Erste Türkenbelagerung (1529): Unterschied zwischen den Versionen

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Die veraltete [[Ringmauer]] wurde ab 1531 durch eine moderne [[Stadtbefestigung]] ([[Bastei|Basteien]]) ersetzt; der angrenzende Teil des Vorstadtgeländes wurde Bauverbotszone ([[Glacis]]). Befestigungsanlagen und Glacis unterstanden nicht mehr der Stadt, sondern den landesfürstlichen Militärbehörden. [[Meldeman-Plan (1530)|Rundplan]] von [[Niklas Meldeman]].
  
 
== Literatur ==
 
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Version vom 4. November 2015, 14:20 Uhr

Art des Ereignisses Türkenbelagerung
Datum von 27.09.1529
Datum bis 14.10.1529
Objektbezug
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
Letzte Änderung am  4.11.2015 durch DYN\elwu
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Türkenbelagerung, erste (1529).

Vorgeschichte

Am 29. August 1527 vernichtete ein türkisches Heer unter dem Befehl von Sultan Suleiman das ungarische Heer bei Mohács; König Ludwig II. aus dem Haus Jagiello fiel. Ein Teil der ungarischen Stände wählte am 11. November 1526 Johann Szapolyai, ein anderer Teil am 17. Dezember 1526 den Habsburger Erzherzog Ferdinand (I.) zum ungarischen König. Szapolyai wurde am 21. August 1527 bei Tokaj besiegt und verbündete sich daraufhin am 29. Februar 1528 mit den Türken, die ihm Hilfe gegen Ferdinand versprachen. Dessen Gegenmaßnahmen waren: Aufgebote aus seinen deutschen und böhmischen Erbländern, Bestellung Niklas Graf Salms zum obersten Feldhauptmann (31. März 1528), Bewilligung eines Truppenkontingents des Heiligen Römischen Reichs (unter Pfalzgraf Friedrich bei Rhein) auf dem Reichstag zu Speyer (März/April 1529); auch Spanien schickte ein Truppenkontingent.

Verlauf

Am 10. Mai 1529 brach das 150.000 Mann starke türkische Heer (davon 60.000 Mann Troß) unter dem Oberbefehl von Sultan Suleiman und Großwesir Ibrahim in Stambul auf, eroberte am 17. Juli Belgrad und am 8. September Ofen, überschritt am 22. September die österreichische Grenze und erreichte mit der Vorhut am 23. September beim Niklaskloster (3) die Vorstadt Landstraße.

Inzwischen hatte der Kriegsrat in Wien am 20. September die Zerstörung der Vorstädte beschlossen; viele Wiener flüchteten (darunter auch einige Ratsmitglieder), wogegen Bürgermeister Wolfgang Treu mit dem Rest des Rats in Wien ausharrte. Am 25./26. September trafen Großwesir und Sultan vor Wien ein (die Zeltstadt Suleimans entstand beim Neugebäude). Am 25. September gelangte im letzten Moment ein Teil der Reichstruppen unter Pfalzgraf Philipp (Neffe des Pfalzgrafen Friedrich) in die Stadt; der Rest blieb bei Krems stehen. Wiens Besatzung bestand aus 17.000 Mann (davon 12.000 aus Erbländern [einschließlich Spaniens], 5.000 aus dem Reich).

Am 27. September brannten türkische Schiffe die Donaubrücke nieder. Ihr Angriffziel war vor allem der Kärntner Turm, der von Eck von Reischach (Reischachstraße) verteidigt wurde. Außerdem konzentrierten sie sich auf die Beschießung der Stadt und auf die Sprengung von Minen aus vorgetriebenen unterirdischen Stollen. Am 6. Oktober mißglückte ein Ausfall der Verteidiger, am 9., 12. und 14. Oktober (Verwundung Salms) scheiterten Sturmangriffe der Türken. Daraufhin begann am 14. Oktober der Abzug des türkischen Heers.


Nachwirkung

Die veraltete Ringmauer wurde ab 1531 durch eine moderne Stadtbefestigung (Basteien) ersetzt; der angrenzende Teil des Vorstadtgeländes wurde Bauverbotszone (Glacis). Befestigungsanlagen und Glacis unterstanden nicht mehr der Stadt, sondern den landesfürstlichen Militärbehörden. Rundplan von Niklas Meldeman.

Literatur

  • Ferdinand Stöller: Soliman vor Wien. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Wien 9/10 (1929/30), S. 11 ff.
  • Walter Hummelberger: Wiens erste Belagerung durch die Türken. In: Militärhistorische Schriftenreihe 33 (1976)
  • Günter Düriegl [Red.]: Wien 1529 - die erste Türkenbelagerung. Wien: Böhlau 1979 (Katalog zur Sonderausstellung des Historischen Museums der Stadt Wien, 62)
  • Walter Sturminger: Bibliographie und Ikonographie der Türkenbelagerungen Wiens 1529 und 1683. In: Veröffentlichungen der Kommision für neuere Geschichte Österreichs 41 (1955)
  • Peter Csendes: Erinnerungen an Wiens Türkenjahre. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1983 (Wiener Bezirkskulturführer, 29)