Elias Canetti

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Personenname Canetti, Elias
Abweichende Namensform
Titel Dr. phil.
Geschlecht männlich
GND 118518801
Geburtsdatum 25.07.1905
Geburtsort Rustschuk, Bulgarien
Sterbedatum 14.08.1994
Sterbeort Zürich
Begräbnisdatum
Friedhof Ehrengrab in Zürich
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Schriftsteller
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit  jüdisch
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche Canettistraße
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
Letzte Änderung am  10.01.2018 durch DYN\rabus
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AuszeichnungVerleihungÜbernahme
Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst31 Oktober 1972
Georg Büchner-Preis1972
Nobelpreis für Literatur10 Dezember 1981
Ehrenbürger der Stadt Wien26 April 198522 April 1986
Preis der Stadt Wien für Literatur16 Mai 1966
Großer Österreichischer Staatspreis für Literatur196725 Januar 1968
Art der AdresseBezirkStraßeHausnummer
Wohnadresse2Schüttelstraße
Wohnadresse13Hagenberggasse47
NameVerwandtschaftsgrad
Veza CanettiGattin

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Elias Canetti, * 25. Juli 1905 Rustschuk, Bulgarien, † 14. August 1994 Zürich, Dichter, Schriftsteller.

Biographie

Mit seinen Eltern (sephardische Juden mit spaniolischer Muttersprache) übersiedelte Elias Canetti 1911 von Bulgarien nach Manchester. Nach dem Tod des Vaters kam er 1913 nach Wien (wohnhaft 2, Schüttelstraße), lernte Deutsch und machte dieses zur Sprache seiner Literatur.

Während des Ersten Weltkriegs lebte Canetti in Zürich und Frankreich. 1924 kehrte er nach Wien zurück. Er wohnte [1927 bis 1933] im 13. Bezirk in der Hagenberggasse 47 ([Gedenktafel, enthüllt 30. Juni 1995], heute Gesundheits- und Sozialzentrum) und studierte hier Chemie (Dr. phil. 1929). Dass er 1927 Augenzeuge des Justizpalastbrands wurde, bezeichnete er später als Anlass, sich wissenschaftlich mit dem Begriff "Massen" zu beschäftigen.

1934 heiratete Elias Canetti Veza Canetti und übersiedelte im selben Jahr in deren Wohnung im 2. Bezirk in der Ferdinandstraße 29. In seinen Wiener Jahren schuf er den Roman "Die Blendung" (1935) und Theaterstücke (darunter "Hochzeit" [Drama, 1932]).

Ende der Dreißigerjahre nach England vertrieben (er wurde britischer Staatsbürger), wandte er sich zwei Jahrzehnte den anthropologischen Wurzeln des Totalitarismus zu. Nach dem Erscheinen von "Masse und Macht" (1960) erlangte er Weltruhm. 1988 verlegte Canetti seinen Hauptwohnsitz von London nach Zürich.

Nach eigenen Angaben wurde er von Karl Kraus, Franz Kafka, Robert Musil und Hermann Broch am stärksten beeinflusst. Die Autobiographie (bis 1937) in drei Büchern (Die gerettete Zunge, 1977; Die Fackel im Ohr, 1980; Das Augenspiel, 1984) kommentiert und interpretiert eine singuläre Lebens- und Werkgeschichte.

2010 wurde die Canettistraße im 10. Wiener Gemeindebezirk nach dem Schriftsteller benannt.

Werke

  • Die Fliegenpein (1992)
  • Der Ohrenzeuge (1977)
  • Das Gewissen der Worte (1975)
  • Die Stimmen von Marrakesch (1968)
  • Die Befristeten (Drama, 1956)
  • Komödie der Eitelkeit (Drama, 1953)

Quellen

Literatur

  • Ernst Bruckmüller [Hg.]: Personenlexikon Österreich. Wien: Verlagsgemeinschaft Österreich-Lexikon 2001
  • Werner Röder / Herbert A. Strauss: Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933 / International biographical dictionary of Central European émigrés 1933−1945. Hg. vom Institut für Zeitgeschichte München und von der Research Foundation for Jewish Immigration. München [u.a.]: Saur 1980−1999
  • Dagmar Barnouw: Elias Canetti zur Einführung. Hamburg: Junius 1996
  • Catherine Geoffroy / Gerald Stieg: Elias Canetti. Paris: Centre Georges Pompidou, Bibliothèque publique d'information 1995
  • Hanns Jäger-Sunstenau: Die Ehrenbürger und Bürger ehrenhalber der Stadt Wien. Wien: Deuticke 1992 (Forschungen und Beiträge zur Wiener Stadtgeschichte, 23)
  • Jürgen Manthey: Ich verfluche den Tod. Ich kann nicht anders. In: Die Zeit, 24.07.1887
  • Wochenpresse, 24.09.1985, S. 53 f.
  • Die Bühne 11 (1985), S. 50 f.
  • Friedbert Aspetsberger / Gerald Stieg [Hg.]: Elias Canetti. Blendung als Lebensform. Königstein, Taunus: Athenäum-Verlag 1985
  • Horst Bienek: Die Sprache und das Exil. In: Die Zeit, 23.10.1981
  • Profil, 19.10.1981, S. 63
  • Hans Giebisch / Gustav Gugitz: Bio-Bibliographisches Literaturlexikon Österreichs von den Anfängen bis zur Gegenwart. Wien: Hollinek 1963
  • Wilhelm Kosch: Deutsches Theaterlexikon. Biographisches und bibliographisches Handbuch. Wien: F. Kleinmayr 1953
  • Rathaus-Korrespondenz, 20.07.1990

Links