Erhardkirche

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Art des Bauwerks Sakralbau
Jahr von 1450
Jahr bis
Andere Bezeichnung Zum heiligen Erhard, Zum heiligen Andreas
Frühere Bezeichnung
Benannt nach Erhard
Einlagezahl
Architekt Clemens Holzmeister, Paul Troger, Franz Xaver Wagenschön, Giovanni Giuliani, Rudolf Holzinger, Walter Ritter, Leopold Schmid (Maler)
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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BezirkStraßeHausnummer
23Speisinger Straße
23Endresstraße100

frühere Adressierung

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Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Erhardkirche (23, Endresstraße bei 100, Ecke Speisinger Straße; Maurer Pfarrkirche [seit 1783] „Zum heiligen Erhard"). Das spätmittelalterliche Grundherrengeschlecht der Eckartsauer begründete um 1450 die Erhardskapelle, von der sich der Wehrturm und das gotische Presbyterium (heute Seitenkapelle) erhalten haben. Der Versuch des Wiener Bischofs, Mauer 1532 zu einer selbständigen Pfarre zu erheben, scheiterte am Widerstand des Atzgersdorfer Pfarrers. Neben der (spätgotischen) Kirche „Zum heiligen Erhard" gab es noch die Burgkapelle „Zum heiligen Andreas". Am 11. November 1783 erfolgte die Pfarrerhebung, ab 1796 übte der (neue) Inhaber der Herrschaft Mauer, der Hof- und Kammerjuwelier Franz Edler von Mack, die Patronatsrechte aus. 1786 wurde der Maurer Friedhof geweiht. 1934-1936 wurde die Kirche durch Clemens Holzmeister erweitert und nach Nord-Süd (bis dahin West-Ost) ausgerichtet (Weihe 14. November 1936). Der Kirchturm (unten gotisch, jedoch barock gestaltet) wurde beibehalten, die spätgotische Apsis wurde zur Seitenkapelle, ein neuer großer Saalraum Kirchenzentrum. Von der Innenausstattung des alten Gotteshauses erhielten sich der Hochaltar (Paul Troger zugeschriebenes Bild mit Darstellungen der Verehrung der Heiligen Dreifaltigkeit und des Kirchenpatrons), die beiden Bilder mit den vier Kirchenvätern und den vier Evangelisten von Franz Xaver Wagenschön (1760) und eine Pietà von Giovanni Giuliani (1710). Zu den Kirchenschätzen zählt eine Sonnenmonstranz (1707), gestiftet vom Heiligenkreuzer Abt Gerard Weixelberger, einem gebürtigen Maurer. Das linke Glasfenster des Presbyteriums zeigt den heiligen Erhard. An der Neugestaltung der Kirche waren Albert Paris Gütersloh und Rudolf Holzinger (Glasfenster und Mosaiken), Walter Ritter (Kreuz) und Leopold Schmid (Mosaiken an der Außenfront der Speisinger Straße [heiliger Leopold, heiliger Josef, heilige Maria, heilige Elisabeth]) beteiligt.

Literatur

  • Wolfgang J. Bandion: Steinerne Zeugen des Glaubens. Die Heiligen Stätten der Stadt Wien. Wien: Herold 1989, S. 477 f.
  • Katalog zur Sonderausstellung des Historischen Museums der Stadt Wien. Band 92. Wien, S. 108 f.
  • Ferdinand Opll: Liesing. Geschichte des 23. Wiener Gemeindebezirkes und seiner alten Orte. Wien: Jugend & Volk 1982 (Wiener Heimatkunde, 23), S. 151 f.
  • Topographie von Niederösterreich. Band 6. Wien: Verlag des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich, S. 258 ff.
  • Ferdinand Opll: XXIII. Liesing. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1981 (Wiener Bezirkskulturführer, 23), S. 29 f.