Café Museum

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Café Museum von Wilhelm Gause (1899)
Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1899
Jahr bis
Andere Bezeichnung Café Nihilismus
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt Adolf Loos
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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Bildname HMW 166538.jpg
Bildunterschrift  Café Museum von Wilhelm Gause (1899)
Bildquelle Wien Museum
Bildrechte
BezirkStraßeHausnummer
1Operngasse7
1Friedrichstraße6

frühere Adressierung

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Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Café Museum (1, Operngasse 7, Friedrichstraße 6; Kaffeehaus), von Adolf Loos ein Jahr nach der Fertigstellung der Secession entworfen (1899) und von Ludwig Hevesi als „Café Nihilismus" bezeichnet.

Schon in diesem frühen Werk hat Loos die Forderung Otto Wagners, dass der einzige Ausgangspunkt des künstlerischen Schaffens nur das moderne Leben sein könne, prägnanter verwirklicht als Wagner selbst.

Das Eckcafé besaß ein Spielzimmer, ein Extrazimmer und das so genannte Gibsonzimmer („Gibson-room", benannt nach den dort ausgestellten Zeichnungen des amerikanischen Karikaturisten Charles Dana Gibson, 1867-1944).

Dem an der Ecke situierten Eingang lag die Sitzkassa gegenüber. Die ursprüngliche Inneneinrichtung unterschied sich sowohl von der gängigen Plüschatmosphäre wie von den Jugendstilcafés. Der hell und kühl wirkende Innenraum war in seiner räumlichen Disposition leicht überschaubar. Dies kam dem Charakter des Cafés als Treffpunkt von Künstlern und Intellektuellen entgegen.

Zu den Stammbesuchern gehörten Otto Wagner, Adolf Loos, die Begründer der Wiener Werkstätte, Gustav Klimt und Josef Maria Olbrich, Gustav Klimt und Egon Schiele; auch Roda Roda, Georg Trakl, Joseph Roth, Hermann Broch und Robert Musil kamen hierher. Peter Altenberg verlegte seinen „Wohnsitz" vom Central hierher. Was damals Bedeutung hatte in der europäischen Kunst, kam auf Gastrollen nach Wien, in die Secession und zum Künstlerstammtisch ins Café Museum.

Wilhelm Karczag (ab 1901 Direktor des Theaters an der Wien) hatte hier seinen Stammtisch, an dem sich Komponisten, Librettisten, Bühnenbildner und Darsteller der Silbernen Operettenära einfanden (Franz Lehár war ständiger Gast). Einen anderen Tisch belegten die in Wien lebenden tschechischen Zeichner, Architekten und Lyriker (Herausgeber des tschechischen Witzblatts "Sotek").

Die Eigentümer (die Brüder Alexander und Ottokar Rokitansky, beide Chirurgen, und die Familie Pretscher), die den Ruf des Kaffeehauses, den Ausgangspunkt für moderne Inneneinrichtung dargestellt zu haben (auch Adolf Loos zählte zu den Stammgästen), in Erinnerung behalten wollen, waren, trotz vieler Veränderungen und letztlich auch Plünderungen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, bestrebt, das Café behutsam zu restaurieren.

Albert Paris Gütersloh besuchte das Café Museum bis zu seinem Tod (1973). Das Interieur ist heute verändert. Das 1860 von Karl Rösner erbaute Haus ist eines der ältesten der Ringstraßenzone.

Literatur

  • Burkhard Rukschcio, Roland Schachel: Adolf Loos. Leben und Werk. 1982, S. 418 ff.
  • Münz-Künstler: Adolf Loos. 1964, S. 35 ff.
  • Ottokar Uhl: Moderne Architektur in Wien von Otto Wagner bis heute. Wien [u.a.]: Schroll 1966, S. 69
  • Kunst und Kunsthandwerk 2 (1899), S. 196 ff.
  • Katalog zur Sonderausstellung des Historischen Museums der Stadt Wien 93, S. 438 f.
  • Bartel F. Sinhuber: Zu Gast im alten Wien. 1989, S. 106 f.
  • Weigel-Brandstätter-Schweiger: Das Wr. Kaffeehaus. 1978, S. 86 ff.
  • Hans Veigl: Wiener Kaffeehausführer. 1989, S. 71 ff.
  • Thomas Martinek: Kaffeehäuser in Wien. 1990, S. 78 f.
  • Felix Czeike: I. Innere Stadt. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1983 (Wiener Bezirkskulturführer, 1), S. 52
  • Georg Markus: Was wird aus dem Café Museum? In: Neue Kronen-Zeitung, 25.05.2003, S. 27