Café Corra

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Art der Organisation Institution
Jahr von 1794
Jahr bis 1875
Benannt nach Simon Corra
Prominente Personen
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Paul Harrer: Wien, seine Häuser
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BezirkStraßeHausnummer
1Maysedergasse2-8

frühere Adressierung

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Café Corra (1, Bürgerspitalzinshaus)

Das Café des Simon Corra war im ehemaligen Bürgerspital am Schweinemarkt gelegen. Es handelt sich hier um ein älteres Kaffeehaus, das sich aber zuvor keinen bedeutenden Namen machen konnte. Im November 1794 wurde das Café von Georg Pöhnlein eröffnet. Nach mehreren Besitzerwechseln kam es 1825 in den Besitz von Simon Corra, der es 1836 ganz neu herrichten ließ. Nicht zuletzt durch den neu gestalteten Kaffeehausgarten wurde das Lokal fortan wesentlich stärker besucht. In einem Reisebericht aus dem 19. Jahrhundert steht folgendes geschrieben: "Vor dem Kaffeehause stehen eine Reihe von Stühlen und Tischen, der Boden ist mit Brettern belegt, zeltartig schützt Leinwand vor Sonne und Regen, die Fenster sind mit Blumen besetzt und selbst vor der Barriere, die, man möchte sagen, die Gäste vor den Vorübergehenden abschließt, befinden sich ebenfalls die schönsten Erzeugnisse aus dem Reiche Florens, so daß man sich unwillkürlich, statt in einem Kaffeehause der Stadt, in den Pavillon eines Gärtchens versetzt glaubt. Kein Wunder wenn dieses Lokal häufig besucht ist..." [1] Durch die Nähe zum Kärntnertortheater wurde das Café häufig von Schauspielern und Zuschauern besucht.

Im Jahr 1840 ging das Café in den Besitz eines Herrn Katzmeyers über, unter dem es weiter eine große Rolle spielte und zu den beliebtesten Kaffeehäusern Wiens zählte. 1846 wurde es einer umfassenden Umgestaltung durch den Architekten Martinetti unterzogen, der es mit viel Carrarramarmor und Mahagoni austattete und mit rotem und grünem Samt tapezierte. Um 1848, als sich dort vor allem Schriftsteller und Gelehrte trafen, überlegte der Besitzer, es um 40.000 Gulden zu verkaufen, doch scheint er es unterlassen zu haben.

Zur Zeit Metternichs stand das Lokal unter besonderer Aufsicht der Polizei, die den intellektuellen Besuchern gegenüber besonders misstrauisch war. Mit dem Abbruch des Bürgerspitalzinshauses verschwand auch das Kaffeehaus.

Zu seinen Gästen zählte das Café unter anderen Adolf Bäuerle, Eduard von Bauernfeld, Friedrich Beckmann, Ignaz Franz Castelli, Johann Ludwig Deinhard-Deinhardstein, Johann Josef La Roche, Ludwig Löwe, Josef Staudigl, Friedrich Wilhelmi, und Johann Gabriel Seidl.


Literatur

  • Gustav Gugitz: Das Wiener Kaffeehaus. Ein Stück Kultur- und Lokalgeschichte. Wien: Dt. Verlag für Jugend und Volk 1940, S. 175-176
  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Menschen und Kultur. Band 6, 1. Teil. Wien ²1956 (Manuskript im WStLA), S. 90 f.


Einzelnachweise

  1. Gustav Gugitz: Das Wiener Kaffeehaus. Ein Stück Kultur- und Lokalgeschichte. Wien: Deutscher Verlag für Jugend und Volk 1940, S. 175-176