Eduard Sacher

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Personenname Sacher, Eduard
Abweichende Namensform
Titel
Geschlecht männlich
GND 116713739
Geburtsdatum 08.02.1843
Geburtsort Zseliz
Sterbedatum 22.11.1892
Sterbeort Wien
Begräbnisdatum
Friedhof Helenenfriedhof Baden
Grabstelle Familiengruft
Ehrengrab
Beruf Hotelier, Gastwirt
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage, Gedenktage-GW
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Art der AdresseBezirkStraßeHausnummer
Sterbeadresse1Philharmonikerstraße4
NameVerwandtschaftsgrad
Anna SacherGattin
Franz SacherVater

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Eduard Sacher, * 8. Februar 1843 Zseliz (Želiezovce, Slowakei), † 22. November 1892 Wien (Hotel Sacher), Hotelier. Gattin (21. Februar 1880) Anna Maria Sacher, Sohn des Wein- und Delikatessenhändlers Franz Sacher (1, Weihburggasse 4; Pereirapalais).

Biographie

Eduard Sacher wurde als zweiter von drei Söhnen des Franz Sacher geboren, der bereits als Kochlehrling 1832 die Sachertorte erfunden haben soll und nach der Revolution (1848) in Wien ein Delikatessengeschäft eröffnete, wo Eduard die ersten Berufserfahrungen machen konnte. Nach einer Ausbildung zum Gastronomen in Wien, Paris und London betrieb er nach seiner Rückkehr 1864 zunächst eine kleine Gastwirtschaft in Döbling, bevor er 1865 die Räume im Erdgeschoss des neu errichteten Palais Todesco mietete, um hier ein Wein- und Delikatessengeschäft mit einem angeschlossenen Restaurant nach internationalem Vorbild zu eröffnen. Wie vornehme Pariser Lokale wies auch das von Eduard Sacher "Chambres Separées" auf, in denen vor allem vertrauliche politische Angelegenheiten besprochen wurden. Seit 1871 durfte das Unternehmen den Titel "k.k. Hoflieferant für Wein und Delikatessen" führen.

Gleichzeitig betrieb Sacher auf dem Konstantinhügel, der im Zuge der Bauarbeiten für die Weltausstellung im Prater künstlich aufgeschüttet worden war, ein Café-Restaurant, in dem er unter anderem auch internationale Staatsgäste bewirtete. Während der Weltausstellung leitete er darüber hinaus auch die Buffets in der Rotunde und in der Maschinenhalle.

1876 erfolgte an der Stelle, an der bis zu seiner Demolierung 1868 das Kärntnertortheater gestanden war, die Eröffnung des Hôtel de l'Opera. 1880 erweiterte Sacher sein Lokal im Prater. Im selben Jahr heiratete er die 21-jährige Fleischhauer-Tochter Anna Fuchs. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Anna und Eduard Sacher gelang es, das Hotel in der Wiener Innenstadt als Treffpunkt der vornehmen Wiener und internationalen Gesellschaft weiter zu etablieren. 1884 war Eduard Sacher einer der Initiatoren und Präsident der ersten Wiener Kochkunstausstellung in den Räumen der Gartenbaugesellschaft. Er gründete den Unterstützungsverein der Gastwirte und Hoteliers und wurde auch dessen Präsident. Eduard Sacher starb 1892 an den Folgen einer Lungenentzündung und wurde unter reger Anteilnahme der Öffentlichkeit in der Familiengruft in Baden beigesetzt. Nach dem Tod des Gründers nannte man das Hôtel de l'Opera in Hotel Sacher um.

Quellen

  • Verlassenschaftsabhandlung: WStLA, BG Innere Stadt: A 489/92

Literatur

  • Monika Czernin: Anna Sacher und ihr Hotel. Im Wien der Jahrhundertwende. 3. Aufl. München: Penguin 2014
  • Alexandra Winkler: Sacher. Das Kochbuch. Wien: Pichler 2013
  • Leo Mazakarini / Andreas Augustin: Hotel Sacher Wien. Singapur [u.a.]: Treasury Publishing 1994 (Die berühmtesten Hotels der Welt)
  • Ernst Hagen: Hotel Sacher. In deinen Betten schlief Österreich. Wien [u.a.]: Zsolnay 1976
  • Leopold K. (Leo) Mazakarini: Das Hotel Sacher zu Wien. München: Gräfe und Unzer 1976 (Register)
  • Rudolf von Granichstaedten-Cerva / Josef Mentschl / Gustav Otruba: Altösterreichische Unternehmer. 110 Lebensbilder. Wien: Bergland-Verlag 1969 (Österreich-Reihe, 365/367), S. 101 f.
  • Emil Seeliger: Hotel Sacher in Wien. Weltgeschichte beim Souper. Berlin: Verlag für Kulturpolitik 1939
  • Biographie des Herrn Eduard Sacher, anläßlich seines 25jährigen Geschäftsjubiläums. 1891
  • Neues Wiener Tagblatt, 23.11.1892
  • Illustriertes Wiener Extrablatt, 23.11.1892
  • Fremden-Blatt, 23.11.1892

Links