Dornbach (Vorort)

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Dornbach mit Anna-Kapelle (1878)
Art des Objekts Vorort
Jahr von 1150
Jahr bis 1892
Name seit
Andere Bezeichnung Dornpach, Tornbach
Frühere Bezeichnung
Benannt nach Dornbach
Bezirk 17
Lage
Verkehr
Prominente Bewohner
Besondere Bauwerke
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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Bildname Dornbach.jpg
Bildunterschrift  Dornbach mit Anna-Kapelle (1878)
Bildquelle Wienbibliothek im Rathaus, Druckschriftensammlung, d-172820/4
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0

Dornbach (17), Vorortgemeinde (Dornbach unteres Gut), in hügeliges Weinland des Alstals zwischen Heu- und Schafberg angelegtes Grabenangerdorf (Kern zwischen dem Schlosshügel von Neuwaldegg und dem Zusammenschluss von Dornbacher Straße und Alszeile; mit Gallitzinberg und Schottenwald), seit 1890/1892 mit Hernals und Neuwaldegg als 17. Bezirk (Hernals, 17. Bezirk) eingemeindet. 31 % der Gemeindefläche (mit einem prozentuell deutlich geringeren Bevölkerungsanteil) kamen im Zuge der Eingemeindung nach Wien an die Gemeinde Hadersdorf (seit 1893 Hadersdorf-Weidlingau), mit dieser dann jedoch am 15. Oktober 1938 beziehungsweise 1. Jänner 1956 zum 14. Bezirk Penzing (1. September 1954-31. Dezember 1955 Teil des 23. Bezirkes).

Die ersten urkundlichen Nachweise über das Bestehen Dornbachs reichen in die Mitte des 12. Jahrhunderts zurück (1150 Dornpach: Salzburger Urkunden-Buch II, S. 395; 1150 recte 1156/1160 Tornbach: BUB I, S. 27; 1156 Dornpach: ebenda S. 32). Damals hatte das Salzburger Benediktinerstift St. Peter bereits über ein Jahrhundert (ab 1044; Als) dank einer Schenkung Graf Sighards IV. Grundbesitz in dieser Gegend (Herrschaftssitz). 1138 wurde durch Bischof Reginbert von Passau die von Abt Balderich errichtete kleine Kapelle vergrößert und zu Ehren der Apostel Peter und Paul geweiht. Im Zuge der Entwicklung bachaufwärts wurde der dort entstandene Ortsteil Oberdornbach (Dornbach oberes Gut) genannt (Neuwaldegg).

Dornbach hatte unter den Einfällen der Ungarn (Matthias Corvinus) und Türken sehr zu leiden. Die Kirche (Dornbacher Kirche) wurde von den Türken zweimal zerstört (1529, 1683). Neben anderen Klöstern (außer St. Peter/Salzburg, das auch die Pfarre besorgte, beispielsweise St. Michael [Sulzwiese], Himmelpforte [Kreuzbühel, Tiefauwiese] und Zwettl/Niederösterreich [Wiese am Exelberg]) hatte auch das Schottenkloster (das auf der Westseite des Heubergs [Schottenwald, Schottenhof] und später in Ottakring [Schottenhof, 1777] Besitzungen hatte) Besitz erworben; Weinzehenten besaßen unter anderem St. Stephan (Propsthof), der Bischof von Passau und das Tullner Frauenkloster. Auch die Pest (1713; Bau der Annenkapelle) und die Franzoseninvasionen (1805, 1809; Einquartierungen) behinderten die Entwicklung des Orts. Im 18. und 19. Jahrhundert entstanden in Dornbach zahlreiche Villen und Bauernhäuser, die als Sommerwohnungen vermietet wurden.

Zeiselwagen und später bequemere Stellwagen (Linienverkehr für die Sommergäste ab 1825 durch den Dornbacher Fuhrwerksunternehmer Paul Konratz) sorgten für die Verkehrsverbindung nach Wien; im Vormärz war auch die Schwarzenbergsche Meierei (Pächter der Tiroler Franz Lechner, der die Kühe für den Meierhof aus Tirol mitgebracht hatte) ein beliebtes Ausflugsziel. 1865 wurde die erste Pferdetramwaylinie Wiens nach Dornbach eröffnet. 1866 wurde das Dornbacher Sommertheater eröffnet, ab 1883 spielten in der „Güldenen Waldschnepfe" die Schrammeln auf.

Häuser

  • 1539: 56
  • 1590: 55
  • 1635: 60
  • 1645: 69
  • 1660: 60
  • 1701: 69
  • 1713: 60
  • 1751: 59
  • 1780: 68
  • 1787: 67
  • 1794: 77
  • 1797: 77
  • 1814: 81
  • 1820: 79
  • 1823: 92
  • 1830: 84
  • 1846: 106
  • 1851: 101
  • 1858: 124
  • 1869: 195
  • 1880: 279
  • 1890: 342

Einwohner

  • 1695: 383
  • 1783: 549
  • 1794: 542
  • 1814: 540
  • 1823: 540
  • 1830: 762
  • 1846: 862
  • 1851: 916
  • 1858: 1.100
  • 1869: 1.571
  • 1880: 2.323
  • 1890: 3.369

Häuserschematismen

Ortsrichter

  • Liste bei Kaltenberger

Bürgermeister

  • Johann Baumgruber (1851-1853; war ab 1845 Ortsrichter)
  • Wenzel Kaufmann (1853-1855)
  • Moriz Ellsässer (1855-1864)
  • Josef Baumgruber (1864-1867)
  • Franz Konrath (1867-1882)
  • Bmstr. Franz Glaser (1882-1885)
  • Ferdinand Pasching (1885-1892; Gedenktafel 17, Dornbacher Straße 41; Paschinggasse)

Quellen

Literatur

  • Hernals. Ein Heimatbuch für den 17. Wiener Gemeindebezirk. Hg. von Hernalser Lehrern. Wien: Österr. Schulbuchverlag 1924, S. 34 ff., 136 ff.
  • Franz J. Kaltenberger: Geschichte der Ortschaften Dornbach und Neuwaldegg. 1884, S. 87 (Ortsrichterliste)
  • Topographie von Niederösterreich. Band 2. Wien: Verlag des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich, S. 340 ff.
  • Gebiets- und Namensänderungen der Stadtgemeinden Österreichs seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Hg. von Wilhelm Rausch. Bearb. durch Hermann Rafetseder. Linz: Landesverlag 1989 (Forschungen zur Geschichte der Städte und Märkte Österreichs, 2), S. 315
  • Klaus Lohrmann: Der Dornbacher Besitz der Abtei St. Peter in Salzburg. In: St. Peter zu Salzburg 582-1982. Festschrift. 1982, S. 187 ff.
  • Heinrich Weigl: Historisches Ortsnamenbuch von Niederösterreich. Band 2. Wien: Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien, S. 60
  • Adalbert Klaar: Die Siedlungsformen Wiens. Wien: Zsolnay 1971, S. 108
  • Ferdinand Opll: Erstnennung von Siedlungsnamen im Wiener Raum. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1981 (Kommentare zum Historischen Atlas von Wien, 2), S. 30
  • Elisabeth Schuster: Die Etymologie der niederösterreichischen Ortsnamen. Band 1: Einleitung, Abkürzungsverzeichnisse, Ortsnamen A bis E. Wien: Verein für Landeskunde von Niederösterreich 1989 (Historisches Ortsnamenbuch von Niederösterreich, Reihe B), S. 426
  • Robert Messner: Die Josefstadt im Vormärz. Historisch-Topographische Darstellung der westlichen Vorstädte (nördliche Hälfte) und westlichen Vororte Wiens auf Grund der Katastralvermessung. Wien: Verband der Wissenschaftlichen Gesellschaften Österreichs 1973 (Topographie von Alt-Wien, 3), S. 34 f., 87 ff., 190 ff., 256, 267 f.
  • Ferdinand Lettmayer [Hg.]: Wien um die Mitte des XX. Jahrhunderts - ein Querschnitt durch Landschaft, Geschichte, soziale und technische Einrichtungen, wirtschaftliche und politische Stellung und durch das kulturelle Leben. Wien: 1958, S. 170 ff. und Register
  • Friedrich Reischl: Die Wiener Prälatenhöfe. Wien: Selbstverlag 1919, S. 177 ff.
  • Siegfried Weyr: Wien. Zauber der Vorstadt. Wien [u.a.]: Zsolnay 1968, S. 328 ff.
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 4: Profane Topographie nach den 21 Bezirken (2.-21. Bezirk). Wien: Jugend & Volk 1958, S. 410 f.


Bevölkerungsgeschichte