Baumgartner Friedhof

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Gräber am Baumgartner Friedhof (1966)
Art des Objekts Friedhof
Jahr von 1786
Jahr bis
Name seit 1786
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung
Benannt nach Baumgarten
Bezirk 14
Lage Waidhausenstraße 52 bzw. Ried Unterwaidhausen
Verkehr
Prominente Bewohner
Besondere Bauwerke
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
Letzte Änderung am  6.06.2017 durch WIEN1\lanm08sch
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Bildname Baumgartnerfriedhof.jpg
Bildunterschrift  Gräber am Baumgartner Friedhof (1966)
Bildquelle WStLA, Fotos des Presse- und Informationsdienstes, FC1: 66593/3
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Baumgartner Friedhof (14, Waidhausenstraße 52)

  1. ) Nach der Josephinischen Pfarrordnung (20. Jänner 1783) wurden die meisten nach Penzing eingepfarrten Orte eigene Pfarren (Baumgarten am 18. Dezember 1784). Daraufhin wurde 1786 ein eigener Ortsfriedhof angelegt (er befand sich nordöstlich des Dorfs an einem Feldweg [Hütteldorfer Straße] im Bereich der Seckendorfgasse). 1839 erfolgte eine Sanierung des Friedhofs, die letzte Bestattung erfolgte 1876, 1884 wurde ein Teil des Areals zur Trassierung der Hütteldorfer Straße abgetreten, 1899 der Friedhof gänzlich aufgelassen. Auf seinem Areal und auf angrenzenden Liegenschaften wurde 1901 die Kaiser-Franz-Joseph-Landwehrkaserne errichtet, die 1920 in ein Versorgungshaus umgewandelt wurde.
  2. ) Der neue Baumgartner Friedhof in der Ried Unterwaidhausen wurde 1874 angelegt (Weihe 31. Oktober 1874). 1876 überführte man die auf dem Schmelzer Friedhof begrabenen Leichen der Gemeinden Fünfhaus, Sechshaus und Rudolfsheim hierher. Nach mehrmaliger Erweiterung ist der Baumgartner Friedhof heute der fünftgrößte der Stadt Wien. An der Friedhofsmauer liegt eine Reihe alter Grüfte aus der Zeit der Friedhofsgründung; in der Friedhofshauptachse dominieren Grüfte aus den 80er und 90er Jahren des 19. Jahrhunderts, die Zeugnis ablegen von der Wohlhabenheit der Gewerbetreibenden der Vororte; in den übrigen Abteilungen sieht man überwiegend schlanke klassizistische Stelen. Auf dem Baumgartner Friedhof wurden unter anderem Edmund Daniek, Alfred Eduard Forschneritsch, Johann Nepomuk Fuchs, Joseph Gangl, Karl Glossy, Hugo Hassinger, Wilhelm Hesch, Ernst Klimt, Ferdinand Ordelt, Fritz Schönpflug, Karl Schwerzek, Hans von Tabarelli und Karl Zaruba begraben. Die Christusstatue (von Halbig) war ursprünglich für den Dom in Gran (Ungarn) bestimmt; die vom Kardinal Simon, Primas von Ungarn, in Auftrag gegebenen Statuen (Christus und die zwölf Apostel) wurden von seinem Nachfolger nicht übernommen, sodass es zu einem gerichtlichen Ausgleich kam. Nach dem Tod Halbigs ließ dessen Witwe die Apostelstatuen, für die keine Verwendung bestand, zerschlagen, der Christus fand in einem Gastgarten (14, Hadikgasse) Aufstellung. 1903 erwarb sie Stadtbaumeister Josef Münzer und spendete sie schließlich, da ein Kirchenbauvorhaben nicht zustande kam, für den Baumgartner Friedhof. Seit 1976 besitzt der Baumgartner Friedhof über Initiative des Bezirksmuseums Penzing einen Grabsteinhain (Gruppe N), in dem kulturhistorisch wertvolle beziehungsweise anderweitig interessante Grabsteine nach Auflassung der betreffenden Grabstätten aufgestellt sind. Das Österreichische Schwarze Kreuz errichtete 1954 ein Denkmal.
Baumgartner Friedhof (Christusfigur), 1906

Literatur

  • Werner T. Bauer: Wiener Friedhofsführer. Genaue Beschreibung sämtlicher Begräbnisstätten nebst einer Geschichte des Wiener Bestattungswesens. Wien: Falter-Verlag 1988, S. 141 f.
  • Felix Czeike: XIV. Penzing. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1980 (Wiener Bezirkskulturführer, 14), S. 63 f.
  • Günther Haberhauer: Gräber von Persönlichkeiten auf dem Baumgartner Friedhof. In: Penzinger Museumsblätter 47. Wien: Museumsverein Penzing 1962- lfd., S. 5 ff.
  • Karl Koller: Der alte Baumgartner Friedhof. In: Penzinger Museumsblätter 47. Wien: Museumsverein Penzing 1962- lfd., S. 3 f.
  • Neuigkeits-Weltblatt, 01.01.1933