Bellegardehof

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Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1835
Jahr bis 1945
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung
Benannt nach Julie von Bellegarde
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Paul Harrer: Wien, seine Häuser, Wolfgang Wirsig: Wiener Hofnamen
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BezirkStraßeHausnummer
1Wildpretmarkt10
1Landskrongasse1-3
1Bauernmarkt13

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt54818211862
Stadt56317701795
Stadt58218211862
Stadt56417701795
Stadt58717951821
Stadt56517701795
Stadt58817951821
Stadt54618211862
Stadt56217701795
Stadt58917951821
Stadt54718211862
Stadt62117951821
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Bellegardehof (1, Landskrongasse 1-3, Bauernmarkt 13, Wildpretmarkt 10).

Vorgängerbauten

Mit der Front zur Landskrongasse standen bis ins 19. Jahrhundert drei Häuser. Das Haus Ecke Bauernmarkt (Konskriptionsnummer 546), ein altes Patrizierhaus, gehörte im 14. Jahrhundert unter anderem dem Kaplan Johann Poll († 1378), im 15. Jahrhundert Angehörigen der vermögenden Erbbürgerfamilie Perman, das mittlere (Konskriptionsnummer 547) führte das Schild "Zur kleinen Landeskrone", das Eckhaus am Wildpretmarkt (Konskriptionsnummer 548; ab 1302 Kammerhof) war "Die Landskron", später "Zur großen Landeskrone" beschildert und ebenfalls im Besitz alter Patriziergeschlechter (1378 Heinrich [III.] Würffel, 15. Jahrhundert Bürgermeister Konrad Hölzler, dem auch das Taschnerhaus am Lichtensteg gehörte). Am Bauernmarkt stand auf dem heutigen Areal außerdem das Haus Konskriptionsnummer 582.


Bellegardehof

1828-1831 kam der ganze Baukomplex in den Besitz von Julie Gräfin Bellegarde. Sie ließ die vier Häuser nach 1831 abreißen und durch den weitläufigen Bellegardehof (verbaute Fläche: 2.539 Quadratmeter) ersetzen, den Ludwig Remy bis 1835 vollendete. Im Altbau hatte die 1829 gegründete Donaudampfschifffahrtsgesellschaft ihre Kanzleien, bevor sie das eigene Gebäude am Donaukanal beziehen konnte (5. Juni 1881). 1868 hinterließ Julie den Bellegardehof ihren Kindern. Diese verkauften ihn bereits 1869 an Gustav von Schoeller, von dem er 1878 an die Firma Schoeller & Co. kam.


Neuer Bellegardehof

Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Bellegardehof demoliert. An seine Stelle trat 1899-1901 der von Ludwig Richter erbaute "Neue Bellegardehof". Durch Hereinrücken der Baulinie war er jedoch um ein Viertel kleiner als der alte Hof (verbaute Fläche: 1.872 Quadratmeter). Er wurde jedoch am 14. April 1945 durch den großen Brand zerstört wurde, der auch große Teile des Hohen Marktes in Schutt und Asche legte.

Am 26. April 1951 erwarb die Bundeskammer der gewerblichen Wirtschaft die Brandruine (Schoeller übersiedelte nach 1, Johannesgasse 7) und ließ ein Bürohaus errichten, das durch einen 1988 fertiggestellten, auf einem größeren Areal stehenden Neubau ersetzt wurde (Architekt Alfred Nürnberger).

siehe auch Generali-Bürohaus.


Gewerbe und Firmen innerhalb des Hauses im Laufe der Jahre


Literatur

  • Margarete Girardi: Wiener Höfe einst und jetzt. Wien: Müller 1947 (Beiträge zur Geschichte, Kultur- und Kunstgeschichte der Stadt Wien, 4), S. 28
  • Wilhelm Kisch: Die alten Straßen und Plätze von Wiens Vorstädten und ihre historisch interessanten Häuser. (Photomechan. Wiedergabe [d. Ausg. v. 1883]). Cosenza: Brenner 1967, Band 1, S. 568
  • Neues Wiener Tagblatt. Wien, 01.04.1900 (Demolierung)
  • 100 Jahre Haus Schoeller. 1934
  • Otto Erich Deutsch: Mozart und die Wiener Logen. 1932, S. 29
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 3: Allgemeine und besondere Topographie von Wien. Wien: Jugend & Volk 1956, S. 318
  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur. Band 1, 3. Teil. Wien ²1951 (Manuskript im WStLA), S. 742-750