Bernhard Paul

Aus Wien Geschichte Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Personenname Paul, Bernhard
Abweichende Namensform
Titel Prof.
Geschlecht männlich
GND 110533267
Geburtsdatum 20.05.1947
Geburtsort Lilienfeld
Sterbedatum
Sterbeort
Begräbnisdatum
Friedhof
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Zirkusdirektor, Grafiker
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche
Denkmal
Quelle Gedenktage, Gedenktage-GW
Letzte Änderung am  20.09.2017 durch DYN\krabina
Export RDF-Export (Resource Description Framework) RDF


Es wurden noch keine Funktionen zu dieser Person erfasst!

AuszeichnungVerleihungÜbernahme
Goldenes Verdienstzeichen des Landes Wien28 September 19932 Oktober 1993
Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen1994
Deutsches Bundesverdienstkreuz am Bande1996
Ernst Renz-Medaille

Es wurden noch keine Adressen zu dieser Person erfasst!

NameVerwandtschaftsgrad
Josef WeylUrgroßvater
NameBeziehung
André HellerKompagnon

Es wurden noch keine Objekte nach dieser Person benannt!

Bernhard Paul, * 20. Mai 1947 Lilienfeld, Zirkusdirektor, Grafiker.

Biographie

Bernhard Paul wurde als Sohn einer Handwerkerfamilie geboren. Sein Vater Karl war Elektriker. Einer der Urgroßväter Bernhard Pauls war Josef Weyl, der Dichter des Originaltextes des "Donauwalzers". Bernhard Paul wuchs in Wilhelmsburg auf. Schon als Kind träumte er von der Zirkuswelt, jonglierte bei Familienfesten für Bruder und Eltern und gab artistische Kunststücke zum Besten.

Bernhard Paul studierte zunächst an der Höheren Technischen Lehr- und Versuchsanstalt für Hoch- und Tiefbau in Krems, wechselte jedoch dann an die Graphische Lehr- und Versuchsanstalt nach Wien. Hier zählten später bekannte Künstler wie Josef Bramer, Fritz Hechelmann, Gottfried Helnwein und Manfred Deix zu seinen Schulkameraden.

Zunächst war Bernhard Paul Artdirektor des Nachrichtenmagazins "Profil", bevor er 1976 mit der Gründung des Circus Roncalli (gemeinsam mit André Heller) seinen Lebenstraum verwirklichte. Am 18. Mai 1976 feierte der Zirkus mit seinem Programm "Die größte Poesie des Universums" seine Uraufführung beim Bonner Sommer. 1977, nach seinem Wien-Gastspiel auf dem Gelände des ehemaligen Schlachthofes in St. Marx und seinem Zerwürfnis mit André Heller, musste Bernhard Paul seine Zirkus-Idee aufgeben. Er übersiedelte mit den Restbeständen des Circus-Roncalli nach Köln und baute ein historisches Panoptikum, mit dem er Jahrmärkte bereiste. 1980 schaffte der Circus Roncalli schließlich sein erfolgreiches Comeback. Bernhard Paul expandierte und machte den Zirkus zum einem lebendigen Gesamtkunstwerk. 1982 erwarb Paul, der im Roncalli selbst in die Rolle des Clowns "Zippo" schlüpfte, den Nachlass seines großen Vorbildes, des Clowns "Grock".

Mit "Panem et Circenses" realisierte er 1990 die Idee des kulinarischen Reisevarietés, verband im historischen Spiegelzelt circensische Kunst und Gaumenfreuden und löste damit die Welle der "Erlebnis-Gastronomie" aus. 1992 kehrte Bernhard Paul nach Wien zurück, um zum ersten Mal in der Wiener Stadthalle bei der traditionsreichen Show "Artisten, Tiere, Attraktionen" Regie zu führen. 1993 feierte der Circus Roncalli ein gelungenes Comeback in Wien, diesmal auf dem Rathausplatz, wo er ein Fixpunkt im Herbstprogramm wurde. Als der Zirkus 2014 abermals in Wien gastierte, engagierte sich Bernhard Paul in Wien als Partner im Rahmen einer Laiendefibrillator-Kampagne der Stadt Wien.

Paul ist nicht nur Zirkusdirektor, Event-Manager, Zeichenkünstler und Clown, sondern vor allem auch Sammler: Auf 10.000 Quadratmetern im Kölner Winterquartier sind 200 alte Zirkuswagen, Karusselle, Schaukeln, Riesenräder aus der Kaiserzeit, Spiegel-Tanzpaläste, 60 Greißler- und Friseurläden, Kaffeehauseinrichtungen, alte Wägen und Telefonzellen, die größte europäische Sammlung an Zirkus-Memorabilia, Kochbücher, Plakate und Tausende Glühbirnen versammelt. 2016 übernahm er den Kostümfundus von Lambert & Hofer mit mehr als 5.000 Kostümen.

Mit einer großen Tournee durch Deutschland und Österreich, die unter anderem auch auf dem Wiener Rathausplatz Station machte, beging der Circus Rocalli 2011 sein 35-jähriges Bestehen. 2016 gastierte der Zirkus abermals auf seiner Jubiläumstournee in Wien.

Der Zirkusdirektor erhielt zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen; unter anderem die Verleihung des Berufstitels "Professor" (2006). 2008 ehrte ihn der Auslandsösterreicher-Weltbund als "Auslandsösterreicher des Jahres".

Literatur

Links