Dipaulisches Stiftungshaus

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Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1589
Jahr bis
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung Schwibbogenhaus, Heidenburse
Benannt nach Ignaz di Pauli von Enzebühl
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Paul Harrer: Wien, seine Häuser
Letzte Änderung am  21.01.2017 durch DYN\krabina
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BezirkStraßeHausnummer
Innere StadtWollzeile25
Innere StadtDr.-Ignaz-Seipel-Platz3A

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt78218211862
Stadt82917951821
Stadt80317701795
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Dipaulisches Stiftungshaus (1, Wollzeile 25, Dr.-Ignaz-Seipel-Platz 3A; Konskriptionsnummer 782).

Das Dipaulische Stiftungshaus ist ein Durchhaus zwischen dem alten Universitätsplatz (Dr.-Ignaz-Seipel-Platz) und der Wollzeile. Das Schwibbogenhaus, das als Heim der Heidenburse später umgebaut und als Seminar verwendet wurde, stand hier schon im 13. Jahrhundert. Die Heidenburse befand sich allerdings auf der Seite des alten Universitätsplatzes, wo sich heute ein Teil des Hauses Dr.-Ignaz-Seipel-Platz 4 befindet. Dennoch wird auf diese an einer Gedenktafel im Durchgang des Hauses Wollzeile 25 hingewiesen.


Vorgängerbauten

Auf der der Wollzeile zugewandten Seite befanden sich ursprünglich zwei Häuser. Die erste urkundliche Erwähnung dieser Gebäude stammt aus den Jahren 1461 beziehungsweise 1454. Eines der beiden Häuser wurde 1563 vom kaiserlichen Rat und Stadtschreiber Franz Igelshofer erworben. Zwischen 1589 und 1593 wurden die beiden Gebäude baulich vereint.


Seminar der Jesuiten

Nachdem Pater Wilhelm Lamormaini durch den Stiftsbrief vom 22. Juli 1644 die Grundlage für ein neuens Seminar der Jesuiten geschaffen hatte, stiftete er hierfür dieses Gebäude gemeinsam mit dem Nachbarhaus (Stadt 783; Wollzeile 27), die er mit Geldern Ferdinands II. gekauft hatte. Zunächst beabsichtigte er, diese an Leute zu vermieten, die wohlhabende Studenten in Kost und Wohnung nehmen. Aus den Zinserträgen sollte die Renovierung und Erweiterung der beiden Gebäude finanziert werden. Später wollte er zumindest eines als Seminar verwenden, das andere sollte als Studentenherberge den alten Goldberg (Zum Goldberg) ersetzen. Als 1653 das neue Abkommen zwischen der Universität und dem Kolleg geschlossen wurde, stellten die Jesuiten das Seminar der Universität zur Verfügung. Die Gebäude blieben aber im Eigentum des Ordens, der auch die Verpflegung der vierzig von der Universität ausgewählten Stipendiaten übernahm, dafür aber finanziell entschädigt wurde. Bis ins 16. Jahrhundert wurde das Institut auch als "Seminarium musicorum" bezeichnet. In den Jahren 1724 und 1725 wurde das Seminar teils renoviert, teils neu gebaut.

Dipaulische Stiftungshaus

Nachdem im Jahr 1773 der Orden der Jesuiten aufgehoben wurde, kaufte Ignaz di Pauli von Enzebühl das Haus Stadt 782. Er vererbte es einer von ihm gegründeten Stiftung für arme Kinder und Waisen, die durch den Stiftsbrief vom 13. Februar 1794 den Namen "Ignaz di Pauli von Enzebühl Stiftung" bekam. Am 21. März 1798 ging das Haus in den Besitz der Stiftung über, aber erst 1822 wurde die k.k. niederösterreichische Kammerprokuratur im Namen der Stiftung im Grundbuch vermerkt.

Im Schwibbogendurchgang befand sich in den Sechziger- und Siebzigerjahren des 19. Jahrhunderts die Greislerei des "alten Moritz", die von den Studenten der nahen (alten) Universität viel besucht wurde.


Neubau 1901/1902

Im Jahr 1901 wurde das alte Gebäude abgebrochen. Eine Abbildung aus dieser Zeit findet sich im Illustrierten Wiener Extrablatt vom 8. Juli 1901. Das 1901/ 1902 neuerrichtete sechsgeschossige Haus diente weiter der "Ignaz di Pauli von Enzebühl Stiftung", die 1940 in "Allgemeine Armenstiftung Niederdonau" umbenannt wurde.

Kriegsschäden

Im Zweiten Weltkrieg kam es zu großen Schäden. Am 5. November 1944 wurde das angrenzende, am Durchgang zum Universitätsplatz liegende Gebäude von einer Bombe getroffen, wodurch große Teile dieses Hauses einstürzten und den Durchgang versperrten. Dabei wurde auch der hintere Trakt des Dipaulischen Stiftungshauses stärker in Mitleidenschaft gezogen.


Gewerbe und Firmen innerhalb des Hauses im Laufe der Jahre

  • Greislerei


Literatur

  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Menschen und Kultur. Band 4, 3. Teil. Wien ²1955 (Manuskript im WStLA), S. 498-501