Friedrich I. der Schöne

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Personenname Friedrich I. der Schöne
Abweichende Namensform Friedrich der Schöne
Titel Herzog von Österreich und Steiermark, römisch-deutscher König
Geschlecht männlich
GND
Geburtsdatum 1289
Geburtsort
Sterbedatum 13.01.1330
Sterbeort Burg Gutenstein an der Piesting, Niederösterreich
Begräbnisdatum
Friedhof Herzogsgruft St. Stephan
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Regent
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
Letzte Änderung am  1.09.2016 durch WIEN1\lanm08swa
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NameVerwandtschaftsgrad
Albrecht II. (Österreich)Bruder
Albrecht I. (Österreich)Vater
Otto der FröhlicheBruder

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Friedrich I. der Schöne, * 1289 Wien (?), † 13. Jänner 1330 auf Burg Gutenstein an der Piesting, Niederösterreich (Kartause Mauerbach, seit 1789 [nach Aufhebung der Kartause durch Joseph II.] Herzogsgruft St. Stephan), Herzog von Österreich und Steiermark, römisch-deutscher König, Gattin (1314) lsabel (Elisabeth), Tochter König Jaymes II. von Aragon, ältester Sohn Albrechts I.

1306 wurde ihm die Verwaltung der habsburgerischen Länder übertragen (als sein Bruder Rudolf III. König von Böhmen wurde); seine Bewerbung um die böhmische Krone nach dem frühen Tod seines Bruders konnte nach der Ermordung seines Vaters (1308) nicht weiter verfolgt werden. 1309 erhielt er mit seinen Brüdern Leopold I., Heinrich, Otto und Albrecht II. die schriftliche Gesamtbelehnung, doch kam es im selben Jahr zu einem Aufstand gegen die habsburgerische Herrschaft, vornehmlich in Wien; er wurde von Hubmeister Konrad Haarmarkter im Namen Friedrichs niedergeschlagen, das Strafgericht traf vor allem die Familie der Haimonen. Friedrich unterlag 1313 bei Gammelsdorf gegen Ludwig den Bayern im Kampf um die deutsche Krone, wurde jedoch 1314 bei Sachsenhausen von einem Teil der Kurfürsten zum Gegenkönig geweiht.

Verhältnis zu Wien

Bereits bei der Belehnung Friedrichs mit Wien versuchen vereinzelte Wiener Bürger dies zu verhindern. Es wurde ein Anschlag gegen Wien vorbereitet, wo die jungen Herzoge Heinrich und Otto weilten, allerdings konnte der Hubmeister Wiens dies vereiteln. Die Aufrührer und ihre Unterstützer werden aus der Stadt vertrieben, nur durch das Eingreifen von Geistlichen konnte weitere Gewalt verhindert werden, allerdings kommt es einige Zeit lang zu Verwüstungen des städtischen Umlandes durch die Opposition gegen den Habsburger. Schließlich kann der Landeshauptmann der Steiermark den Aufstand niederwerfen. Im Gegensatz zum Aufstand der Wiener Patrizier 1288 hatte die Opposition allerdings keine breite Basis im Volk. Als Friedrich 1310 nach Wien zurückkehrte, ging er mit großer Strenge gegen die Aufrührer vor und hielt am 1. Februar Gericht über all jene, die sich mit den österreichischen Ministerialen verschworen hatten. So verhing er sowohl Todesstrafen als auch Blendungen und das Herausreißen der Zunge als Strafe. 1314 kam er abermals nach Wien, um eine Versammlung abzuhalten, bei der er sich von seinen Verwandten - König Karl von Ungarn, Herzog Heinrich von Kärnten. seiner herzöglichen Brüder, seiner Schwester Agnes, der ehemaligen Königin von Ungarn, seiner Schwester - sowie zahlreichen Grafen, Baronen und Edlen und dem Erzbischof Wichard von Salzburg deren Unterstützung bei der bevorstehenden Königswahl versprechen ließ. 1316 überließ er den Wiener Bürgern ein Haus mit Kapelle aus dem nach dem Aufstand 1309 konfiszierten Besitz der Haimonen. Im Haus wurde nach 1333 das neue Rathaus untergebracht. Als ihm 1319 der Durchzug seiner Truppen durch Regensburg verwehrt wurde, übte er Rache an den in Wien ansässigen Regensburgern aus, in dem er ihre Gewandläden ausrauben ließ. 1322 unterlag er Ludwig dem Bayer bei Mühldorf/Inn und blieb bis 1326 auf Burg Trausnitz (Oberpfalz) in Gefangenschaft. 1325 kehrte er nach Wien zurück, stiftete 1327 (nachdem er schon 1313 die Kartause Mauerbach, Niederösterreich, begründet hatte) das Stadtkloster der Augustiner (das bald zu einer besonderen Stätte der Wissenspflege wurde), zog sich dann aber aufgrund seiner angeschlagenen Gesundheit mehr und mehr von den Regierungsgeschäften zurück.

Seine bald nach ihm verstorbene Witwe trug wesentlich zum Ausbau des Minoritenklosters bei. Ein von Friedrich zwischen 1327 und 1330 gestiftetes Spital vor dem Werdertor wurde nicht weitergeführt, das Vermögen ging nach 1330 an das Martinsspital, auf dem Areal siedelten 1360 die Karmeliter. Seine letzten Lebensjahre verbrachte Friedrich in Gutenstein.

Literatur

  • Brigitte Hamann [Hg.]: Die Habsburger. Ein biographisches Lexikon. Wien: Ueberreuter 1988
  • Erwin Heinzel: Lexikon historischer Ereignisse und Personen in Kunst, Literatur und Musik. Wien: Hollink 1956
  • Alphons Lhotsky: Geschichte Österreichs seit der Mitte des 13. Jahrhunderts (1281 - 1358). Graz / Wien / Köln: Böhlau 1967 (Geschichte Österreichs, 2,1 ), S. 169 ff.
  • Erich Zöllner: Geschichte Österreichs. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Wien / München: Österreichischer Bundesverlag [u.a.] 8 1990, Register