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Friedrich III.

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Ausschnitt von der Goldbulle der Pancarta (1460).
Personenname Friedrich III.
Abweichende Namensform
Titel römisch-deutscher Kaiser
Geschlecht männlich
GND
Geburtsdatum 21.09.1415
Geburtsort Innsbruck
Sterbedatum 19.08.1493
Sterbeort Linz
Begräbnisdatum
Friedhof Hochgrab im südlichen Chor der Stephanskirche; Friedrichsgrab
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Regent
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche Friedrichstraße
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
Letzte Änderung am  17.01.2017 durch DYN\krabina
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Bildname Pancarta 11 12.21..siegel,vorderseite, Ausschnitt.jpg
Bildunterschrift  Ausschnitt von der Goldbulle der Pancarta (1460).
Bildquelle WStLA, HA - Urkunden, U3: 45
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0

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Friedrich III., * 21. September 1415 Innsbruck, † 19. August 1493 Linz (zunächst in der Herzogsgruft, 1513 in das Hochgrab im südlichen Chor der Stephanskirche [ Friedrichsgrab ] umgebettet), römisch-deutscher Kaiser (Krönung 1452 in Rom; als Herzog Friedrich V., als deutscher König Friedrich IV.), Gattin (16. März 1452 Rom) Eleonore Helena († 3. September 1476), Tochter König Eduards von Portugal.

Sohn Erzherzog Ernsts „des Eisernen" und seiner Gattin Cimburgis von Masowien, stand Friedrich III. nach dem Tod seines Vaters 1424-1434 unter Vormundschaft, wurde dann Herzog von Steiermark und Kärnten und 1440 anstelle des verstorbenen Albrecht II. deutscher König (Friedrich IV.) sowie Vormund von Albrechts nachgeborenen Sohn Ladislaus Postumus, des Erben Österreichs. 1447 49 ließ er im Zuge baulicher Veränderungen in der Burg die Burgkapelle neu erbauen. Am 19. März 1452 wurde Friedrich III. in Rom von Papst Nikolaus V. zum Kaiser gekrönt (Friedrich III.). Am 6. Jänner 1453 bestätigte er das Privilegium maius. Nach der Rückkehr von der Krönung und der Hochzeitsfeier mußte er Ladislaus freigeben; dessen nominelle Regentschaft in Österreich wurde abwechselnd von Ulrich II. Graf von Cilli und dem österreichischen Adeligen Ulrich von Eitzing ausgeübt. [Für weitere Details siehe den Artikel zum Thema Erbfolgekriege um Ladislaus Postumus.]

Nach Ladislaus' Tod (23. November 1457) wurde Friedrich III. auch Landesherr in Österreich, geriet aber bald in Konflikt mit seinem Bruder Albrecht VI., siehe Streit um die Thronfolge nach dem Tod des Königs Ladislaus Postumus. Friedrich sicherte sich die Herrschaft über Wien sowie Österreich unter der Enns.

1462 wurde Friedrich III. von den Wienern unter Bürgermeister Wolfgang Holzer in der Wiener Burg belagert und musste die Stadt seinem Bruder überlassen. Erst nach Albrechts VI. Tod (2. Dezember 1463) kam es zu einer vorübergehenden Befriedung des Landes. 1468 unternahm Friedrich III. eine zweite Romreise. Am 18. Jänner gewährte ihm Papst Paul II. die Erlaubnis zur Gründung der Bistümer Wien und Wiener Neustadt.Die Auslieferung des Ladislaus, vor allem aber die Belagerung in der Burg ließen Friedrich seine Wiener Residenz meiden. Ab 1477 kam es zu Auseinandersetzungen mit dem Ungarnkönig Matthias Corvinus, der bereits 1470 zu - missglückten - Friedensverhandlungen Wien besucht hatte. Am 28. Mai 1485 eroberte er Wien und starb hier am 6. April 1490; im selben Jahr gewann Friedrichs Sohn Erzherzog Maximilian Wien zurück. Die Wirren jener Zeit haben der Stadt zwar zeitweise selbständiges politisches Handeln ermöglicht, sie andererseits aber allmählich wirtschaftlich ruiniert.

1460 bestätigte Friedrich in der so genannten Pancarta der Stadt Wien ihre Privilegien. Die Bedeutung unterstreicht einerseits die Bestätigung der Urkunde mit einer Goldbulle, andererseits die extra angefertigte zugehörige Lederschatulle. 1461 gewährte Friedrich III. der Stadt zum Dank für die damalige Unterstützung eine Wappenbesserung (Doppeladler; Wappenbrief). 1469 konnte er bei Papst Paul II. die Errichtung des Bistums Wien erwirken (Realisierung erst 1480 unter Papst Sixtus IV.). 1480 genehmigte er die Errichtung einer Salzkammer. Der wichtigste außenpolitische Erfolg Friedrichs war die Verheiratung seines Sohns (und Nachfolgers) Maximilian (Kaiser 1493-1519) mit Maria, Erbin von Burgund (19. August 1477).

Friedrich III. gab bei Niclas Gerhaert van Leyden sein Grabmal in Auftrag, das im Südchor des Stephansdoms aufgestellt und 1517 vollendet wurde. Im Zuge von Aushubarbeiten beim Stephansdom wurde 1443 der berühmte Mammut-Knochen gefunden und mit Friedrichs Devise "A.E.I.O.U." und der Jahreszahl der Entdeckung versehen.

Friedrich wurde zunächst am 28. August in der Grablege der österreichischen Fürsten in der Stephanskirche beigesetzt. Am 5. und 6. Dezember fanden in Wien unter der Teilnahme zahlreicher Kurfürsten sowie geistlicher und weltlicher Herren das Begräbnis statt. Chor und Langhaus der Kirche wurden mit schwarzen Tüchern verhüllt, außerdem 583 Kerzen entzündet.

Lebensgroße Statue Friedrichs von Theodor Friedl in einer Fassadennische des Hauses 1, Lugeck 4 (Bäckerstraße 1; Gedenktafel), wo im Mittelalter der Regensburger Hof mit seinen Repräsentationsräumen stand, die von der Stadt für Empfänge und Festlichkeiten benützt wurden; 1470 wurde Friedrich III. hier von Niklas Teschler empfangen. Friedrichstraße.


Literatur

  • Biographisches Wörterbuch zur deutschen Geschichte. Begründet von Hellmuth Rössler und Günther Franz, bearbeitet von Karl Bosl [u.a.]. München: A. Francke 1973-1975
  • Walter Kleindel: Das große Buch der Österreicher. 4500 Personendarstellungen in Wort und Bild, Namen, Daten, Fakten. Unter Mitarbeit von Hans Veigl. Wien: Kremayr & Scheriau 1987
  • Brigitte Hamann [Hg.]: Die Habsburger. Ein biographisches Lexikon. Wien: Ueberreuter 1988
  • Erwin Heinzel: Lexikon historischer Ereignisse und Personen in Kunst, Literatur und Musik. Wien: Hollink 1956
  • Erich Zöllner: Geschichte Österreichs. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Wien / München: Österreichischer Bundesverlag [u.a.] 8 1990, Register
  • Wiener Geschichtsblätter 48 (1993), Heft 2 und 3 (Sonderhefte anläßlich des 500. Todestags)
  • Alphons Lhotsky: Kaiser Friedrich III. Sein Leben und seine Persönlichkeit. In: Alphons Lhotsky: Aufsätze und Vorträge. Hg. von Hans Wagner und Heinrich Koller. Band 2: Das Haus Habsburg. Wien: Verlag für Geschichte und Politik 1971, S. 119 ff.
  • Alphons Lhotsky: AEIOU. Die „Devise" Kaiser Friedrichs III. und sein Notizbuch. In: Alphons Lhotsky: Aufsätze und Vorträge. Hg. von Hans Wagner und Heinrich Koller. Band 2: Das Haus Habsburg. Wien: Verlag für Geschichte und Politik 1971, S. 164 ff.
  • Alphons Lhotsky: Die Bibliothek Kaiser Ferdinands III. und seines Sohnes Maximilians I. In: Alphons Lhotsky: Aufsätze und Vorträge. Hg. von Hans Wagner und Heinrich Koller. Band 2: Das Haus Habsburg 1971, S. 239 ff.
  • Ausstellung Friedrich III. - Kaiserresidenz Wiener Neustadt. St. Peter an der Sperr, Wiener Neustadt 28. Mai bis 30. Oktober 1966. Wien: Amt der Niederösterreichischen Landesregierung (Kulturreferat) [1966] (Katalog des Niederösterreichischen Landesmuseums, Neue Folge 29)
  • Bernd Rill: Friedrich III. Habsburgs europäischer Durchbruch. Graz / Wien [u.a.]: Verlag Styria 1987
  • Karl Nehring: Matthias Corvinus, Kaiser Friedrich III. und das Reich. Zum hunyadisch-habsburgischen Gegensatz im Donauraum. München: Oldenbourg 1975
  • Johannes Joss / Anna Hedwig Benna: Das Kaisergrab in St. Stephan: Kenotaph oder Grab Friedrichs III. Zu den Untersuchungen im März 1969. In: Wiener Geschichtsblätter 24 (1969), S. 493 ff.
  • Wiener Geschichtsblätter 25 (1970), S. 22 ff., S. 43 ff.
  • Felix Czeike: I. Innere Stadt. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1983 (Wiener Bezirkskulturführer, 1), S. 97 (Lugeck 4)
  • zum 500. Todestag Kaiser Friedrichs III. In: Wiener Geschichtsblätter 48 (1993), Heft 2 (darin: Brigitte Haller-Reiffenstein: Zu den Aufenthalten Friedrichs III. in Wien) und Heft 3
  • Ferdinand Opll: Nachrichten aus dem mittelalterlichen Wien. Zeitgenossen berichten. 1995