Felix Salten

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Legitimation der Vereinigung der Auslandskorrespondenten in Wien für Felix Salten (1932)
Personenname Salten, Felix
Abweichende Namensform Salzmann, Siegmund
Titel
Geschlecht männlich
GND 118840819
Geburtsdatum 06.09.1869
Geburtsort Pest, Ungarn
Sterbedatum 08.10.1945
Sterbeort Zürich, Schweiz
Begräbnisdatum
Friedhof Zürich, Israelitischer Friedhof Unterer Friesenberg
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Schriftsteller, Journalist, Kabarettist, Kunstkritiker
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass Wienbibliothek im Rathaus
Verkehrsfläche Saltenstraße
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
Letzte Änderung am  7.04.2017 durch WIEN1\lanm09was
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Bildname Felixsalten-ausweis.jpg
Bildunterschrift  Legitimation der Vereinigung der Auslandskorrespondenten in Wien für Felix Salten (1932)
Bildquelle Wienbibliothek im Rathaus, Handschriftensammlung, Nachlass Felix Salten
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0
FunktionFunktion vonFunktion bis
Präsident des PEN-Clubs26 März 1938
AuszeichnungVerleihungÜbernahme
Bürger der Stadt Wien14 März 1930
Art der AdresseBezirkStraßeHausnummer
Wohnadresse8Kochgasse32
Wohnadresse9Porzellangasse45
Wohnadresse19Armbrustergasse4
Wohnadresse18Colloredogasse26
Wohnadresse18Währinger Straße14
Wohnadresse9Berggasse13
Wohnadresse9Sensengasse5
NameVerwandtschaftsgrad
Veit WylerSchwiegersohn
Anna Katharina SaltenTochter
Ottilie MetzeiesGattin
Lea WylerEnkelin

Es wurden noch keine Beziehungen zu dieser Person erfasst!

Felix Salten (Pseudonym für Siegmund Salzmann; schrieb auch unter zahlreichen anderen Pseudonymen), * 6. September 1869 Pest, Ungarn (Budapest), † 8. Oktober 1945 Zürich, Schriftsteller, Gattin (1902) Ottilie Metzeies (* 7. März 1868 Prag, † 22. Juni 1942 Zürich).

Biographie

Felix Salten wurde am 6. September 1869 als Siegmund Salzmann im ungarischen Pest geboren. Er entstammte einer Rabbinerfamilie. Salten wandte sich frühzeitig dem Journalismus zu, schrieb ab 1885 Beiträge für die "Kunstchronik", wurde dann Mitarbeiter bei der Zeitschrift "An der schönen blauen Donau" und ab 1894 bei der "Zeit". Bald schrieb er für alle jene literarischen Periodika, die sich um die Durchsetzung der "Moderne" bemühten (Moderne Dichtung, Moderne Rundschau, Wiener Literaturzeitung). 1893-1898 war er Burgtheaterreferent und Feuilletonist der "Wiener Allgemeinen Zeitung". Das literarische Debüt feierte er 1899 mit dem im Wiener Verlag erschienenen Novellenband "Die Hinterbliebene". Ab etwa 1900 schrieb Salten für alle wichtigen Zeitungen und Zeitschriften Österreichs und Deutschlands. 1902 gründete er das Kabarett "Jung-Wiener Theater Zum Lieben Augustin", 1906 wurde er Chefredakteur der "Berliner Morgenpost", kehrte aber 1910 nach Wien zurück, trat 1914 in die Redaktion des "Fremden-Blatts" ein und wurde im selben Jahr Sonntagsfeuilletonist der Neuen Wiener Presse. Er verkehrte vor dem Ersten Weltkrieg gerne in den Literatencafés Central und Griensteidl (wo er einmal Karl Kraus ohrfeigte), daraufhin öfter im Café Landtmann.

Portrait von Felix Salten in Medaillonform

Salten gehörte mit Altenberg, Beer-Hoffmann, Hofmannsthal und Schnitzler zum Kreis "Junges Wien" um Hermann Bahr. Während des Kriegs arbeitete er im Kriegsarchiv in der Stiftkaserne. Außerdem schrieb Salten Erzählungen, Novellen (Die Hinterbliebene, 1900; Herr Wenzel auf Rehberg und sein Knecht Kaspar Dinckel, 1907), Romane (Die kleine Veronika, 1905; Wurstelprater, 1911; Das Burgtheater, 1922; Mizzi, 1932), Volksstücke und Filmdrehbücher. Seine Verfasserschaft des anonym erschienenen Romans "Josefine Mutzenbacher oder die Geschichte einer Wienerischen Dirne, von ihr selbst erzählt" kann als gesichert gelten. Salten wohnte 18, Währinger Straße 14 (1892-1898), 9, Sensengasse 5 (1899/1900), 8, Kochgasse 32 (1901/1902), 9, Porzellangasse 45 (1903-1907), 19, Armbrustergasse 4 (1908-1910) und 18, Cottagegasse 37-Colloredogasse 26 (1911-1939), vor dem Ersten Weltkrieg auch noch 9, Berggasse 13.

Am 17. April 1939 erfolgte seine Abmeldung nach Zürich. Das Exil bot für Felix Salten vielerlei Unbill. Wie beinahe allen geflohenen Schriftstellerinnen und Schriftstellern war auch ihm die Ausübung seines Berufs verboten. Selbst durch gelegentliche Arbeiten für Schweizer Zeitungen konnte er das schmale Budget nicht aufbessern. Daher besann sich Salten erneut auf seinen literarischen Dauerbrenner "Bambi", mit dem er den endgültigen Durchbruch als literarischer Star erreicht hatte und das durch die Verfilmung von Walt Disney im Jahr 1942 eine nicht mehr überbietbare Berühmtheit erlangen sollte. Im Exil 1940 erschien die Fortsetzung "Bambis Kinder" im Züricher Verlag von Albert Müller. Dort kamen in der Folge auch weitere Tierbücher Saltens auf den Markt, nämlich "Renni, der Retter. Das Leben eines Kriegshundes" (1941), "Die Jugend des Eichhörnchens Perri" (1942) oder "Djibi das Kätzchen" (1945). Salten war Naturliebhaber und Jäger und hatte in seinen Revieren in Stockerau und Unterach am Attersee viel Zeit für die Beobachtung der Tiere aufgewendet.

Das Grab des überzeugten Zionisten, der 1925 den Bericht seiner Palästina-Reise unter dem Titel "Neue Menschen auf alter Erde" vorgelegt hatte, findet sich auf dem israelitischen Friedhof Unterer Friesenberg in Zürich. Der Nachlass wurde 2015 von der Wienbibliothek im Rathaus aus Familienbesitz erworben.

Bürger der Stadt Wien (14. März 1930). Saltenstraße.

Literatur

  • Ludwig Eisenberg: Das geistige Wien. Künstler- und Schriftsteller-Lexikon, Mittheilungen über Wiener Architekten, Bildhauer, Bühnenkünstler, Graphiker, Journalisten, Maler, Musiker und Schriftsteller. Wien: Daberkow 1889-1892
  • Das Jahrbuch der Wiener Gesellschaft. Biographische Beiträge zur Wiener Zeitgeschichte. Hrsg. von Franz Planer. Wien: F. Planer 1929
  • Wilhelm Kosch: Deutsches Theaterlexikon. Biographisches und bibliographisches Handbuch. Band 1,1: A-Eisenbart. Wien: F. Kleinmayr 1953
  • Österreichisches biographisches Lexikon 1815 – 1950. Hg. von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften / Wien/Graz: Böhlau 1954 - lfd. (Werk- und Literaturverzeichnis)
  • Isabella Ackerl / Friedrich Weissensteiner: Österreichisches Personenlexikon [der Ersten und Zweiten Republik]. Wien: Ueberreuter 1992
  • Peter Ernst: Wiener Literaturgedenkstätten. Hg. von Felix Czeike. Wien: J & V-Edition Wien-Verlag 1990
  • Dieter Schmutzer: Wienerisch g'redt. Geschichte der Wiener Mundartdichtung. Wien: Der Apfel 1993, S. 340 ff.
  • Murray G. Hall / Gerhard Renner: Handbuch der Nachlässe und Sammlungen österreichischer Autoren. Wien [ u.a.]: Böhlau 1992 (Literatur in der Geschichte, Geschichte in der Literatur, 23)
  • Gerhard Renner: Die Nachlässe in der Wiener Stadt- und Landesbibliothek. Wien 1993
  • Moriz Schlesinger: Das verlorene Paradies. Ein improvisiertes Leben in Wien um 1900. Wien: Picus 1993, S. 233
  • Das Heimatmuseum Alsergrund. Mitteilungsblatt des Museumsvereines Alsergrund 137 (1994), S. 15
  • Hanns Jäger-Sunstenau: Die Ehrenbürger und Bürger ehrenhalber der Stadt Wien. Wien: Deuticke 1992 (Forschungen und Beiträge zur Wiener Stadtgeschichte, 23), S. 84
  • Karl Albrecht-Weinberger / Felicitas Heimann-Jelinek [Red.]: Judentum in Wien. Katalog. Wien: Eigenverlag 1987 (Sonderausstellung des Historischen Museums der Stadt Wien, 108)
  • Christine Klusacek / Kurt Stimmer: Währing. Vom Ganserlberg zum Schafberg. Wien: Mohl 1989, S. 115 f.
  • Kurt Riedmüller: Felix Salten als Mensch, Dichter und Kritiker. Diss. Univ. Wien. Wien 1949
  • Nachlass von "Bambi"-Autor Salten gesichert. Die Wienbibliothek hat den Nachlass des österreichischen Exilschriftstellers Felix Salten erworben [Stand: 07.04.2017]
  • Siegfried Mattl / Werner Michael Schwarz [Hg.]: Felix Salten. Schriftsteller - Journalist - Exilant. Wien: Holzhausen 2006 (Wiener Persönlichkeiten, V)

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