Draskovichhaus

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Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1406
Jahr bis
Andere Bezeichnung Draschkowitzhaus, Zum goldenen Straußen
Frühere Bezeichnung
Benannt nach Draskovich
Einlagezahl
Architekt Peter Mollner
Prominente Bewohner Leopold Auenbrugger
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Paul Harrer: Wien, seine Häuser
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BezirkStraßeHausnummer
1Neuer Markt9

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt112117951821
Stadt110617701795
Stadt105718211862
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Draskovichhaus (1, Neuer Markt 9; auch Draschkowitzhaus beziehungweise "Zum goldenen Straußen", Konskriptionsnummer 1057).

Am 17. Mai 1406 wird erstmals ein Haus auf diesem Grundstück urkundlich erwähnt. Im 16. Jahrhundert wurde eine Hälfte vom Haus abgetrennt, die danach ein selbständiges Objekt bildete, das im Kapuzinerkloster aufging (siehe dort unter "Haus A"). Das hier beschriebene (halbe) Haus kam nach dem Tod seines Eigentümers, der noch minderjährig gestorben war, in den Besitz der Stadt, die es 1543 verkaufte. Im Jahr 1570 wird es erstmals unter dem Namen "Zum goldenen Straußen" verzeichnet.

Frühestens im Jahr 1666 erwarben Nikolaus Graf Draskovich und seine Gattin Christine (geboren Gräfin Nádasdy) das Gebäude, das bis 1743 im Besitz dieser Familie blieb. Laut Wilhelm Maximilian Kisch wurde unter ihm das heutige Haus errichtet. Tatsächlich wurde dieses aber erst 1788 von Peter Mollner erbaut. Es steht auf einer Grundfläche von 556 Quadratmetern. Die Fassade wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts überarbeitet. Im Inneren fällt ein zentral angeordnetes rundes Stiegenhaus auf.

Am 18. Mai 1809 starb hier der Arzt Dr. Leopold Auenbrugger Edler von Auenbrugg, der Entdecker der Perkussionsmethode.

Im ehemals zum Kapuzinergarten gehörenden Raum zwischen diesem Haus und dem Objekt Spiegelgasse 21 wurden im April 1824 drei Römergräber entdeckt. In einer Tiefe von 2,8 Metern befand sich ein aus Ziegeln der X., XIV., XV., und XXX. Legion zusammengesetzter Sarg, der ein Skelett und eine Fibel beinhaltete. Daneben lagen zwei nur in die Erde gelegte Leichen sowie eine große Fibel, ein Armband aus Bronze, Bruchstücke von Glas- und Tongefäßen, Metallplättchen mit Reliefs und ähnliches mehr.


Literatur

  • Renate Wagner-Rieger: Das Wiener Bürgerhaus des Barock und Klassizismus. Wien: Hollinek 1957 (Österreichische Heimat, 20), S. 68
  • Emmerich Siegris: Alte Wiener Hauszeichen und Ladenschilder. Wien: Burgverlag 1924, S. 80
  • Eugen Meßner: Die Innere Stadt Wien. Ein Beitrag zur Heimatkunde des I. Wiener Gemeindebezirkes. Wien: Österreichische Staatsdruckerei 1928, S. 60
  • Wilhelm Kisch: Die alten Straßen und Plätze von Wiens Vorstädten und ihre historisch interessanten Häuser. (Photomechanische Wiedergabe [der Ausgabe von 1883]). Band 1. Cosenza: Brenner 1967, S. 815
  • Hans Markl: Die Gedenktafeln Wiens. Wien: ABZ-Verlag 1949, S. 35
  • Hans Markl: Kennst du alle berühmten Gedenkstätten Wiens? Wien [u.a.]: Pechan 1959 (Perlenreihe, 1008), S. 59
  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Menschen und Kultur. Band 6, 1. Teil. Wien ²1956 (Manuskript im WStLA), S. 174-177