Franz Olah

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Personenname Olah, Ferdinand
Abweichende Namensform Olah, Franz Ferdinand
Titel
Geschlecht männlich
GND 118937308
Geburtsdatum 13.03.1910
Geburtsort Wien
Sterbedatum 04.09.2009
Sterbeort Baden
Begräbnisdatum 25.09.2009
Friedhof Stadtpfarrfriedhof Baden
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Klavierbauer, Politiker
Parteizugehörigkeit Demokratische Fortschrittliche Partei - Wahlgemeinschaft Franz Olah, Sozialdemokratische Partei Österreichs, Sozialistische Partei Österreichs
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche
Denkmal
Quelle Gedenktage, POLAR
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FunktionFunktion vonFunktion bis
VIzepräsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes19551959
Bezirksobmann-Stellvertreter der SPÖ Hernals19451947
Abgeordneter zum Nationalrat (ohne Parteizugehörigkeit)4 November 196430 März 1966
Abgeordneter zum Nationalrat14 Dezember 19624 November 1964
Bezirksobmann der SPÖ Hernals1947
Abgeordneter zum Wiener Landtag und Mitglied des Wiener Gemeinderats (DFP)6 Juni 196923 Juni 1970
Mitglied der Sozialistischen Jugend1926
Mitglied des Landesparteivorstandes der SPÖ Wien1948
Abgeordneter zum Nationalrat (SPÖ)30 Oktober 194826 Oktober 1961
Gründung der Demokratischen Fortschrittlichen Partei (DFP)
Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes19591963
Vorsitzender der Gewerkschaft der Bau- und Holzarbeiter19491957
Abgeordneter zum Wiener Landtag und Mitglied des Wiener Gemeinderats (SPÖ)13 Dezember 194510 Dezember 1948
Bundesminister für Inneres27 März 196321 September 1964
Mitglied des Bundesvorstandes des Österreichischen Gewerkschaftsbundes
Politischer Vertrauensmann der SDAP Hernals1929
2. Präsident des Nationalrates9 Juni 195926 Oktober 1961
AuszeichnungVerleihungÜbernahme
Julius-Raab-Medaille2008
Großes Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien20 November 19898 Januar 1990
Großes Goldenes Ehrenzeichen mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich29 März 2005

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Franz Olah, * 13. März 1910 Wien, † 4. September 2009 Baden, Klavierbauer, Politiker.

Er befand sich 1933, 1934 und 1935 sowie 1937 und 1938 aus politischen Gründen in Haft. Er wurde von 1938 bis 1945, gleichfalls aus politischen Gründen, in verschiedenen Konzentrationslagern interniert. 1950 beteiligte sich Olah aktiv an der Niederschlagung der kommunistischen Streikbewegung, die in der Öffentlichkeit auch als KPÖ-Putschversuch eingestuft wurde. Später wurde Olah zum Präsidenten des Österreichischen Gewerkschaftsbundes gewählt und war für die SPÖ in den Bundesregierungen Gorbach II und Klaus I vom 27. März 1963 bis zum 21. September 1964 Innenminister.

Er wurde 1964 - in Zusammenhang mit der Veruntreuung von Gewerkschaftsgeldern, die zum Aufbau von parteiunabhängigen Zeitungen gedient haben sollen - aus der SPÖ ausgeschlossen und gründete daraufhin eine eigene Partei, die Demokratisch-Fortschrittliche Partei (DFP), auf die nach der Nationalratswahl 1966 jedoch kein Mandat entfiel. Seine Partei erhielt aber bei der Wiener Gemeinderatswahl 1969 drei Mandate.

Olah wollte als Spitzenkandidat der DFP sein Gemeinderatsmandat antreten. Dagegen sprach die damalige Wiener Regel, dass schon die Einleitung eines Strafverfahrens das Ruhen des Gemeinderatsmandates bewirkt. Da Olah bei der Eröffnungssitzung des neuen Gemeinderates am 13. Juni 1969 die Aufforderung von Bürgermeister Bruno Marek, den Gemeinderatssitzungssaal zu verlassen, nicht befolgte, wurde er in dessen Auftrag von uniformierten Rathauswächtern aus dem Saal getragen. Der von Olah angerufene Verfassungsgerichtshof erklärte später Olahs Hinauswurf und die Bestimmungen, auf denen er beruhte, als verfassungswidrig.

In seiner Strafsache wurde Olah 1969 zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt, womit seine politische Tätigkeit endete.

Die SPÖ stand Olah nach längerer Zeit nicht mehr ablehnend gegenüber. Unter Bürgermeister Helmut Zilk wurde ihm 1989 / 1990 das höchste Ehrenzeichen des Landes Wien verliehen. 2005 wurde Olah unter der konservativen Bundesregierung Schüssel als 95-Jähriger von Bundespräsident Heinz Fischer mit dem höchsten Ehrenzeichen der Republik Österreich ausgezeichnet.

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