Charlotte Wolter

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Trauttmansdorffgasse 33 - Wintergarten der Villa Charlotte Wolter, 1903
Personenname Wolter, Charlotte
Abweichende Namensform
Titel
Geschlecht weiblich
GND 11880782X
Geburtsdatum 01.03.1834
Geburtsort Köln
Sterbedatum 14.06.1897
Sterbeort Wien
Begräbnisdatum 16.06.1914
Friedhof Zentralfriedhof, Ehrengrab
Grabstelle Grab 32A, Nummer 20
Ehrengrab
Beruf Schauspielerin
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche Woltergasse
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
Letzte Änderung am  14.03.2018 durch WIEN1\lanm08lai
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Bildname HMW 028835 00002.jpg
Bildunterschrift  Trauttmansdorffgasse 33 - Wintergarten der Villa Charlotte Wolter, 1903
Bildquelle Wien Museum, Inv.Nr. 28835/2, Foto: A. Stauda
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0

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AuszeichnungVerleihungÜbernahme
Golenes Verdienstkreuz mit der Krone18761876
Art der AdresseBezirkStraßeHausnummer
13Trauttmansdorffgasse33
NameVerwandtschaftsgrad
O'Sullivan de GrassGatte

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Wolter Charlotte, * 1. März 1834 (1831?) Köln, † 14. Juni 1897 Wien 13, Trauttmansdorffgasse 33 (eigene Villa; Hietzinger Friedhof, seit 14. Juni 1914 Zentralfriedhof, Ehrengrab, Grab 32A, Nummer 20; Grabdenkmal von Viktor Tilgner), Schauspielerin, Gatte (1. Juli 1874) Graf O'Sullivan de Grass († 1888).

Sie wuchs mit elf Geschwistern in ärmlichen Verhältnissen auf, kam als Zehnjährige zufällig ins Theater und entschloss sich, selbst zur Bühne zu gehen, was sie mit 16 Jahren auch tat.

Sie kam über die Schmiere nach Wien, wo sie bei der Schauspielerin Gottdank Unterricht nahm, und debütierte am 25. Mai 1857 als Jane Eyre in dem Effektstück "Die Waise von Lowood" in Budapest. Die einzige Schwierigkeit bereitete ihr der rheinländische Dialekt, den sie erst im Lauf der Zeit ablegen konnte. Sie schloss sich einer ungarischen Wanderschauspieltruppe an, kam völlig mittellos nach Wien zurück und wurde am Carltheater für kleine Rollen engagiert. Hier entdeckte sie Heinrich Laube, der ihr ein Engagement nach Brünn verschaffte. Das Publikum war von ihrer leidenschaftlichen Darstellungsweise begeistert; nun wurde sie (1861) ans Viktoria-Theater nach Berlin geholt, dann ans Thalia-Theater nach Hamburg. Am 1. Juni 1862 begann sie mit Iphigenie ein Gastspiel am Hofburgtheater, das ihr ein Jahr später einen sechs-Jahres-Vertrag eintrug. 1864 gelang ihr der künstlerischen Durchbruch in der Rolle der Deborah, 1867 folgte eine ihrer hervorragendsten Leistungen als Lady Macbeth (Inszenierung Heinrich Laube, Kostüm und Maske Hans Makart); unter Franz Dingelstedt brillierte sie 1874 als Messalina.

Durch Aussehen und Temperament für tragisch-heroische Rollen prädestiniert, gestaltete sie diese bis zur letzten Vollkommenheit; der aus dunklem Mezzosopran ansteigende "Wolterschrei" ging in die Theatergeschichte ein. Sie gilt als die wohl berühmteste Tragödin des 19. Jahrhunderts.

Goldenes Verdienstkreuz mit der Krone (1876); Porträt (als "Maria Stuart", gemalt von Gustav Gaul) in der Burgtheatergalerie. Sphinx mit ihren Gesichtszügen 13, Gloriettegasse 9. Woltergasse.

Siehe Lore Brandl-Berger u.a.: Frauen in Hietzing, Wien 2014-2016, Infokarte Nr. 41.

Quellen

Literatur

  • Ludwig Eisenberg: Das geistige Wien. Künstler- und Schriftsteller-Lexikon. Mittheilungen über Wiener Architekten, Bildhauer, Bühnenkünstler, Graphiker, Journalisten, Maler, Musiker und Schriftsteller. Band 2 1892 ff., Wien: Daberkow
  • Anton Bettelheim [Hg.]: Führende Geister. Eine Sammlung von Biographien. Band 2: Adolf von Wilbrandt: Friedrich Hölderlin. Dresden: Ehlermann 1890
  • Neue österreichische Biographie ab 1815. Große Österreicher. Wien [u.a.]: Amalthea-Verlag 1957-1987. Band 14, 1960
  • Constantin von Wurzbach: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Österreich. Enthaltend die Lebensskizzen der denkwürdigen Personen, welche 1750 bis 1850 im Kaiserstaate und in seinen Kronländern gelebt haben. 60 Bände. Wien: Verlag der typografisch-literarisch-artistischen Anstalt 1856-1891. Register 1923
  • Ernst Wurm: Die Burgschauspielerin. Zwölf Porträtskizzen. Wien: Bergland-Verlag 1969 (Österreich-Reihe, 357), 59 ff., S. 68 (Rollenverz.)
  • Moritz Ehrenfeld: Charlotte Wolter. Eine Künstlerlaufbahn (1862-1887). Wien: Künast 1887
  • Leo Hirschfeld: Charlotte Wolter. Ein Erinnerungsblatt. Wien: Konegen 1897
  • Berta Niederle: Charlotte Wolter. Leben, Werden und Briefe der großen Tragödin. Berlin [u.a.]: Zsolnay 1948
  • Zdenko von Kraft: Wiens berühmte Zaungäste. Graz [u.a.]: Stocker 1978, S. 121 ff.
  • Dietmar Grieser: Wien, Wahlheimat der Genies. München [u.a.]: Amalthea 1994, S. 75 ff.
  • Schauspieler des Burgtheaters, 1776 - 1976. Wien: Eigenverlag 1976 (Katalog zur Sonderausstellung des Historischen Museums der Stadt Wien, 43), S. 22
  • Sylvia Mattl-Wurm [Red.]: Interieurs. Wiener Künstlerwohnungen 1830-1930. Wien: Eigenverlag 1990 (Sonderausstellung des Historischen Museums der Stadt Wien, 138), S. 180 f.
  • Franz Hadamowsky / Alexander Witeschnik: Hundert Jahre Wiener Oper am Ring [Jubiläumsausstellung]. Wien: Aktionskomitee 100 Jahr-Feier d. Wiener Staatsoper 1969, S. 44
  • Hietzing. Ein Heimatbuch für den 13. Wiener Gemeindebezirkes. Hg. von der Arbeitsgemeinschaft für Heimatkunde in Hietzing. Wien: Österr. Bundesverlag 1925, S. 328, 394
  • Felix Czeike: XIII. Hietzing. Mit ausführlicher Beschreibung, Karten- und Grundrißskizzen von Schönbrunn. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1982 (Wiener Bezirkskulturführer, 13), S. 54
  • Christine Klusacek / Kurt Stimmer: Hietzing. Ein Bezirk im Grünen. Wien: Mohl 1977, S. 126 f.
  • Franz Hadamowsky / Alexander Witeschnik: Hundert Jahre Wiener Oper am Ring [Jubiläumsausstellung]. Wien: Aktionskomitee 100 Jahr-Feier d. Wiener Staatsoper 1969, S. 44
  • Wiener Schriften. Hg. vom Amt für Kultur, Schulverwaltung der Stadt Wien. Wien [u.a.]: Jugend & Volk (27) 1955-1981, S. 200
  • Hans Markl: Kennst du alle berühmten Gedenkstätten Wiens? Wien [u.a.]: Pechan 1959 (Perlenreihe, 1008), S. 49, 256
  • Robert S. Budig / Gertrude Enderle-Burcel / Peter Enderle: Ehrengräber am Wiener Zentralfriedhof. Wien: Compress Verlag 1995
  • Hans Markl: Kennst du die berühmten letzten Ruhestätten auf den Wiener Friedhöfen? Band 1: Zentralfriedhof und Krematorium (Urnenhain). Wien: Pechan 1961, S. 85