Edith Kramer

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Personenname Kramer, Edith
Abweichende Namensform
Titel Dr. h.c.
Geschlecht weiblich
GND 119392097
Geburtsdatum 29.08.1916
Geburtsort Wien
Sterbedatum 21.01.2014
Sterbeort Grundlsee
Begräbnisdatum
Friedhof
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Künstlerin, Kunsttherapeutin
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche
Denkmal
Quelle
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NameVerwandtschaftsgrad
Theodor KramerOnkel

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Edith Kramer, * 29. August 1916 Wien, † 21. Jänner 2014 Grundlsee, Künstlerin, Kunsttherapeutin.

Biographie

Edith Kramer wurde am 29. August 1916 in Wien geboren. Ihr Vater, der Chemieingenieur Richard Kramer, war überzeugter Kommunist und Bruder des Dichters Theodor Kramer, die Mutter Josefine (Pepa) Kramer, geborene Neumann, war die Schwester der Schauspielerin Elisabeth Neumann. Das Mädchen wuchs in einem künstlerisch-liberalen Umfeld auf und erhielt schon 1921 Zeichenunterricht durch Trude Hammerschlag.

Von 1924 bis 1929 lebte Edith mit ihrer Mutter und ihrer Tante in Berlin. Zurück in Wien besuchte sie die Schwarzwaldschule, wo unter anderem Oskar Kokoschka, Adolf Loos und Robert Musil unterrichteten. Daneben erhielt sie weiterhin privaten Kunstunterricht.

Nach der Matura 1934 setzte Edith Kramer ihre künstlerische Ausbildung bei Friedl Dicker in Prag und Fritz Wotruba in Wien fort. Außerdem entdeckte sie ihr Interesse für Psychoanalyse. Sie unterzog sich selbst einer Analyse bei Annie Reich und besuchte die psychoanalytisch-pädagogische Arbeitsgemeinschaft.

Aufgrund des jüdischen Hintergrunds ihrer Familie musste Edith Kramer 1938 Österreich verlassen und gelangte mit einem der letzten Schiffe nach New York. Hier arbeitete sie als Handarbeitslehrerin in einer reformpädagogisch geführten Schule. Weiterhin ging sie zur ebenfalls emigrierten Annie Reich in die Psychoanalyse und war von 1943 bis zum Kriegsende in der "Defense Industry" aktiv. Sie fand eine Anstellung in der "New York Public Library", wo sie 1943 auch erstmals ihre Bilder ausstellte. 1944 nahm sie die Staatsbürgerschaft der USA an.

1948/1949 unternahm Edith Kramer eine Europareise und kehrte danach wieder in die USA zurück, um ein Kunsttherapieprogramm an der "Wiltwyck School for Boys" aufzubauen. Edith Kramer gilt als Pionierin der Kunsttherapie und war daneben auch als bildende Künstlerin tätig. In ihrer therapeutischen Arbeit widmete sie sich vor allem Kindern aus problematischen gesellschaftlichen Milieus. Die Außenseiter der Gesellschaft wie beispielsweise Menschen, die in Subway-Stationen leben, waren auch die bevorzugten Sujets der Malerin Edith Kramer.

Ab 1959 hielt sie Kurse an der "New School für Social Research". 1963 richtete sie ein Kunsttherapie-Programm an der Kinderstation des städtischen "Jacobi Hospitals" ein und arbeitete mit blinden Kindern an der "Jewish Guild of the Blind". Daneben hatte sie Lehraufträge für Kunsttherapie an Hochschulen in New York und Washington und leistete so einen Betrag zur universitären Verankerung dieser Disziplin. 1995 verbrachte sie zwei Monate als "Artist in Residence" in Perth (Australien). 1996 verlieh ihr die "Worwich University" in Vermont das Ehrendoktorat. Im selben Jahr widmete ihr die Österreichische Nationalbibliothek eine Ausstellung. Die Österreichische Botschaft in Moskau lud sie ein, 1999 in Moskau und St. Petersburg Vorlesungen und Workshops über Kunsttherapie zu halten.

1958 veröffentlichte Edith Kramer ihr erstes Buch, "Art Therapy in a Children's Community", dem 1971 "Art Therapy with Children", 1979 "Childhood and Art Therapy: Notes in Theory and Application" und 2000 die Aufsatzsammlung "Art as Therapy" folgen sollten. Außerdem stammen zahlreiche Aufsätze in Fachzeitschriften beziehungsweise Sammelbänden aus der Feder von Edith Kramer.

Auch im hohen Alter kehrte die Künstlerin immer wieder an den Grundlsee zurück, wo sie schon die Sommer ihrer Kindheit verbracht hatte.

Literatur

  • Edith Kramer. Pionierin der Kunsttherapie. Wien / Graz: Styria 2016
  • Ilse Korotin [Hg.]: biografiA. Lexikon österreichischer Frauen. Band 2. Wien [u. a.]: Böhlau 2016
  • Almuth Spiegler: Edith Kramer: Mutter der Kunsttherapie gestorben. In: Die Presse, 25.02.2014
  • Charlotte Zwieauer [Hg.]: Edith Kramer. Malerin und Kunsttherapeutin zwischen den Welten. Wien: Picus 1997
  • Zwischen den Welten. Edith Kramer: New York – Grundlsee. [Ausstellung zum 80. Geburtstag]. Wien: Österreichische Nationalbibliothek 1996
  • Wienbibliothek im Rathaus, Tagblattarchiv: Edith Kramer [TP-026971]

Links