Brigitte Hamann

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Personenname Hamann, Brigitte
Abweichende Namensform Deitert, Brigitte
Titel Dr.
Geschlecht weiblich
GND 124552234
Geburtsdatum 26.07.1940
Geburtsort Essen
Sterbedatum 04.10.2016
Sterbeort Wien
Begräbnisdatum 21.10.2016
Friedhof Friedhof Grinzing
Grabstelle Gruppe 36 Reihe 5 Nummer 25
Ehrengrab
Beruf Historikerin
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass Wienbibliothek im Rathaus / Handschriftensammlung
Verkehrsfläche
Denkmal
Quelle Gedenktage
Letzte Änderung am  17.11.2017 durch DYN\rabus
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AuszeichnungVerleihungÜbernahme
Heinrich-Drimmel-Preis1978
Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Silber28 April 200513 Februar 2006
Concordia Ehrenpreis2002
Goldenes Verdienstzeichen des Landes Wien12 März 19914 Juni 1991
Jugendbuchpreis der Stadt Wien1991
Donauland-Sachbuchpreis17 November 1986
Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln2012
Anton-Wildgans-Preis3 Mai 1995
Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch1998
Preis der Stadt Wien für Publizistik6 Juli 20049 Dezember 2004

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NameVerwandtschaftsgrad
Günther HamannGatte
Sibylle HamannTochter

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Brigitte Hamann, * 26. Juli 1940 Essen, † 4. Oktober 2016 Wien, Historikerin, Buchautorin.

Biografie

Brigitte Hamann wurde am 26. Juli 1940 in Essen, Deutschland, als Brigitte Deitert geboren. Sie studierte Germanistik und Geschichte an den Universitäten Münster/Westfalen und (ab dem Wintersemester 1961/62) Wien, "und zwar deshalb, weil der von mir sehr verehrte Herbert von Karajan Direktor der Wiener Oper war", wie sie im Vorwort zu "Österreich. Ein historisches Portrait" bekannte. In Wien hörte sie vor allem Vorlesungen bei dem Kulturphilosophen und Historiker Friedrich Heer und bei ihrem späteren Gatten, dem Historiker Günther Hamann. 1963 bestand sie die Lehramtsprüfung (Examen) für Realschulen an der Universität Münster und absolvierte ein Volontariat bei der Deutschen Presseagentur (DPA) in Essen, Düsseldorf und Köln. 1964 war sie als Feuilletonredakteurin bei der "Neuen Rhein/Ruhr Zeitung" in ihrer Heimatstadt Essen tätig.

Im September 1965 heiratete sie ihren Lehrer Univ.-Prof. Dr. Günther Hamann (gest. 1994) und übersiedelte nach Wien. Nach der Geburt dreier Kinder setzte sie ab 1974 ihr Studium an der Wiener Universität fort und wurde bei Adam Wandruszka mit einer Dissertation zum Thema "Biographie des Kronprinzen Rudolf nach neuen Quellen" zur Dr. phil. promoviert. Seit dieser Zeit arbeitete Brigitte Hamann als freiberufliche Historikerin. In enger wissenschaftlicher Zusammenarbeit mit ihrem Ehemann entwickelte sie eine eigene Methode, populäre Themen der Geschichte auf der Grundlage intensiver Archivarbeit wissenschaftlich aufzuarbeiten und in möglichst verständlicher Sprache einem breiteren Publikum zu vermitteln.

Brigitte Hamann hat sich seit dem Erscheinen der gekürzten Buchfassung ihrer Dissertation ("Rudolf. Kronprinz und Rebell", Amalthea-Verlag 1978) einen guten Ruf als Spezialistin für die Geschichte des Hauses Habsburg im 19. Jahrhundert erworben. Für das Kronprinz-Rudolf-Buch, in dem sie ein tiefschürfendes Bild vor allem der von außen auf ihn wirkenden Einflüsse zeichnet, erhielt sie schon im Erscheinungsjahr 1978 den "Heinrich Drimmel-Preis". Schon ein Jahr später edierte Brigitte Hamann unter dem Titel "Majestät, ich warne sie..." eine Auswahl aus den privaten und politischen Schriften des Kronprinzen. Einen überaus großen Erfolg errang Brigitte Hamann mit ihrem 1981 erstmals erschienenen Buch "Elisabeth. Kaiserin wider Willen", das ins Italienische, Französische, Englische, Spanische und Ungarische übersetzt wurde. Die ungarische Auflage betrug nicht weniger als 100.000 Stück, und für die italienische Ausgabe erhielt die Autorin den Comisso-Preis in Treviso. Sowohl die Rudolf- als auch die Elisabeth-Biographie wurden wiederholt neu aufgelegt und sind auch als Taschenbuch bzw. als E-Book erschienen. Beide Publikationen gelten als Standardwerke.

Mit dem dichterischen Schaffen der Kaiserin Elisabeth setzte sich Brigitte Hamann in "Kaiserin Elisabeth. Das poetische Tagebuch" auseinander. Es enthält mit Einleitung und Kommentar die nunmehr im Schweizer Bundesarchiv in Bern verwahrten, meist in überaus kritischem Ton gehaltenen Gedichte der Kaiserin. Da die Kaiserin verfügt hatte, dass die Gedichte nicht vor 1950 veröffentlicht werden und ein Gewinn "politisch Verurteilten und deren hilfsbedürftigen Angehörigen" zugutekommen sollte, fließen alle etwaigen Erträge dieses Publikationsprojekts an den Flüchtlings-Hilfsfonds des UN-Hochkommissariats für Flüchtlingshilfe.

1983 gab Brigitte Hamann unter dem Titel "Mit Kaiser Max in Mexiko" Auszüge aus dem Tagebuch des Fürsten Carl Khevenhüller heraus, der den unglücklichen Bruder Kaiser Franz Josephs auf seiner Reise nach Mexiko begleitet hatte. Auch dieses Buch enthält eine ausführliche Einleitung.

1986 brachte Brigitte Hamann im Piper Verlag eine Biographie Bertha von Suttners heraus ("Bertha von Suttner. Ein Leben für den Frieden"). In dieser Biographie, die unter eingehender Benützung der Archive, vor allem des bisher noch unausgeschöpften Nachlasses in der Bibliothek der UNO in Genf, entstand, zeichnet die Autorin nicht nur den (bekannten) Kampf der Bertha von Suttner für den Frieden, sondern auch den in der Öffentlichkeit weniger bekannten Kampf gegen den Antisemitismus des ausklingenden 19. Jahrhunderts nach.

In Zusammenarbeit mit zahlreichen namhaften Fachhistorikern edierte Brigitte Hamann 1988 das biographische Lexikon "Die Habsburger", ein Standardwerk zur Geschichte des ehemaligen österreichischen Herrscherhauses.

Neben den genannten Werken stellte Brigitte Hamann je einen Bildband über Kaiserin Elisabeth ("Elisabeth. Bilder einer Kaiserin", 1982, weitere Auflage 1986) und Kronprinz Rudolf ("Rudolf. Der Weg nach Mayerling", 1988) zusammen, ließ in der Reihe "Die bibliophilen Taschenbücher" des Harenberg-Verlages "Sisis Familienalbum" (1980) und "Sisis Fürstenalbum" (1981) erscheinen und verfasste auch zwei Kinderbücher. In "Ein Herz und viele Kronen" stellte sie das Leben der Kaiserin Maria Theresia für etwa zehn- bis zwölf-jährige Kinder zusammen. Ihr Jugendbuch "Nichts als Musik im Kopf" über das Leben W. A. Mozarts entstand im Auftrag der Stadt Wien (1990).

Brigitte Hamann verfasste Drehbücher über Kaiserin Elisabeth (1983) und Bertha von Suttner (1987) sowie über die Geschehnisse in Mayerling (1989 ausgestrahlt).

Später beschäftigte sich Brigitte Hamann überwiegend mit der Geschichte des frühen zwanzigsten Jahrhunderts: "Hitlers Wien: Lehrjahre eines Diktators" (1996), "Haus Meldemannstraße" (2003), "Der Erste Weltkrieg: Wahrheit und Lüge in Bildern und Texten (2004)", "Hitlers Edeljude" (2008). Mit "Österreich. Ein historisches Portrait" legte sie 2009 einen kurzen, leicht fasslichen Überblick über die österreichische Geschichte von den Babenbergern bis zur Gegenwart vor.

Literatur

Links