Elendbastei (1)

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Stadtbefestigung: Elendbastei (Kurtine) zwischen Fischertor und Neutorbastei, 1859
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Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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Bildunterschrift  Stadtbefestigung: Elendbastei (Kurtine) zwischen Fischertor und Neutorbastei, 1859
Bildquelle Wien Museum, Inv.Nr. 55498/8, Foto: k. k. Hof- und Staatsdruckerei Wien
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0

Elendbastei (1).

1) Ältere Elendbastei (Schottenbastei 7-11, Hohenstaufengasse 12-14, Wipplingerstraße 33-35): Sie erhielt ihren Namen nach der in der Nähe gelegenen Gegend „Im Elend" und nahm den Rayon zwischen Schottenbastei und Neutorbastei ein. Die Elendbastei wurde 1558-1561 auf Kostender deutscher Reichsstände errichtet und trug verschiedene Namen. Wegen ihres Aussehens nannte man sie auch „lange Wand" oder „Eckbastei" („Eckbastion"), 1683-1786 Elendbastei, 1821 Schottenbastei. Der Bau wurde durch die Terrainverhältnisse erschwert; unweit von ihrem Vorläufer, dem Judenturm (der als Pulverturm weiter verwendet wurde), nahm jener Steilrand seinen Anfang, der sich in einem scharfen Knie nach Osten wendet und allmählich zum Donauufer abfällt. Nach 1860 wurde die Elendbastei abgebrochen.

2) Jüngere Elendbastei (Neutorgasse 8, Werdertorgasse 4-8, Gonzagagasse 9-13, Rudolfsplatz 13): Sie wurde 1558-1561 gemeinsam mit dem kaiserlichen Arsenal und dem Neutor erbaut, weshalb sie ursprünglich Arsenalbastei hieß (bis 1602), dann Bastei beim Neuen Tor, „genant der münich" (Mönch) beziehungsweise Minnigbastei (1642-1684), später (1766-1821) Neutorbastei und schließlich (1827) Elendbastei (wogegen die unter Punkt 1 genannte ältere Elendbastei ab 1821 Schottenbastei hieß). Sie wurde 1859/1860 demoliert.

3) Kurtine an der Außenseite des Arsenals (erbaut 1563), die die Schotten- mit der Elendbastei verband. Ende 18. Jahrhundert hieß sie kurzweg Elendbastei; 1860 abgebrochen.

Literatur

  • Walter Hummelberger: Die Befestigungen Wiens. Wien [u.a.]: Zsolnay 1974 (Wiener Geschichtsbücher, 14), S. 37
  • Richard Perger: Straßen, Türme und Basteien. Das Straßennetz der Wiener City in seiner Entwicklung und seinen Namen. Wien: Deuticke 1991 (Forschungen und Beiträge zur Wiener Stadtgeschichte, 22)
  • Ferdinand Opll: Alte Grenzen im Wiener Raum. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1986 (Kommentare zum Historischen Atlas von Wien, 4), S. 71
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 3: Allgemeine und besondere Topographie von Wien. Wien: Jugend & Volk 1956, S. 35