Generali-Bürohaus

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1., Wildpretmarkt 10, um 1940
Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1355
Jahr bis
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung Die Landeskron, Zur kleinen Landeskrone, Zur großen Landeskrone
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt Alfred Nürnberger
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Paul Harrer: Wien, seine Häuser
Letzte Änderung am  4.06.2017 durch DYN\krabina
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Bildname Wildpretmarkt.jpg
Bildunterschrift  1., Wildpretmarkt 10, um 1940
Bildquelle WStLA, Fotosammlung Stadtplanung, Reiffenstein
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0
BezirkStraßeHausnummer
1Landskrongasse1-3
1Bauernmarkt11-13
1Wildpretmarkt8-10

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt58118211862
Stadt56317701795
Stadt58717951821
Stadt54618211862
Stadt56417701795
Stadt58817951821
Stadt54718211862
Stadt56517701795
Stadt58917951821
Stadt54818211862
Stadt56217701795
Stadt62117951821
Stadt58218211862
Stadt56117701795
Stadt62017951821
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Generali-Bürohaus (1, Landskrongasse 1-3, Bauernmarkt 11-13, Wildpretmarkt 8-10; Konskriptionsnummern 561, 546, 547, 548 und 582).

Vorgängerbauten

Bauernmarkt 11, Wildpretmarkt 8

Stadt 561

Dieses Haus war im 14. Jahrhundert das Familienhaus der Sirfeier, die zu den angesehensten Bürgern Wiens gehörten. 1803 wurde es von Erzherzog Ferdinand erworben, der es 1810 Erzherzog Franz vererbte und im Jahr 1814 kaufte es Nathan Adam Freiherr von Arnstein. Der Wiener Bauverein kam 1872 in den Besitz des Gebäudes, verkaufte es aber bereits zwei Jahre später wieder. 1875 wurde es abgetragen und durch einen Neubau ersetzt. Ende der 1920er Jahre kaufte die "Wirtschaftshilfe Gesellschaft mit beschränkter Haftung" aus Oberhollabrunn alle Anteile am Haus, stieß sie jedoch 1931 wieder ab. Am 8. April 1945 wurde das Gebäude von einer Bombe getroffen, die schräg in das Haus einschlug und Schäden an Mauern und Wohnungen anrichtete.


Bauernmarkt 13, Landskrongasse 1-3, Wildpretmarkt 10

Haus Stadt 546

Das Haus Stadt 546 lag an der Ecke Bauernmarkt/Landskrongasse und wird zum ersten Mal am 20. Mai 1378 urkundlich erwähnt. Später gehörte es dem Brünner Bürger Mert Perman, der am 12. Mai 1422 seinen Stiefvater Ulrich Perman bevollmächtigte, das Haus zu verkaufen. 1684 erwarben es der kaiserliche Diener (Funktionär mit Beamtenrang) Franz von Cischini, der sich beim Bau der Peterskirche Verdienste erwarb und dessen Grabmal sich noch heute in dieser Kirche befindet, und seine Frau Barbara. Er stiftete den unbeschuhten Augustiner-Eremiten 1500 Gulden, die auf dem Haus bei fünfprozentiger Verzinsung liegen bleiben sollten. Dafür hatten die Augustiner wöchentlich drei Messen für sein Seelenheil sowie das seiner Verwandtschaft zu lesen. 1831 wurde das Gebäude von Julie Gräfin Bellegarde erworben.

Haus Stadt 547 "Zur kleinen Landeskrone"

Die erste Erwähnung des Hauses, das den Schildnamen "Zur kleinen Landeskrone" trug, stammt aus dem Jahr 1360. Im 17. Jahrhundert wurde es mit dem Nachbarhaus Stadt 548 besitzrechtlich vereint.

Haus Stadt 548 "Zur großen Landeskrone"

Bei diesem Haus handelte es sich um ein Turmhaus, das sehr solide und wehrhaft gebaut war. In frühen Erwähnungen taucht der Name "diu landeskron" auf, später wurde es "Zur großen Landeskrone" genannt. Bereits 1355 wird es im Urkundenbuch von Klosterneuburg genannt. 1360 wird es als Eckhaus beschrieben, das hinten an den Kammerhof (heute Wildpretmarkt) grenzte und im Jahr 1378 wird Heinrich (III.) Würffel als Eigentümer genannt. Im zweiten Viertel des 15. Jahrhunderts gehörte es dem Bürgermeister Konrad Hölzler (dem Älteren), der auch das Taschnerhaus besaß. Nach seinem Tod im Jahr 1460 erbte sein Neffe Konrad Hölzler (der Jüngere) das Haus "Zur großen Landeskrone". Er wollte es seiner Gattin Margarethe vererben, durch einen mehr als drei Jahre dauernden Rechtsstreit kam aber 1503 das Büßerinnenkloster zu St. Hieronymus, dem er ein anderes Haus vermacht hatte, in den Besitz dieses Gebäudes. Es wurde bereits im folgenden Jahr wieder verkauft. Nach der besitzrechtlichen Vereinigung mit dem Haus Stadt 547 kamen beide Gebäude 1681 in das Eigentum von Maria Anna Freifrau von Gallenfels, die das Margaretner Schloss nach der Zerstörung durch die Osmanen wiederherstellen ließ. Im Jahr 1831 erbte die Gräfin Bellegarde die Gebäude.

Haus Stadt 582

Dieses Haus schloss mit der Längsseite an die Rückseite der Häuser Stadt 546 bis 548 an. Im 14. Jahrhundert befanden sich auf dieser Parzelle noch drei Häuser, von denen zwei eine nur sehr kleine Front zum Bauernmarkt besaßen und weit in die Tiefe reichten und eines, dessen Front am damaligen Kammerhof lag. Im Jahr 1377 werden hier erstmals Häuser urkundlich erwähnt. Das mittlere Gebäude wurde am 16. April 1398 vom Kaufmann und späteren Stadtrichter Haunold (II.) Schuchler erworben, das dritte Haus (mit der Front am Kammerhof) gehörte Heinrich (III.) Würffel. Ab wann hier nur mehr ein Haus stand, ist unklar, doch muss es passiert sein, bevor der Bürgermeister Kristan Prenner Mitte des 15. Jahrhunderts das Gebäude erwarb. Im Jahr 1828 kam es in den Besitz der Gräfin von Bellegarde.


Bellegardehof

Nachdem Julie Gräfin Bellegarde nach dem Tod ihres Vaters im Jahr 1831 in den Besitz der Häuser Stadt 546 bis 548 sowie 582 gekommen war, ließ sie den ganzen Komplex niederreißen und anstelle dieser vier Häuser den Bellegardehof nach Plänen von Ludwig Remy errichten, der 1835 fertiggestellt werden konnte. Er nahm eine Fläche von 2.539 Quadratmetern ein, galt als einer der schönsten und weitläufigsten Höfe der Stadt und wurde nach seiner Besitzerin benannt. Hier waren auch die Büros der Donaudampfschifffahrtsgesellschaft untergebracht. 1869 wurde der Hof von Gustav von Schoeller erworben und ging 1878 ins Eigentum der Firma "Schoeller & Co." über.

ausführlichere Informationen im Artikel Bellegardehof.

Neuer Bellegardehof

1899 wurde der Bellegardehof abgetragen und ein Neubau errichtet, wobei durch Hineinrücken der Baulinie etwa ein Viertel der verbauten Fläche verloren ging (nun nur mehr 1.872 Quadratmeter). Im Gebäude war auch das Bankhaus Schoeller untergebracht, dessen Eingang sich am Wildpretmarkt befand. Als am 14. April 1945 der große Brand am Hohen Markt wütete, griff das Feuer auch auf dieses Gebäude über. Da im Haus fast ausschließlich Büros untergebracht waren, wurde der Brand durch das viele darin gelagerte Papier weiter angefacht. Trotz der sofort eingeleiteten Löschmaßnahmen brannte das Haus vollständig aus.

Neubau

Am 26. April 1951 verkaufte die Firma "Schoeller & Co." die Ruine an die Bundeskammer der gewerblichen Wirtschaft, die in der Folge hier ein neues Bürohaus errichten ließ.


Generali-Bürohaus

Das Generali-Bürohaus wurde 1986-1988 nach Plänen von Hübner & Partner durch den Architekten Alfred Nürnberger anstelle der beiden oben genannten Baublocks (Bauernmarkt 11 und 13) erbaut. Das Bürohaus nimmt die zur gleichen Gruppe gehörenden Unternehmen "Erste Allgemeine Versicherung", "Generali Lebensversicherung" und "Generali Rückversicherung" sowie deren Generaldirektion auf. Die Planungen begannen 1983, die Grundsteinlegung erfolgte am 24. Februar 1986. Am 26. Juni 1987 fand die Gleichenfeier statt und im Oktober 1988 wurde das Gebäude eröffnet. Während der Aushubarbeiten für die drei Tiefgeschosse stießen die Archäologen auf Baureste des Römerlagers Vindobona (Unterkünfte der ersten Kohorte, des Eliteverbands der Garnison). Der Haupteingang in der Landskrongasse (die lange Fassade ist hier nach innen geknickt) liegt in der Achse der Passage des gegenüberliegenden Hauses (1, Hoher Markt 3) und ermöglicht einen Durchblick auf den Vermählungsbrunnen. Die Fassaden sind natursteinverkleidet, in den Dachgeschossen sind Wohnungen untergebracht.

Die "Erste Allgemeine" wurde 1882 in Wien gegründet und betätigte sich von Anfang an als Unfallversicherer: Die "Generali" wurde 1831 in Triest gegründet und 1869 als "Generalagentschaft Wien" errichtet.

Gewerbe und Firmen innerhalb des Hauses im Laufe der Jahre

Bauernmarkt 11:

Generali-Bürohaus:

  • Erste Allgemeine Versicherung
  • Generali Lebensversicherung
  • Generali Rückversicherung

Literatur

  • Die Presse, 7. 10. 1988, S. 11 ff. (mit historischem Rückblick)
  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur. Band 1, 3. Teil. Wien ²1951 (Manuskript im WStLA), S. 709 f. (Bauernmarkt 11) und 742-750 (Bauernmarkt 13)