Bognergasse 5

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Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1441
Jahr bis
Andere Bezeichnung Zum schwarzen Cameel (Kameel)
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt Julius Mayreder
Prominente Bewohner Friedrich August Kanne
Quelle Paul Harrer: Wien, seine Häuser
Letzte Änderung am  3.06.2017 durch DYN\krabina
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BezirkStraßeHausnummer
1Bognergasse5
1Naglergasse6

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt22317701795
Stadt34417951821
Stadt22217701795
Stadt34017951821
Stadt30718211862
Stadt22117701795
Stadt34117951821
Stadt31218211862
Stadt34217951821
Stadt31318211862
Stadt21117701795
Stadt31418211862
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

1, Bognergasse 5, Naglergasse 6 (Konskriptionsnummern 307, 312, 313 und 314).

Hier standen ursprünglich mehrere Häuser, deren Fronten (mit Ausnahme des Hauses Stadt 307) an der Bognergasse lagen:

Haus Stadt 307

Dieses kleine Gebäude lag hinter dem Haus Stadt 312 mit der Front zur Naglergasse. Noch 1452 wird dieser Bauplatz als "öder Fleck" beschrieben, zwei Jahre später wird bereits ein neu erbautes "hewslein" (Häuschen) erwähnt. 1626 wurde es vom Handelsmann Johann Baptist Cameel, der aus Brünn stammte und auch die Häuser Stadt 311 und 312 besaß, erworben. Da Cameel Schulden hinterließ, wurden die Häuser 1640 öffentlich versteigert und vom Handelsmann Andre Getto erworben, dem auch das Haus Stadt 320 (Hallweilsches Haus; Am Hof 3, Teil) gehörte. Ab 1647 hatten die drei Gebäude wieder unterschiedliche Besitzer. Im Suttinger-Plan (1684) wird Mathias Hüffner als Besitzer des Hauses Stadt 307 verzeichnet, dessen Name jedoch im Grundbuch nicht vorkommt. Möglicherweise war er der Verwalter des Hauses. 1817 kaufte es der Komponist und Violinvirtuose Josef Mayseder. Am 7. August 1837 verkaufte er es an die Verlassenschaftsmasse des k.k. Hauptmannes Franz Galle, der 1830 als erstes Opfer an der damals in Wien grassierenden Cholera gestorben war. Ab 1842 gehörte es der Besitzerin des Hauses Stadt 312, mit dem es vor 1882 baulich verbunden wurde.

Haus Stadt 312 "Zum schwarzen Kameel"

Hier standen einst zwei Gebäude, deren erste urkundliche Erwähnung aus den Jahren 1455 beziehungsweise 1456 stammt. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurden sie zu einem verbaut. Dieses kam 1619 in den Besitz des Handelsmannes Johann Baptist Cameel, der hier seine Gewürzkrämerei "Zum schwarzen Kameel" eröffnete, die später zur Wein- und Delikatessenhandlung erweitert wurde. Zu den Kunden zählte auch Ludwig van Beethoven. Am 10. Juni 1815 erbte der k.k. Hauptmann Franz Galle das Gebäude. In den 1820er Jahren wohnte hier der Dichter und Komponist Friedrich August Kanne. Zwischen 1842 und 1882 wurde es mit dem Nachbarhaus Stadt 307 zu einem verbaut und 1882 an Franz Josef Stiebitz verkauft (ausführlichere Beschreibung im Artikel Zum schwarzen Kameel).

Haus Stadt 313 "Zu den drei Tirolern" / "Zu den drei Schweizern"

Dieses Haus wird 1441 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Der Schildname dieses Hauses wird in unterschiedlichen Quellen als "Zu den drei Tirolern" oder "Zu den drei Schweizern" angegeben. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts kam es in den Besitz der Familie Puchberg, von der es am 26. Juni 1835 Joseph Stiebitz erwarb, dem zu dieser Zeit die Wein- und Delikatessenhandlung "Zum schwarzen Kameel" gehörte. Diese erweiterte er in das Paterre dieses Hauses.

Haus Stadt 314

1447 wird hier erstmals ein Haus urkundlich erwähnt.

Neubau 1901/1902

In den Jahren 1901/1902 wurden alle oben erwähnten Gebäude abgebrochen und durch einen Neubau nach Plänen von Julius Mayreder ersetzt, in dem auch die Wein- und Delikatessenhandlung "Zum schwarzen Kameel" untergebracht wurde. Es stand bis 1951 im Besitz der Familie Stiebitz und wurde dann von der "Ersten österreichischen Sparkasse" erworben.

Gewerbe und Firmen innerhalb des Hauses im Laufe der Jahre

  • Gewürzkrämerei "Zum schwarzen Kameel"
  • Wein- und Delikatessenhandlung "Zum schwarzen Kameel"

Literatur

  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur. Band 2, 2. Teil. Wien ²1952 (Manuskript im WStLA), S. 320-331