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Gefrorenesmann

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Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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Gefrorenesmann (Gfrornesmann), Straßentype.

Angeblich erzeugte der Sizilianer Francesco Procopio 1675 in Paris erstmalig "Gefrorenes" in seiner heutigen, festen Form. In Wien wurde es erst nach der Zweiten Türkenbelagerung bekannt (Ende 17. Jahrhundert.), blieb aber anfangs als Spezialität dem Adel vorbehalten. Mitte des 18. Jahrhunderts konnte man Frucht- und Schokoladeeis auch bereits in den Limonadehütten der Innenstadt konsumieren, doch behinderte der hohe Preis (12-30 Kreuzer pro Becher) eine weitere Verbreitung.

Die eigentlichen Erzeuger waren meist Italiener. Sie waren es, die dazu übergingen, das Eis (das noch ohne Maschinen per Hand erzeugt wurde) im Straßenverkauf mit kleinen rot-weiß gestrichenen Wägelchen anzubieten und die Kunden mittels einer kleinen Glocke anzulocken. Einige Eissorten (meist Himbeer-, Vanille-, Zitronen- und Schokoladeeis) wurden in gekühlten Steingutgefäßen mitgeführt, aus denen das Eis mittels einer Hornspachtel herausgeholt und in "Stanitzeln" verkauft wurde. Der größere Umsatz drückte die Preise je nach der Größe der Portion auf 2-5 Kreuzer.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der die Straßen abfahrende Gefrorenesmann (nicht zuletzt aus hygienienischen Gründen) allmählich, nach dem Zweiten Weltkrieg endgültig von den Eissalons verdrängt.