Brauhaus des Bürgerspitals

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Der Brauhaustrakt Im Haupthaus des Bürgerspitals befand sich direkt neben der Bürgerspitalkirche (1724). Bürgerspitalskirche St. Clara 1724
Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1432
Jahr bis 1789
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
Letzte Änderung am  25.08.2017 durch DYN\sarah piche
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Bildname Barockes Wien 96 Klarakirche 1724 Brauhaustrakt.jpg
Bildunterschrift  Der Brauhaustrakt Im Haupthaus des Bürgerspitals befand sich direkt neben der Bürgerspitalkirche (1724). Bürgerspitalskirche St. Clara 1724
Bildquelle Eisler, Barockes Wien
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0
BezirkStraßeHausnummer
1Lobkowitzplatz

frühere Adressierung

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Ausschnitt aus dem Nagel-Plan (erschienen 1780).

Brauhaus des Bürgerspitals (ab 1432 vor dem Widmertor, ab 1537 im Bürgerspital (Haupthaus)). Der Bürgermeister Konrad Hölzler (der Ältere) erwarb 1432 für das Bürgerspital von Stefan Kraft das Bierrecht, das mit einem Brauhaus in der Weidenstraße vor dem Widmertor verbunden war (siehe Brauhäuser).[1] Dieses landesfürstliche Lehen brachte dem Spital im Wiener Burgfrieden das Monopol auf Brauen, Importieren, Verkaufen und Ausschenken von Bier.

Albrecht V. überträgt 1432 dem Bürgerspital das Bierrecht.

Das Brauhaus vor dem Widmertor wurde 1529 im Zug der Ersten Osmanischen Belagerung Wiens zerstört und nicht wieder aufgebaut. Im neuen Bürgerspital entstand 1537 neben der Kirche wieder ein eigenes Brauhaus. Zu seiner Unterbringung war ein eigener Trakt erbaut worden. Die Brautätigkeit nahm jedoch erst ab Ende der 1570er Jahre wieder größere Umfänge an. Ab 1733 war das Bauhaus verpachtet. Ende 1789 wurde das Brauhaus im Zug des Umbaus des Bürgerspitals in ein Zinshaus (Bürgerspitalzinshaus) in einen vierstöckigen Wohnhaustrakt umgewandelt (genannt Brauhaustrakt).

Im Verlauf der Frühen Neuzeit kam das Bürgerspital in den Besitz weiterer Brauhäuser. Ab 1652 hatte es kurzzeitig auch ein Brauhaus vor dem Kärntnertor, das vermutlich nach der Zweiten Osmanischen Belagerung von 1683 nicht mehr aufgebaut wurde. 1676 nahm das Spital das Brauhaus im Unteren Werd neben seinem dortigen Meierhof in Betrieb. Mit der Inkorporierung des Spitals St. Marx 1706 kam auch das dortige Brauhaus an das Bürgerspital (Brauhaus St. Marx). Diese beiden Brauhäuser wurden 1733 ebenfalls verpachtet und schließlich 1845 bzw. 1857 verkauft.


Literatur

  • Michael Altmann: Wiener Bürgerspital. Zur Erinnerung an die Eröffnung des neuen Bürger-Versorgungshauses in der Alservorstadt. Wien: Selbstverlage des Bürgerspitalamtes 1860, S. 15, 44–46, 75
  • Heinrich Berg / Karl Fischer: Vom Bürgerspital zum Stadtbräu. Zur Geschichte des Bieres in Wien. Wien: Wiener Stadt- und Landesarchiv 1992 (Wiener Geschichtsblätter, Beiheft 3)
  • Joseph Holzinger: Hausgeschichte des Bürgerspitals zu Wien. Unveröffentlichtes Manuskript 1857–1860 [WStLA, Handschriften: A 240], Teil 2/1, Bogen 6, 36, 115 ff., 173 f.; Teil 2/2, Bogen 29 ff., 81 ff.
  • Sarah Pichlkastner: Insassen, Personal und Organisationsform des Wiener Bürgerspitals in der Frühen Neuzeit. Eine Projektskizze. In: Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 123 (2015), S. 117–132 (zum Bier S. 127 ff.)
  • Sarah Pichlkastner: Eine Stadt in der Stadt. InsassInnen und Personal des frühneuzeitlichen Wiener Bürgerspitals – eine Studie anhand exemplarischer Untersuchungszeiträume [in Arbeit befindliche Dissertation an der Universität Wien, geplanter Abschluss 2018]
  • Brigitte Pohl-Resl: Rechnen mit der Ewigkeit. Das Wiener Bürgerspital im Mittelalter. Wien [u. a.]: R. Oldenbourg Verlag 1996 (Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Ergänzungsband 33), S. 60, 143 f.
  • Leopold Sailer: Das Bierbrau- und Schankmonopol des Wiener Bürgerspitals. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Wien 6 (1926), S. 1–35
  • Martin Scheutz / Alfred Stefan Weiß, Spital als Lebensform. Österreichische Spitalordnungen und Spitalsinstruktionen der Neuzeit. Band 2: Editionsteil. Wien [u. a.]: Böhlau Verlag 2015 (Quellenedition des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, 15/2), S. 1022 (Instruktion für die Braumeister im Bürgerspital, in der Leopoldstadt und in St. Marx 1722)
  • Anna Schirlbauer: Verloren im Bürgerspitalzinshaus? Versuch einer Rekonstruktion des legendären Wiener Gebäudekomplexes. In: Wiener Geschichtsblätter 59 (2004), S. 324–337 (zum Brauhaustrakt S. 334)
  • Christian M. Springer / Alfred Paleczny / Wolfgang Ladenbauer: Wiener Bier-Geschichte, Wien [u. a.]: Böhlau Verlag 2016, S. 29–49


Einzelnachweise

  1. WStLA, Bürgerspital, U1: Urkunde Nr. 532 und WStLA, Bürgerspital, U1: Urkunde Nr. 533