Die Fackel

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Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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Die Fackel, Zeitschrift. Karl Kraus gründete die Fackel mit dem Ziel, mit den Mitteln der Polemik und der Satire soziale Missstände aufzuzeigen. Die Tendenz der Fackel entwickelte sich von der Gesellschafts- zur Kultur- und Sprachkritik. Wahrheitsfanatismus, das Entlarven der phrasendreschenden mächtigen Publizistik - vor allem der großbürgerlichen "Neuen Freien Presse" - waren die prägenden Linien der Fackel. Sie zählt zu den wichtigsten ästhetischen, sozial- und kulturgeschichtlichen Dokumenten der österreichischen Literatur. Die erste Nummer der kleinformatigen Zeitschrift mit dem tiefroten Umschlag erschien Anfang April 1899, anfangs im Umfang von 16 bis 32 Seiten dreimal im Monat, ab 1904 in zwangloser Folge, ab 1916 "mindestens viermal im Jahre", dafür zunehmend in oft umfangreichen Mehrfachnummern. Ab 1901 wurde die Fackel von der Druckerei Jahoda & Siegel (3, Hintere Zollamtsstraße 3) hergestellt, wo sich ab 1907 auch der Sitz des Verlags "Die Fackel" befand. Bis 1911 nahm Kraus Texte von Mitarbeitern auf (P. Altenberg, J. Schöffel, R. Dehmel, H. Mann, F. Wedekind und andere), ab 1911 verfaßte er alle Beiträge der Fackel selbst (insgesamt rund 30.000 Seiten, davon rund 25.000 Seiten von ihm). Das letzte Heft der Fackel, Nummer 917-922, erschien im Februar 1936 - nachdem Kraus auf die politische Kritik am Nationalsozialismus angesichts dessen enormer Ungeheuerlichkeit wortreich verzichtet hatte (Nummer 890-905, Juli 1934: "Warum die Fackel nicht erscheint"). Kraus gruppierte aus vielen Artikeln der Fackel Sammelbände ("Schriften"); auch seine Gedichte erschienen zumeist erst in der Fackel. Die Hefte der Fackel enthalten ausführliche Dokumentationen zu seinen Vorlesungen (ab 1910).


Literatur

  • Friedrich Jenaczek: Zeittafeln zur Fackel. Themen, Ziele, Probleme. Gräfelfing b. München: Gans / München: Kösel in Komm. 1965 (Veröffentlichungen der Wissenschaftlichen Abteilung, 11)