Coburgpalais

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Das Palais Coburg.
Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1843
Jahr bis
Andere Bezeichnung Spargelburg
Frühere Bezeichnung
Benannt nach Ferdinand von Sachsen-Coburg-Kohary
Einlagezahl
Architekt Karl Schleps
Prominente Bewohner Franz Moritz Lacy
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Paul Harrer: Wien, seine Häuser
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Bildname Coburgpalais.jpg
Bildunterschrift  Das Palais Coburg.
Bildquelle Wilhelm Kisch: Wien. Wien: Gottlieb 1883
Bildrechte
BezirkStraßeHausnummer
1Coburgbastei2-4
1Seilerstätte1-3
1Liebenberggasse2

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt84817951821
Stadt84917951821
Stadt91317701795
Stadt91417701795
Stadt80118211862
Stadt80218211862
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Coburgpalais (1, Seilerstätte 1-3, Liebenberggasse 2, Coburgbastei 2-4; Konskriptionsnummern 801 und 802).

1., Seilerstätte 1, um 1940.

Vorgängerbauten

Das Coburgpalais entstand aus mehreren kleinen Soldatenhäuschen (siehe Krowotendörfel) und den Häusern Stadt 801 und 802, die zum Bereich des kaiserlichen Zeug- oder Gusshauses gehörten, das bereits auf dem Wolmuet-Plan (1547) eingezeichnet ist.

Haus Stadt 801

Auf dem Suttinger-Plan (1684) sind auf diesem Grundstück noch die Zeughäuser-Handwerkerquartiere dargestellt, doch bereits 1628 war das spätere Haus Stadt 801 errichtet und am 11. Oktober dieses Jahres von der Hofquartierpflicht (siehe Hofquartierwesen) befreit worden, das aber der militärischen Jurisdiktion unterworfen blieb. Dokumente vom Beginn des 18. Jahrhunderts belegen, dass es zu dieser Zeit immer baufälliger wurde. Ab 1766 war es im Privatbesitz des Schlossers Wunibald Galler. Am 14. Mai 1842 kauften es Ferdinand Herzog zu Sachsen-Coburg-Gotha und seine Gemahlin Maria Antonie Gabriele, geborene Fürstin Koháry, und ließen es abbrechen.

Haus Stadt 802 "Kommandantenhaus"

Dieses Haus, in dem sich das Stadtschultheißenamt (militärische Gerichtsbehörde) und später die Wohnung des jeweiligen Stadtkommandanten befunden hatte (1766 starb in diesem Gebäude Feldmarschall Leopold Graf Daun), wurde 1774 an den Feldmarschall und Hofkriegsratspräsidenten Franz Moritz Graf von Lacy verkauft, der am 24. November 1801 hier verstarb. Dessen Neffe verkaufte es an 1802 an Franz Fürst von Koháry. Über seine Tochter Maria Antonie Gabriele, die es "samt dem gewölbten Eingang und den beiden rechts und links stehenden Gewölben, welche bisher zu Wagenschupfen und Stallungen gebraucht worden sind, dann den bei diesem Haus befindlichen mit einer Mauer umgebene kleinen Garten und den im Graben erbauten neuen Stall" erbte, kam es in den Besitz von Ferdinand von Sachsen-Coburg-Gotha (ausführlichere Beschreibung im Artikel Kommandantenhaus).

Palais Coburg

Das Palais wurde zwischen 1843 und 1847 am stadtseitigen Zugang zur Braunbastei (existent 1531-1863) nach einem Entwurf von Karl Schleps für Herzog Ferdinand begonnen und unter Herzog August vollendet. Es umfasst eine Grundfläche von 4568 Quadratmetern, von denen 2964 verbaut sind. Die säulengeschmückte Front ist auf der Höhe der Bastei auf die Ringstraße gerichtet.

Ferdinand hatte sich am 20. April 1843 mit Prinzessin Clementine, der Tochter König Louis Philippes von Bourbon, vermählt und das Palais zum Wiener Domizil bestimmt. 1846 unternahm Baron Sina den Versuch, es anzukaufen und in ihm die k.k. Börse und das k.k. Wechselgericht (siehe Merkantilgericht) unterzubringen. Das Palais war 1848 noch unbewohnt. Der mit dem Palais in seinem Inneren vereinte Zubau gegen das Stubentor wurde 1847 zu Mietquartieren umgestaltet und 1848 bereits benützt.

Die Braunbastei wurde 1863 abgebrochen. Danach (1864) entstand die klassizistische Gartenfassade mit der großen Säulenordnung (die dem Gebäude im Volksmund den Spitznamen "Spargelburg" eintrug) und figuralem Schmuck. Der Garten des Palais wurde auf der Kasemattendecke eines Rests der alten Braunbastei angelegt. Bei dieser Gelegenheit wurde unterhalb des Palais der Straßenzug Coburgbastei trassiert.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde auch das Coburgpalais in Mitleidenschaft gezogen. Am 8. April 1945 wurde das oberste Geschoss gegenüber der Einmündung der Singerstraße von einer Bombe getroffen, die jedoch nicht explodierte und somit außer einem herausgerissenen Fensterstock keinen nennenswerten Schaden anrichtete. Weitaus größere Beschädigungen verursachte ein Artillerietreffer am folgenden Tag, durch den zwei Figuren zerstört und eine Stützsäule heruntergerissen wurde.

1997 wurde das Palais von der POK Pühringer Privatstiftung erworben und in ein Luxushotel umgebaut.

Gewerbe und Firmen innerhalb des Hauses im Laufe der Jahre

Literatur

  • Haus Coburg in Wien. In: Alt-Wien. Monatsschrift für Wiener Art und Sprache 7 (1898), S. 117 ff., 145 ff. (Coburgpalais), 166 ff.
  • Wilhelm Kisch: Die alten Straßen und Plätze von Wiens Vorstädten und ihre historisch interessanten Häuser. (Photomechan. Wiedergabe [d. Ausg. v. 1883]). Cosenza: Brenner 1967, Band 1, S. 421 f.
  • Paul Kortz: Wien am Anfang des 20. Jahrhunderts. Ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung. Hg. vom Oesterreichischen Ingenieur und Architekten-Verein. Wien: Gerlach & Wiedling 1906. Band 2, 1906, S. 394
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 3: Allgemeine und besondere Topographie von Wien. Wien: Jugend & Volk 1956, S. 327
  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Menschen und Kultur. Band 5, 2. Teil. Wien ²1956 (Manuskript im WStLA), S. 399-401