Clusiushaus

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Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von
Jahr bis
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung
Benannt nach Carolus Clusius
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner Carolus Clusius
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Paul Harrer: Wien, seine Häuser
Letzte Änderung am  21.01.2017 durch DYN\krabina
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BezirkStraßeHausnummer
Innere StadtWollzeile10
Innere StadtStrobelgasse2

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt86418211862
Stadt91617951821
Stadt82117701795
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Clusiushaus (1, Wollzeile 10, Strobelgasse 2, Schulerstraße 5; Konskriptionsnummer 864).

An dieser Stelle wurde bereits vor 1414 ein Haus erbaut, das 1441 in zwei Hälften geteilt, aber bereits 1466 wieder zu einem vereint wurde. 1526 wurde ein Hausanteil vom Bürgermeister Roman Staudinger erworben. Den anderen Teil hatte seine Frau Anna geerbt, die nach seinem Tod in den Besitz des ganzen Hauses kam und es 1564 wieder verkaufte. 1567 kaufte es Dr. med. Johann Aichholz. Zwischen 1573 und 1588 wohnte Charles de l'Ecluse (Carolus Clusius) im Haus seines Kollegen, mit dem er in Wien einen botanischen Garten und das erste Alpinum, das es gab, anlegte.

Kurz darauf ging es teils durch Kauf, teils durch Exekution an die drei oberen Stände des Erzherzogtums Österreich unter der Enns, die es dem geheimen und Hofkriegsrat Ottavio Piccolomini schenkten (das Jahr der Schenkung geht aus den Dokumenten nicht hervor). Dieser verkaufte es am 10. Juni 1656. Bald danach kam es in den Besitz der Familie Heussenstamm zu Heussenstein und Gräfenhausen, der es bis 1730 gehörte.

1842 kaufte der Klavierbauer Conrad Graf das alte Gebäude, ließ es abbrechen und durch einen Neubau auf einer Grundfläche von 719 Quadratmetern ersetzen. Im Jahr 1863 wurde eine Gedenktafel angebracht, die daran erinnert, dass Charles de l'Ecluse hier gewohnt hatte. Am 5. November 1944 wurde das Gebäude durch einen Bombeneinschlag in das Nachbarhaus Wollzeile 12 in Mitleidenschaft gezogen. Eine Schenkung aus dem Jahr 1940 wurde aufgrund des Erkenntnisses der Rückstellungskommission 1951 rückgängig gemacht.

Während der Weltausstellung 1873 war in dem Haus das stark besuchte Restaurant Schölss untergebracht. Heute befindet sich hier das Café Diglas. Daneben lag das vor allem von Journalisten und Gelehrten besuchte Café Scheuchenstuel. An der Ecke Strobelgasse/Wollzeile befand sich die Anzeigenannahme des Neuen Wiener Tagblattes.


Gewerbe und Firmen innerhalb des Hauses im Laufe der Jahre


Literatur

  • Felix Czeike: I. Innere Stadt. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1983 (Wiener Bezirkskulturführer, 1), S. 175 f.
  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Menschen und Kultur. Band 4, 3. Teil. Wien ²1955 (Manuskript im WStLA), S. 515-525