Brandstätte

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1., Brandstätte, um 1940
Art des Objekts Verkehrsfläche
Jahr von
Jahr bis
Name seit 1876
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung Brandstatt
Benannt nach Brandstatt
Bezirk 1
Lage
Verkehr
Prominente Bewohner
Besondere Bauwerke Bauernfeindsches Haus, Theodor-Innitzer-Hof, Thonethof, Kennedyhof, Zacherlhaus
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
Letzte Änderung am  19.07.2017 durch WIEN1\lanm08jan
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Bildname Brandstätte.jpg
Bildunterschrift  1., Brandstätte, um 1940
Bildquelle WStLA, Fotosammlung Stadtplanung, Reiffenstein
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Brandstätte (1), benannt (11. Jänner 1876) in Erinnerung an die mittelalterliche Brandstatt, die jedoch mit dem heutigen Straßenzug topographisch nicht identisch ist (nur die Häuser 1, 3 und 5 stehen auf dem Boden der historischen Brandstatt). Der Name erinnert an die Brände, von denen Wien im Mittelalter oft heimgesucht wurde. In der älteren Literatur, führt Paul Harrer-Lucienfeld an, werden der Brand vom 30. April 1276 und die Feuersbrunst von 1327 als mögliche Namensgeber erwähnt.

Der Platz blieb lange Zeit unverbaut. 1393 werden die Zinngießer auf der Brandstätte erwähnt. 1420 überließ Herzog Albrecht V. die Brandstätte dem Domkapitel zu St. Stephan. Bis 1444 wurden am Faschingsdienstag sogenannte Bürgerstechen abgehalten. Auch wurden auf der Brandstätte sogenannte Wechselbänke aufgestellt, die bis zur Verbauung des Platzes (1560) auf der Brandstatt blieben. Die Brandstatt war gleichzeitig ein Gewandmarkt.

Die Verbauung erfolgte ab 1874/1875 zunächst bis zum Wildpretmarkt, erst 1905 bis zu den Tuchlauben durch palastartige gründerzeitliche Miethäuser; im April 1945 brannten große Teile des neuverbauten Areals aus, und in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg traten an seine Stelle Neubauten.

Pfarrzugehörigkeit bis 1938

Bis 1938 lag die Standesführung in Österreich in den Händen der konfessionellen Behörden. Die Geburts-, Ehe-, und Sterbematriken von katholischen Bewohnerinnen und Bewohnern wurden von der zuständigen Pfarre geführt.

Gebäude

Literatur

  • Felix Czeike: I. Innere Stadt. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1983 (Wiener Bezirkskulturführer, 1), S. 20 f.
  • Rudolf Geyer: Handbuch der Wiener Matriken. Ein Hilfswerk für Matrikenführer und Familienforscher. Wien: Verlag des Österreichischen Instituts für Genealogie, Familienrecht und Wappenkunde, 1929
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 3: Allgemeine und besondere Topographie von Wien. Wien: Jugend & Volk 1956, S. 449
  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur. Band 1, 3. Teil. Wien ²1952 (Manuskript im WStLA), S. 754-756
  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur. Band 1, 3. Teil. Wien ²1952 (Manuskript im WStLA), S. 760
  • Hans Markl: Kennst du alle berühmten Gedenkstätten Wiens? Wien [u.a.]: Pechan 1959 (Perlenreihe, 1008), S. 20
  • Richard Perger: Straßen, Türme und Basteien. Das Straßennetz der Wiener City in seiner Entwicklung und seinen Namen. Wien: Deuticke 1991 (Forschungen und Beiträge zur Wiener Stadtgeschichte, 22)
  • Justus Schmidt / Hans Tietze: Dehio Wien. Wien: A. Schroll 1954 (Bundesdenkmalamt: Die Kunstdenkmäler Österreichs), S. 83
  • Emmerich Siegris: Alte Wiener Hauszeichen und Ladenschilder. Wien: Burgverlag 1924, S. 75