Ernst Lothar

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Ernst Lothar (1963)
Personenname Lothar, Ernst
Abweichende Namensform Müller, Ernst Lothar
Titel Dr.iur., Hofrat
Geschlecht männlich
GND 118574523
Geburtsdatum 25.10.1890
Geburtsort Brünn, Mähren
Sterbedatum 30.10.1974
Sterbeort Wien
Begräbnisdatum 06.11.1974
Friedhof Zentralfriedhof Ehrengräber;
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Schriftsteller, Regisseur
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
Letzte Änderung am  9.03.2018 durch WIEN1\lanm09bum
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Bildname Ernstlothar.jpg
Bildunterschrift  Ernst Lothar (1963)
Bildquelle WStLA, Fotos des Presse- und Informationsdienstes, FC1: 63168/1
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0

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AuszeichnungVerleihungÜbernahme
Preis der Stadt Wien für Literatur1963
Ehrenmedaille der Stadt Wien in Gold7 Oktober 1960
Josef Kainz-Medaille der Stadt Wien20 September 1960
Art der AdresseBezirkStraßeHausnummer
Sterbeadresse9Pelikangasse15
NameVerwandtschaftsgrad
Robert Müller (Schriftsteller)Bruder
Hans Müller-EinigenBruder

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Lothar Ernst (eigentlich Ernst Lothar Müller), * 25. Oktober 1890 Brünn, Mähren (Brno, Tschechische Republik), † 30. Oktober 1974 Wien 9, Pelikangasse 15 (Zentralfriedhof Ehrengrab, Gruppe 32C, Nummer 37), Schriftsteller, Regisseur, Gattin Adrienne Gessner, Bruder von Hans Müller-Einingen.

Biografie

Studierte an der Universität (Dr. jur. 1914) und arbeitete 1917-1924 als Staatsanwalt beziehungsweise Hofrat im Handelsministerium. 1925-1933 war er bei der NFP (Neue Freie Presse) Theater- und Literaturkritiker, 1933-1935 Gastregisseur am Burgtheater und 1935-1938 als Nachfolger Max Reinhardts Direktor des Theaters in der Josefstadt. 1938 flüchtete er über die Schweiz in die USA, gründete in New York das "Austrian Theater" und lehrte in Colorado als Professor vergleichende Literaturwissenschaften. Am 11. Juni 1946 kehrte er nach Wien zurück, arbeitete bis 1962 wieder als Regisseur am Burgtheater (wo er sich österreichischen Autoren, wie Hofmannsthal und Schnitzler annahm), am Theater in der Josefstadt und bei den Salzburger Festspielen. Lothar war Stammgast im Café Landtmann. Er veröffentlichte Gedichte, Novellen und Romane (darunter Macht über alle Menschen [Trilogie], 1921-1925; Der Hellseher, 1929; Der Kampf um das Herz, 1930; Eine Frau wie viele, 1934; Heldenplatz, 1945; Der Engel mit der Posaune [1943; Film 1948]; Die Rückkehr, 1949; Die Zeugin, 1951; Macht und Ohnmacht des Theaters, 1968); 1960 erschien die Autobiographie "Das Wunder des Überlebens", 1961-1968 kamen "Ausgewählte Werke" heraus (6 Bände). Im Vorraum der Foyer-Galerie des Burgtheaters (Volksgartenseite) befindet sich die Totenmaske Lothars (abgenommen von Wander Bertoni). Bauernfeldpreis; Preis der Stadt Wien für Literatur (1963).

Literatur

  • Hans Giebisch / Gustav Gugitz: Bio-Bibliographisches Literaturlexikon Österreichs von den Anfängen bis zur Gegenwart. Wien: Hollinek 1963 (Werkverzeichnis)
  • Heribert Sturm: Biographisches Lexikon zur Geschichte der böhmischen Länder. München: Oldenbourg 1974 - lfd.
  • Werner Röder / Herbert A. Strauss: Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933 / International biographical dictionary of Central European émigrés 1933-1945. Hg. vom Institut für Zeitgeschichte München und von der Research Foundation for Jewish Immigration. München [u.a.]: Saur 1980-1999
  • Das Jahrbuch der Wiener Gesellschaft. Biographische Beiträge zur Wiener Zeitgeschichte. Hg. von Franz Planer. Wien: F. Planer 1929
  • Robert Teichl: Österreicher der Gegenwart. Lexikon schöpferischer und schaffender Zeitgenossen. Wien: Verlag der Österreichischen Staatsdruckerei 1951
  • Murray G. Hall / Gerhard Renner: Handbuch der Nachlässe und Sammlungen österreichischer Autoren. Wien [ u.a.]: Böhlau 1992 (Literatur in der Geschichte, Geschichte in der Literatur, 23)
  • Lebendige Stadt. Almanach. Band 10. Wien: Amt für Kultur, Volksbildung und Schulverwaltung der Stadt Wien 1963, S. 152 f.
  • Peter Ernst: Wiener Literaturgedenkstätten. Hg. von Felix Czeike. Wien: J & V-Edition Wien-Verlag 1990, S. 83
  • Kürschners biographisches Theater-Handbuch. Hg. von Herbert A. Frenzel [u.a.]. Berlin: de Gruyter 1956
  • Josef Fraenkel: The Jews of Austria. London: Vallentine 1967
  • Die Vertreibung des Geistigen aus Österreich. Zur Kulturpolitik des Nationalsozialismus. [Zusammenstellung der Ausstellung: Hochschule für Angewandte Kunst in Wien. Katalog: Gabriele Koller ... Für den Inhalt verantwortlich: Oswald Oberhuber]. Wien: Zentralsparkasse 1982, S. 279
  • Marcel Prawy: Geschichte und Geschichten der Wiener Staatsoper. Wien [u.a.]: Molden 1969, S. 155
  • Harry Zohn: "...ich bin ein Sohn der deutschen Sprache nur...". Jüdisches Erbe in der österreichischen Literatur. Wien [u.a.]: Amalthea-Verlag 1986, S. 164 ff.
  • Kurier, 24.10.1970
  • Rathaus-Korrespondenz. Wien: Presse- und Informationsdienst, 21.10.1950, 23.10.1965