Wir sind vor 3 Jahren online gegangen! Erfahren Sie mehr über das Projekt und helfen Sie mit.

Bernd Lötsch

Aus Wien Geschichte Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Personenname Lötsch, Bernd
Abweichende Namensform
Titel Univ.-Doz. Dr.phil., tit.a.o. Prof.
Geschlecht männlich
GND 142549819
Geburtsdatum 13.09.1941
Geburtsort Wien
Sterbedatum
Sterbeort
Begräbnisdatum
Friedhof
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Biologe, Umweltaktivist
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche
Denkmal
Quelle Gedenktage, Gedenktage-GW
Letzte Änderung am  22.07.2015 durch WIEN1\lanm09eic
Export RDF-Export (Resource Description Framework) RDF


FunktionFunktion vonFunktion bis
Präsident des Nationalparkinstituts Donau-Auen1986
Direktor des Naturhistorischen Museums Wien12 August 199431 Mai 2010
Assistent am Institut für Pflanzenphysiologie der Universität Wien19661973
Stellvertr. Leiter d. Ludwig-Boltzmanninstituts f. Umweltwissenschaften u. Naturschutz1973
AuszeichnungVerleihungÜbernahme
Auszeichnung der Österreichischen Gesellschaft für Onkologie1994
Deutscher Bundesnaturschutzpreis1985
Konrad Lorenz-Staatspreis für Natur- und Umweltschutz1998
Österreichischer Staatspreis für Audiovisuelle Medien in Forschung und Lehre1988
Bruno H. Schubert-Preis, Kategorie I1999
Premio Felix Rodriguez de la Fuente1988
Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien30 November 20059 März 2006
Konrad-Lorenz-Medaille1994
Preis der Victor-Gruen-Stiftung1982
Bayrische Naturschutzmedaille1995
Bodo-Manstein-Goldmedaille1985

Es wurden noch keine Adressen zu dieser Person erfasst!

NameVerwandtschaftsgrad
Bruno LötschVater

Es wurden noch keine Beziehungen zu dieser Person erfasst!

Es wurden noch keine Objekte nach dieser Person benannt!

Bernd Lötsch, * 13. September 1941 Wien, Biologe, Umweltaktivist, 1994 bis 2009 Generaldirektor des Naturhistorischen Museums.

Biographie

Bernd Lötsch wurde am 13. September 1941 in Wien als Sohn einer Dolmetscherin und des Dokumentarfilmers Bruno Lötsch geboren. Nach der Matura studierte er Biologie und Chemie an der Universität Wien und beschäftigte sich mit wissenschaftlicher Kinematographie. 1970 promovierte er mit einer Dissertation zu "Untersuchungen zum pflanzlichen Oxalsäure- und Mineralstoffwechsel". Bei seinem Vater lernte er das Handwerk des Filmemachens. Er produzierte wissenschaftliche Filme und Unterrichtsmedien – zum Beispiel "Stadtökologie für Wüstenregionen" und "Ökologie und Umweltschutz – Argumente in Bildern" – und konnte so beide Fachgebiete verbinden.

Von 1966 bis 1973 arbeitete Lötsch als Universitätsassistent am Pflanzenphysiologischen Institut der Universität Wien. 1973 habilitierte er sich zum Thema "Photosynthese. Didaktische Konzeption und Detailplanung für ein audio-visuelles Großprojekt" an der Universität Salzburg. Von 1973 bis 1994 leitete Lötsch das Institut für Umweltwissenschaft, das zunächst an der Ludwig Boltzmann-Gesellschaft (Wien), später an der Akademie der Wissenschaften (Wien) angesiedelt war. Ab 1981 arbeitete er als Lehrbeauftragter für Humanökologie an der Universität Wien, ab 1986 als Universitätsprofessor an der Universität Salzburg. Von 1994 bis 2009 war Bernd Lötsch Generaldirektor bzw. Geschäftsführer des Naturhistorischen Museums Wien.

Neben seinen beruflichen Funktionen engagiert sich Lötsch seit 1969 in verschiedensten Bereichen für Umwelt- und Naturschutz. "Er machte den Umweltschutz salonfähig", betitelte Conrad Seidl ein Porträt des umtriebigen Biologen in der Tageszeitung "Der Standard". Ab 1974 arbeitete Lötsch häufig mit Konrad Lorenz in Umweltfragen zusammen, daneben war er wissenschaftlicher Berater des WWF, des Österreichischen Naturschutzbundes und des Österreichischen Roten Kreuzes.

Lötsch warnte seit 1980 vor der Zerstörung der Hainburger Au, war an der Besetzung beteiligt und setzte sich für das Konrad-Lorenz-Volksbegehren ein. Bei der legendären "Pressekonferenz der Tiere" am 7. Mai 1984 trat er als Purpurreiher auf. 1985 wurde er Leiter des Arbeitskreises "Nationalpark" der Ökologiekommission der Österreichischen Bundesregierung, die Bundeskanzler Fred Sinowatz nach der Hainburg-Besetzung eingesetzt hatte. Er war als Juror des "Konrad Lorenz-Staatspreises für Natur- und Umweltschutz" tätig, der von 1981 bis 2005 von der jeweiligen Umweltministerin bzw. dem Umweltminister vergeben wurde.

1986 wurde er Präsident der Nationalparkplanung Donau-Auen, in dieser Funktion konnte er 1989 den erfolgreichen Schutzkauf der nationalparkwürdigen Südufer-Auen bei Regelsbrunn durchführen. Danach trat er als Initiator der Großkampagne "Natur freikaufen" in der Öffentlichkeit auf: Bei dieser Aktion kauft der Naturschutzbund mit Spendengeldern wertvolle Naturflächen an und schützt so bedrohte Tier- und Pflanzenarten vor der Ausrottung. Bis heute setzt sich Lötsch gegen die Zerstörung von Flusslandschaften durch Wasserkraft ein.

Literatur

Links