Elisabeth Orth

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Personenname Orth, Elisabeth
Abweichende Namensform Hörbiger, Elisabeth
Titel Kammerschauspielerin
Geschlecht weiblich
GND 132350351
Geburtsdatum 08.02.1936
Geburtsort Wien
Sterbedatum
Sterbeort
Begräbnisdatum
Friedhof
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Schauspielerin
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche
Denkmal
Quelle Gedenktage, Gedenktage-GW
Letzte Änderung am  12.11.2015 durch WIEN1\lanm09was
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FunktionFunktion vonFunktion bis
Doyenne des Wiener Burgtheaters15 Januar 2015
AuszeichnungVerleihungÜbernahme
Bundes-Ehrenzeichen für Toleranz und Menschenrechte, bm:uk, Wien2009
Else Wolgemuth-Ring11 März 1981
ORF Hörspielpreis in der Kategorie Schauspieler/-in des Jahres2009
Großer Hersfeld-Preis1964
Ehrenmitglied des Burgtheaters31 Oktober 2014
Josef Kainz-Medaille der Stadt Wien5 Februar 1982
Nestroy-Preis beste Schauspielerin2015
Wiener Ehrenmedaille in Gold19 Juni 199130 September 1991
Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien13 Juni 20069 Oktober 2006

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NameVerwandtschaftsgrad
Hanns ObonyaGatte
Attila HörbigerVater
Paula WesselyMutter
Christiane HörbigerSchwester
Maresa HörbigerSchwester
Cornelius ObonyaSohn

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Es wurden noch keine Objekte nach dieser Person benannt!

Elisabeth Orth, * 8. Februar 1936 Wien. Schauspielerin

Biographie

Elisabeth Orth wurde als Tochter Paula Wesselys und Attila Hörbigers geboren.

Ihre Berufslaufbahn begann sie als Filmcutterin, daneben studierte sie Sprachen und versuchte sich als Regieassistentin, ehe sie das Max Reinhardt-Seminar absolvierte. Sie übernahm als Künstlernamen den Mädchennamen ihrer Großmutter mütterlicherseits: Orth. Neben dem Schauspielstudium trat sie an verschiedenen Wiener Bühnen auf: 1958 am Volkstheater in "Sieh und staune!" von John Patrick und 1959 im Theater der Courage in "Tran" von Eugene O’ Neill. Ihre erste Rolle an einer größeren Bühne übernahm sie in Ulm in Schillers "Jungfrau von Orleans" (1960/61). In Folge spielte sie am Münchner Residenztheater die Titelrolle in "Miss Sara Sampson". Daneben kamen weitere interessante Rollen auf sie zu, etwa die Emilia Galotti oder die Protagonistin in O’Caseys "Der Rebell, der keiner war". Nach einem kurzen Zwischenspiel an den Kölner Städtischen Bühnen debütierte Elisabeth Orth am 21. Oktober 1965 im Wiener Burgtheater als Luise in Leopold Lindtbergs Inszenierung von Schillers "Kabale und Liebe". 1968 wurde sie fixes Ensemblemitglied des Burgtheaters und blieb es, obwohl sie 1995 bis 1999 an der Berliner Schaubühne engagiert war, bis heute. Unter der Direktion von Klaus Bachler kehrte sie ganz wieder ans Wiener Burgtheater zurück und spielte u. a. in Euripides/Raoul Schrotts "Die Bakchen", in Marlowes "Der Jude von Malta", in "Onkel Wanja" von Tschechow, in Kleists "Das Käthchen von Heilbronn", in Schillers "Maria Stuart" (die Elisabeth), in Tschechows "Der Kirschgarten" (Charlotte Ivanowa). 2005 war sie in Grillparzers „König Ottokars Glück und Ende“ in der Regie von Martin Kušej als Margarethe zu sehen. 2007 spielte sie gemeinsam mit Peter Simonischek im Beziehungsdrama "Gehasste Geliebte" das Liebespaar Arthur Schnitzler und Adele Sandrock. 2013 besetzte sie Andrea Breth als vom Schicksal gebrochene Ophelia in Shakespeares “Hamlet“. 2014 brachten die Salzburger Festspiele in einer Koproduktion mit dem Burgtheater “Die letzten Tage der Menschheit“ zur Aufführung. Elisabeth Orth übernahm in dieser Dramatisierung mehrere Rollen.

2009 las sie bei der Ruhrtriennale Texte von Else Lasker-Schüler. Bei den Salzburger Festspielen war sie u.a. Gabriele Wegrat in Arthur Schnitzlers “Der einsame Weg“ (Regie: Thomas Langhoff, 1987), Frau Wahl in Schnitzlers “Das weite Land“ (Regie: Andrea Breth, 2002) und Gräfin Bork in Kleists Prinz “Friedrich von Homburg“ (Regie: Andrea Breth, 2012). Im “Jedermann“ verkörperte sie die Guten Werke (1972) und den Glauben (1990 bis 1993).

Neben ihrem Bühnenengagement war Orth auch für Film und Fernsehen tätig: So spielte sie u.a. in Reinhard Schwabenitzkys "Der Einstand" (1977), in Michael Hanekes Zweiteiler "Lemminge" (1978), in Klaus Maria Brandauers "Georg Elser – Einer aus Deutschland" (1989), in den Schwarzenberger-Komödien "Single Bells" (1997) und "O Palmenbaum" (2000) sowie unter der Regie von Benoit Jacquot 2003 in dem hochkarätig besetzten zweiteiligen Historienfilm "Marie Bonaparte" und 2004 an der Seite von Ruth Drexel in "Die Heilerin" (Regie: Holger Barthel). Weiters präsentierte Elisabeth Orth von 1985 bis 1994 die ORF-Sendung "Schatzhaus Österreich". 2008 spielt sie in Urs Odermatts Verfilmung von Taboris „Mein Kampf“, 2014 im Fernsehfilm “Clara Immerwahr“ von Harald Sicheritz.

Im Kino war sie unter anderem in Stefan Ruzowitzkys preisgekröntem Heimatdrama "Die Siebtelbauern" (1997) zu sehen. Von 1979 bis 2000 war sie zudem als Kolumnistin der Wochenzeitung "Die Furche" tätig.

Elisabeth Orth macht aber nicht nur als Schauspielerin von sich reden, sondern auch durch ihr sozialpolitisches Engagement gegen Antisemitismus und Ausländerfeindlichkeit. So ist sie als Präsidentin der "Aktion gegen den Antisemitismus" ebenso aktiv wie als Mitinitiatorin der "Demokratischen Offensive", nahm 1993 am Lichtermeer und 1999 am "Blinklichtermeer" teil. Im Jänner las sie gemeinsam mit Peter Matić bei der Gedenkveranstaltung „Gemeinsam gegen den Terror“ die Erklärung der Bundesregierung.

Neben zahlreichen Auszeichnungen wie dem Kritikerpreis Bad Hersfeld und dem Bayerischen Staatspreis erhielt Elisabeth Orth von Judith Holzmeister den Liselotte-Schreiner-Ring. Im Jahr 2006 erhielt sie das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien, 2010 wurde Orth mit dem Preis der „Hörspiel-Schauspielerin“ des Jahres 2009 ausgezeichnet. 2014 wurde sie Ehrenmitglied des Burgtheaters. Nach dem Tod Annemarie Düringers wurde Elisabeth Orth im Februar 2015 zur Doyenne des Burgtheaters ernannt.

Elisabeth Orth war mit dem Burgschauspieler Hanns Obonya bis zu dessem Tod 1978 verheiratet. Der gemeinsame Sohn Cornelius Obonya ist ebenfalls Schauspieler.

Literatur

Links