Geymüllerpalais

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Ansicht des Baron Geymüller'schen Gebäudes in der Wallnerstrasse ("Prospect der Spannischen Cantzley, in der Waller-Straßen"). Stich aus Psessel und Kleiner, 1729. Die Fassade des Palais ist noch unverändert erhalten. Historisches Museum der Stadt Wien.
Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1698
Jahr bis
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung
Benannt nach Johann Heinrich Geymüller der Ältere, Johann Jakob Geymüller
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner Johann Jakob Geymüller, Johann Heinrich Geymüller der Ältere
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Paul Harrer: Wien, seine Häuser
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Bildunterschrift  Ansicht des Baron Geymüller'schen Gebäudes in der Wallnerstrasse ("Prospect der Spannischen Cantzley, in der Waller-Straßen"). Stich aus Psessel und Kleiner, 1729. Die Fassade des Palais ist noch unverändert erhalten. Historisches Museum der Stadt Wien.
Bildquelle Wilhelm Kisch: Wien. Wien: Gottlieb 1883
Bildrechte
BezirkStraßeHausnummer
1Wallnerstraße8

frühere Adressierung

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Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Geymüllerpalais (1, Wallnerstraße 8). Der Feldmarschallleutnant und Vizepräsident des Hofkriegsrats Enea Silvio Graf Caprara (Neffe des Ottavio Piccolomini Caprara, Vetter des Grafen Montecuccoli) ließ 1698 an der Stelle des alten Gebäudes, das dem Jesuitenpater M. Codella, Rektor der St.-Anna-Schule, gehört hatte, vermutlich von Domenico Egidio Rossi ein Palais erbauen, in dem bald viele angesehene Gäste empfangen wurden.

Wallnerstraße Nr. 8, Hofansicht, ehemals Caprara-Geymüller-Palais, um 1900.

Anfang 18. Jahrhundert kam es zu baulichen Veränderungen (unter anderem Hinzufügung eines Portals mit Atlanten). Im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts war in diesem Haus einige Zeit die Spanische Hofkanzlei untergebracht. Dann kam es in Fürstlich-Liechtensteinischen Besitz und 1797 in den des Barons Wimmer, von dem es 1798 Johann Bernadotte (der nachmalige König von Schweden und Norwegen) als Gesandter der französischen Republik mietete. In diese Zeit fällt der sogenannte Fahnentumult (Fahnengasse), als Bernadotte anlässlich eines Fests die Trikolore hisste.

Noch im selben Jahr verkaufte Wimmer das Palais um den Preis von 135.524 Gulden an die angesehenen Bankiers Johann Heinrich und Johann Jakob Geymüller, die das Innere im Empirestil erneuern ließen. Im Geymüllerschen Salon trafen sich Künstler, Politiker und Wissenschafter des vormärzlichen Wien. Im Winter 1820/1821 lernte hier Franz Grillparzer Kathi Fröhlich kennen (ihre Schwester Anna war die Musiklehrerin der Töchter des Hauses Geymüller). Das Palais wurde 1897 von Ludwig Freiherr von Pouthon angekauft und 1905 vom Land Niederösterreich erworben, das dort Landesämter und das Niederösterreichische Landesmuseum (eröffnet 18. Dezember 1911, seit 15. Oktober 1924 in dem 1922 vom Land Niederösterreich angekauften Clary-Mollard-Palais, 1, Herrengasse 9; Übersiedlung nach St. Pölten beschlossen) unterbrachte.

Literatur

  • Österreichische Realitäten-AG [Hg.]: Bericht über die Revitalisierung, darin: Wilhelm Georg Rizzi: Zur Baugeschichte des Palais Caprara-Geymüller, S. 7 ff.
  • Wilfried Schermann: Die denkmalpflegerische und bauliche Wiederherstellung des Palais Caprara-Geymüller, S. 25 ff.
  • Wien G. Rizzi: Der Festsaal des Palais Caprara-Geymüller in Wien. In: Österreichische Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege. Hg. vom Österreichischen Bundesdenkmalamt. Horn/Wien: Berger / Wien/München: Schroll 1952 - lfd. 1989, S. 26ff.
  • Gabriele Praschl-Bichler: Wien speziell. Architektur des Barock. Wo finde ich Schlösser, Palais, Öffentliche Profanbauten, Kirchen, Klöster, Bürgerhäuser, Denkmäler, Brunnen, Museen, Sammlungen in Wien. Wien: Christian Brandstätter Verlag 1990, S. 52
  • Gerhart Egger: Palais Caprara-Geymüller. In: Notring-Jahrbuch (1970), S. 109
  • Hermine Cloeter: Im Palais Geymüller. In: Häuser und Menschen von Wien (11920), S. 122 ff.
  • Albert Hollaender: Zur Gesandtschaft Bernadottes in Wien Aktenstücke über den Wiener Fahnentumult vom 13. April 1798,in: Mo 15 (1929-33), 104ff., 142ff.
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 3: Allgemeine und besondere Topographie von Wien. Wien: Jugend & Volk 1956, S. 325 f.
  • Hermine Cloeter: Häuser und Menschen von Wien. 1920, S. 124