Franz Schubert

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Personenname Schubert, Franz
Abweichende Namensform Schubert, Franz Peter
Titel
Geschlecht männlich
GND 118610961
Geburtsdatum 31.01.1797
Geburtsort Wien
Sterbedatum 19.11.1828
Sterbeort Wien
Begräbnisdatum 27.09.1888
Friedhof Zentralfriedhof
Grabstelle Gruppe 32 A, Nummer 28
Ehrengrab
Beruf Komponist
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche Franz-Schubert-Gasse (13), Franz-Schubert-Gasse (23, Rodaun), Franz-Schubert-Gasse (23, Siebenhirten), Franz-Schubert-Straße, Franz-Schubert-Weg, Schubertgasse, Schubertring, Schubertstraße (10), Schubertstraße (14, Hadersdorf), Schubertstraße (22)
Denkmal Schubertdenkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
Letzte Änderung am  25.06.2016 durch WIEN1\lanm08wuc
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Art der AdresseBezirkStraßeHausnummer
Wohnadresse3Erdbergstraße17
Wohnadresse1Spiegelgasse9
Wohnadresse1Tuchlauben20
Wohnadresse4Technikerstraße9
Geburtsadresse9Nußdorfer Straße54
Wohnadresse1Tuchlauben14
Wohnadresse9Säulengasse3
Sterbeadresse4Kettenbrückengasse6

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NameBeziehung
Antonio SalieriLehrer

Franz Peter Schubert, * 31. Jänner 1797 Himmelpfortgrund, Obere Hauptstraße 42 (letzte Numeration 72 Zum roten Krebs, 9, Nußdorfer Straße 54; Gedenktafel), † 19. November 1828 Wieden (4, Kettenbrückengasse 6 [Gedenkraum des Historischen Museums der Stadt Wien; Gedenktafel, enthüllt 1869]; Einsegnung am 21. November 1828 in der Josefskirche [5], wobei unter Leitung von Domkapellmeister Gänsbacher eine Trauermotette und das von Schubert vertonte "Pax vobiscum" nach einem von Schober gedichteten Text gesungen wurden [Gedenktafel, enthüllt 1928]; Währinger Ortsfriedhof [Bestattung neben Ludwig van Beethoven; Grabstein im heutigen Schubertpark an der ursprünglichen Stelle erhalten], nach dessen Auflassung [September 1888] Überführung in ein Ehrengrab auf dem Zentralfriedhof [Gruppe 32 A, Nummer 28; Grabdenkmal von Carl Kundmann, Architektur von Theophil Hansen), Komponist.

Biographie

Franz Schubert wurde am 31. Jänner 1797 am Himmelpfortgrund als Sohn des Schulmeisters Franz Theodor Schubert geboren und am 1. Februar 1797 in der Lichtentaler Pfarrkirche "Zu den 14 Nothelfern" (9, Marktgasse 40) getauft (Gedenktafel mit Marmorrelief von Robert Ullmann, enthüllt 1928).

Schubert besuchte das von den Piaristen geleitete Akademische Gymnasium (damals 1, Bäckerstraße 20), war Sängerknabe in der Konviktschule des Stephansdoms (Universitätsplatz 796; 1, Dr.-Ignaz-Seipel-Platz 1). Bei Hofkapellmeister Antonio Salieri erhielt er Unterricht im Generalbass. Schubert absolvierte die Lehrerausbildung in der Normalhauptschule St. Anna im Jesuitenkloster in der Annagasse (heute 3-3a) und war 1814-1818 Schulgehilfe bei seinem Vater, in dessen Haus (9, Säulengasse 3; Gedenktafel, enthüllt 19. November 1913) er lebte und die Vertonung seiner 55 Goethe-Lieder mit dem "Gretchen am Spinnrad" begann; im väterlichen Haus entstanden auch das "Heideröslein", die zweite, dritte, vierte und fünfte Symphonie, der "Erlkönig" und andere Werke. Für die Lichtentaler Pfarrkirche, in der er längere Zeit Organist war, schrieb Schubert 1814 die F-Dur-Messe und 1815 die G-Dur-Messe, die beide dort ihre Erstaufführung erlebten. Die F-Dur-Messe kam danach auch in der Augustiner-Hofkapelle zur Aufführung. 1816 wohnte Schubert (nachdem er das Elternhaus verlassen hatte) vorübergehend in einem Zimmer bei Heinrich Watteroth (3, Erdbergstraße 17), wo auch sein Freund Josef von Spaun lebte (der Hoftrakt [spätes 18. Jahrhundert] ist erhalten, der Gassentrakt wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört; Schubert wohnte im Wohnturm des Hoftrakts); im Garten erklang am 24. Juli 1816 erstmals die Kantate "Prometheus" (Gedenktafel, enthüllt 1923). Am 1. März 1818 trat Schubert in 1, Renngasse 1 erstmals als Komponist an die Öffentlichkeit (Gedenktafel).

Ab 1818 lebte er (ausgenommen kurze Musiklehrertätigkeit beim Graf Esterházy in Zelesz 1818 und 1824) als freischaffender Komponist. Nach 1818 wohnte er, von seinem Freund Franz von Schober unterstützt, in dessen Wohnung 1, Tuchlauben 20, Landskrongasse 5. Dort entstanden unter anderem "Der Wanderer", "Der Tod und das Mädchen", "An die Musik", das "Wiegenlied". Am 14. Jänner 1820 wurden "Die Zwillinge", eine Posse mit Gesang, im Kärntnertortheater, am 19. August 1820 die "Zauberharfe", ein Zauberstück, im Theater an der Wien mit der von Schubert komponierten Musik aufgeführt. 1821 war die Drucklegung des "Erlkönig", später entstanden weitere Liederhefte. 1822/1823 wohnte Schubert wieder bei Schober, diesmal 1, Spiegelgasse 9, wo er die h-Moll-Symphonie, die Hofoperndirektor Johann Herbeck der Nachwelt bewahrte (Gedenktafel), schrieb. 1823 schuf er nach Texten von Wilhelm Müller den Liederzyklus "Die schöne Müllerin". Am 20. Dezember 1823 war die Erstaufführung von Wilhelmina von Chezys "Rosamunde", zu der Schubert die Musik komponiert hatte. Landaufenthalte in Gesellschaft von Freunden oder des Sängers Johann Michael Vogl, der sich in besonderem Maß der Lieder Schuberts annahm, unterbrachen das Leben in Wien. 1825/1826 wohnte Schubert auf der Wieden (4, Technikerstraße 9; Gedenktafel) unweit von seinem Freund Schwind (Technikerstraße 1); dort schrieb er die Gesänge aus "Wilhelm Meister" (Gedenktafel). 1826 bewarb er sich erfolglos um die Stelle eines Vizehofkapellmeisters. 1827/1828 hatte er bei Schober 1, Tuchlaube 14 (zweiter Stock), sein vorletztes Quartier. 1828 komponierte er zur Glockenweihe für die Kirche "Zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit" (8, Alser Straße bei 17) den Hymnus "Glaube, Hoffnung, Liebe" (Gedenktafel mit Bronzerelief von Richard Tautenhayn). Am 26. März 1828 veranstaltete Schubert das erste und einzige Konzert im Musikvereinssaal; wenige Monate danach starb er, als Untermieter bei seinem Bruder Ferdinand wohnend, an Typhus.

Von den sieben Messen, acht Symphonien, 17 Ouvertüren, 15 Streichquartetten, 22 kleinen Sonaten, zahlreichen Tänzen und Liedern wurden vor allem die rund 6.000 Liedkompositionen überwiegend im Rahmen der sogenannten Schubertiaden geschaffen und uraufgeführt. Zu Schuberts Stammlokalen gehörten unter anderem die Gaststätten "Zum blauen Igel" (1, Tuchlauben 18, Wildpretmarkt 5), "Zu den drei Hacken" (1, Singerstraße 28; Gedenktafel), "Zum alten Blumenstock" (1, Ballgasse 3) und die "Mehlgrube" (1, Neuer Markt 5). 1961 eröffnete der ehemalige Fernsehkoch Franz Zimmer, Inhaber einer Kochschule und Chefkoch bei Kaiser Haile Selassie in Addis Abbeba, das Restaurant "Schubertstüberln" (1, Schreyvogelgasse).

Franz-Schubert-Gasse (13, Mauer, 23, Rodaun, 23, Siebenhirten), Franz-Schubert-Straße, Franz-Schubert-Weg, Schubertbrunnen, Schubertbund, Schubertbüsten, Schubertdenkmal, Schubertgasse, Schubert-Gedenkstätten, Schubertiade, Schubertlinde, Schubertpark (18; drei weitere Parks in 23, Inzersdorf, Kalksburg und Mauer), Schubertring, Schubertschule, Schubertstraße (10, Oberlaa, 14, Hadersdorf, 22, Eßling), Schubert-Wohnhäuser


Literatur

  • Carl Dahlhaus / Hans Heinrich Eggebrecht [Hg.]: Brockhaus-Riemann-Musiklexikon. Mainz [u.a.]: Schott 1989
  • Neue österreichische Biographie. 1815–1918. Band 12. Wien [u.a.]: Amalthea-Verlag 1935
  • Hugo Riemann: Riemann Musiklexikon. In drei Bänden. Personenteil L-Z. Mainz: Schott 1961 (Werkverzeichnis, umfassendes Literaturverzeichnis)
  • Gerhard Renner: Die Nachlässe in der Wiener Stadt- und Landesbibliothek. Wien 1993
  • Maurice J. E. Brown. In: Walter Pollak [Hg.]: Tausend Jahre Österreich. Eine biographische Chronik. Band 2: Vom Biedermeier bis zur Gründung der modernen Parteien. Wien / München: Jugend & Volk 1973, S. 96 ff.
  • Rudolf Klein: Schubertstätten. Wien: Lafite 1972 (Literaturauswahl sowie Listen der Wohnungen, Adressen und Gaststätten)
  • Ernst Hilmar / Otto Brusatti: Franz Schubert. Ausstellung der Wiener Stadt- und Landesbibliothek zum 150. Todestag des Komponisten. Katalog. Wien: Universal Edition 1978
  • Otto Biba [Katalog]: Franz Schubert und seine Zeit. Ausstellung im Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien vom 17. Oktober bis 22. Dezember 1978. Wien: Gesellschaft der Musikfreunde 1978
  • Franz Schubert und seine Zeit. Katalog Gesellschaft der Musikfreunde. Wien: Ges. für Musikfreunde 1978
  • Schubert in Niederösterreich. St. Pölten: Histor. Museum 1978
  • Ernst Hilmar: Franz Schubert in seiner Zeit. Wien: Böhlau 1985
  • Franz Grasberger/ Othmar Wessely [Hgg.]: Schubert-Studien. In: Sitzungs-Bericht der philosophisch-historischen Klasse 341 (1978)
  • Otto Erich Deutsch: Franz Schubert. Die Dokumente seines Lebens. Kassel: Bärenreiter 1964
  • Otto Erich Deutsch: Schubert und Währing. In: Währing. Ein Heimatbuch des 18. Wiener Gemeindebezirks. Wien: Selbstverlag Währinger Heimatkunde 1923-1925, S. 595 ff.
  • Otto Erich Deutsch/ Werner Aderholt: Franz Schubert. Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge. In: Neue Ausgabe Sämtlicher Werke, Serie VIII/4. Kassel: Bärenreiter 1978
  • Helmut Kretschmer: Wiener Musikergedenkstätten. Wien: Jugend & Volk ²1990, S. 99 f. (Gedenkstätten)
  • Pfarre Lichtental [Hg.]: Franz Schubert und die Pfarrkirche Lichtental. Wien: Pfarre Lichtental 1978
  • Erwin Heinzel: Lexikon historischer Ereignisse und Personen in Kunst, Literatur und Musik. Wien: Hollink 1956, S. 393 ff.
  • Marcel Prawy: Geschichte und Geschichten der Wiener Staatsoper. Wien [u.a.]: Molden 1969, Register
  • Fritz Racek: Von den Schuberthandschriften der Stadtbibliothek. In: Wiener Schriften 4 (1956), S. 98 ff.
  • Ernst Hilmar: Verzeichnis der Schubert-Handschriften in der Musiksammlung der Wiener Stadt- und Landesbibliothek. Kassel: Bärenreiter 1978
  • Ernst Hilmar/ Otto Brusatti [Hgg.]: Franz Schubert. Katalog Wiener Stadt- und Landesbibliothek. Kassel: Bärenreiter 1978
  • Elizabeth Norman McKay: Franz Schubert's Music for the Theatre. Foreword by Claudio Abbado. In: Veröffentlichungen des Internationalen Franz Schubert Instituts 5 (1991)
  • Anton Neumayr: Musik & Medizin 1 (1987), S. 189 ff.
  • Karl Hilscher: Meidling. Wiens 12. Gemeindebezirk. Wien: Jugend & Volk 1923, S. 210 f.
  • Währing. Ein Heimatbuch des 18. Wiener Gemeindebezirks. Wien: Selbstverlag Währinger Heimatkunde 1923-1925, S. 573 f., S. 622
  • Döbling. Eine Heimatkunde des 19. Wiener Bezirkes in drei Bänden. Hg. von Döblinger Lehrern. Wien: Selbstverlag der Arbeitsgemeinschaft "Heimatkunde Döbling" 1922, Register
  • Julius Röder: Ahnentafel des Tondichters Franz Schubert. In: Sudetendeutsche Familienforschung 10 (1937/1938), Heft 2, S. 71
  • Schubert-Stammtafel (Hg. vom Heimatmuseum Alsergrund), 1973
  • Bruno Hampel: Neues zu Schuberts mütterlicher Verwandtschaft. In: Adler 2 (1952), S. 242
  • Josef Bergauer: Das klingende Wien. Erinnerungsstätten berühmter Tondichter. Wien: Günther 1946, Register
  • Josef Bergauer: Auf den Spuren berühmter Menschen in Wien. Wien: Österreichischer Bundesverlag für Unterricht, Wissenschaft und Kunst 1949, Register
  • Penzinger Museumsblätter 49, S. 15
  • Briefmarkenabhandlung der Postdirektion anläßlich des Erscheinens von österreichischen Briefmarken, 03.11.1978
  • Hans Markl: Kennst du alle berühmten Gedenkstätten Wiens? Wien [u.a.]: Pechan 1959 (Perlenreihe, 1008), Register
  • Hans Markl: Die Gedenktafeln Wiens. Wien: ABZ-Verlag 1949, Register
  • Hans Markl: Kennst du die berühmten letzten Ruhestätten auf den Wiener Friedhöfen? Band 1: Zentralfriedhof und Krematorium (Urnenhain). Wien: Pechan 1961, S. 91
  • Verwaltungs-Bericht, 28.03.1923, S. 1360 (Grabstein in Währing)
  • Gerhardt Kapner: Freiplastik in Wien. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1970, S. 394, S. 469
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 1: Geschichte, historische Hilfswissenschaften, Festungswerke und Kriegswesen, Rechtswesen, Kulturgeschichte, Sittengeschichte. Wien: Touristik-Verlag 1947, S. 382
  • Kurier, 16.11.2014, S. 22