Donau-City

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DC Tower 1 (2017)
Art des Objekts Grätzel
Jahr von 1996
Jahr bis
Name seit
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Bezirk 22
Lage
Verkehr Donauuferautobahn, U-Bahn
Prominente Bewohner
Besondere Bauwerke
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
Letzte Änderung am  3.08.2017 durch WIEN1\lanm08mic
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Bildname DC Tower.jpg
Bildunterschrift  DC Tower 1 (2017)
Bildquelle Christian Michlits
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Donau-City ("Vienna DC"; 22, Areal zwischen der "UNO-City" mit Konferenzzentrum im Nordosten, der entlang der Neuen Donau verlaufenden A 22 [Donauuferautobahn] im Südwesten, der am Donaupark entlang führenden Leonard-Bernstein-Straße im Nordwesten und der Wagramer Straße im Südosten).

Durch die Überdachung der A 22 wurde im oben bezeichneten Bereich bis nahe an die Neue Donau ein 17 Hektar großes Areal gewonnen, auf dem ursprünglich die noch vor dem Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa für 1995 gemeinsam mit Budapest geplante Weltausstellung abgehalten werden sollte. Nach deren Absage (in Österreich hatte sich bei einer Volksbefragung eine Mehrheit gegen die Abhaltung derselben ausgesprochen) traten die bereits zuvor angestellten Überlegungen zur "Nachnutzung" des Areals in ein konkretes Stadium (öffentlich und private Büro- und Wohngebäude, in erheblichen Ausmaß in Form von Hochhäusern).

Eigentümer und verantwortlich für die Gesamtentwicklung ist die 1992 aus der EXPO AG hervorgegangene WED ("Wiener Entwicklungsgesellschaft für den Donauraum AG"), an der die größten österreichischen Banken und Versicherungen sowie die Japanische Nomura-Gruppe beteiligt sind.

Binnen einem Jahrzehnt entstand ein urbanes Zentrum auf internationalem Niveau, das deshalb vollständig vermarktet werden konnte, weil sich ein optimaler Standort (Nähe und Öffnung zu den 2004 der Europäischen Union beigetretenen europäischen Oststaaten), ausgereifte Infrastruktur (U-Bahn-, Autobahn- und Flugplatzanschlüsse, soziale Infrastruktur, Arbeitsmarkt) mit internationalen hochwertigen Architekten, moderner Technologie sowie einem flexiblen und effizienten Flächennutzungsangebot vereinten. Adolf Krischanitz und Heinz Neumann entwarfen einen Masterplan, dessen Hauptinnovation darin bestand, dass die öffentlichen Räume auf eine städtischer Hauptebene (Fußgeherebenen) und eine darunter liegende Infrastrukturebene (auf die sich auch die Donau-City-Straße absenkt) verteilt werden.

Der Flächenwidmungs- und Bebauungsplan folgte einem Konzept von Hans Hollein und Coop Himmelb(l)au, das Wohnbaukonzept entwickelten die Architekten Roman Delugan, Michael Loudon, Hermann Czech und Margarethe Cufer (1.500 verschieden geförderte und 150 frei finanzierte Wohneinheiten). 1995 wurde mit dem Bau des Andromeda-Turms (Donau-City-Straße 6) begonnen (der als weithin sichtbares Wahrzeichen der "Donau-City" konzipiert wurde); schon bis 1998 konnte ein Drittel des (aus einer Ausschreibung hervorgegangenen) Masterplans verwirklicht werden. An der Leonard-Bernstein-Straße entstanden (Ausbaustand 2004) neben der DC-Schule (Nummer Zwei) der "Wohnpark DC" (Nummer Vier bis Sechs), der Mischek-Tower (Nummer Acht) und der Saturn-Tower (Nummer Zehn).

Zwischen dem Wohnpark und der Wagramer Straße wurden entlang der Carl-Auböck-Promenade der Ares-Tower (Donau-City-Straße 11) und das Strabag-Haus des Bauindustriellen Hans Peter Haselsteiner (Donau-City-Straße 9) erbaut sowie (außer dem erwähnten Andromedaturm) unter anderem das 2001 in Angriff genommene Konzept "Tech Gate Vienna" (Donau-City-Strße 1 und 8), ein Wissenschafts- und Technologiepark, der ab 2004 durch den von Wilhelm Holzbauer & Sepp Frank konzipierten 19-stöckigen "Tech Gate Tower", einen Hochhauskomplex, erweitert wurde, realisiert. Vorgesehen sind auch ein Doppelhochhaus nach Plänen von Peichl-Isozaki und ein Ost-West-Wirtschaftszentrum. Weitere Hochhausbauten liegen beiderseits der Wagramer Straße (Hochhaus Neue Donau, Wagramer Straße). Für die Nutzung der verbliebenen Flächen wurde ein Wettbewerb zur Überarbeitung des Master-Plans ausgeschrieben, an dem sich neben fünf anderen Architekten-Teams auch der französischen Stararchitekt Dominique Perrault beteiligte, der mit der Präzisierung seiner vorgelegten Entwürfe beauftragt wurde. Aus der Planung genommen wurde (trotz erfolgter Vorarbeit durch Hans Hollein) das Guggenheim-Museum.

Literatur

  • Der Standard, 26.02.1997
  • Projekt-Infos "Vienna DC"