-Z. Register. München: A. Francke 1975
  • Paul Molisch: Geschichte der deutschnationalen Bewegung in Österreich. Jena: Fischer 1926
  • E. Pichl: Schönerer, der Vorkämpfer Großdeutschlands. 6 Bände. Oldenburg i.O. [u.a.]: Stalling 21938
  • Richard Charmatz: Lebensbilder aus der Geschichte Österreichs. Wien: Danubia-Verlag 1947
  • Andrew G. Whiteside: Georg Ritter von Schönerer. Alldeutschland und sein Prophet. Graz: Styria 1981