Bauernfeldhof

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Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1890
Jahr bis
Andere Bezeichnung Theaterhaus, Zum goldenen Pfau
Frühere Bezeichnung
Benannt nach Eduard von Bauernfeld
Einlagezahl
Architekt Hans Miksch, Julian Niedzielski
Prominente Bewohner Eduard von Bauernfeld, Bertha von Suttner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Wolfgang Wirsig: Wiener Hofnamen, Paul Harrer: Wien, seine Häuser
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BezirkStraßeHausnummer
Innere StadtStubenbastei2-4
Innere StadtWollzeile36-38
Innere StadtZedlitzgasse7

frühere Adressierung

 BezirkStraßeHausnummerJahr vonJahr bis
BauernfeldhofInnere StadtWollzeile34-361941
Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt79018211862
Stadt78918211862
Stadt83717951821
Stadt83617951821
Stadt83117701795
Stadt83017701795
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Bauernfeldhof (1, Stubenbastei 2-4, Wollzeile 36-38 [bis 1941 Wollzeile 34-36], Zedlitzgasse 7; Konskriptionsnummern 789 und 790).

Vorgängerbauten

Wollzeile 36 / Haus Stadt 790

Hier standen ursprünglich zwei Gebäude, die 1374 beziehungsweise 1385 erstmals urkundlich erwähnt werden. Letzteres war vielleicht schon ab dem 14. Jahrhundert im Besitz einer Messstiftung, die es 1524 verkaufte. 1603 kamen beide Gebäude in eine Hand und wurden in der Folge baulich verbunden.

Wollzeile 38, Stubenbastei 2-4, Zedlitzgasse 7 / Haus Stadt 789

Dieses an die Wollzeile sowie Stubenbastei und Zedlitzgasse grenzende Gebäude wird 1374 erstmals urkundlich erwähnt. Bereits ab 1399 taucht es für die nächsten siebzig Jahre nicht mehr in den Urkunden auf. In dieser Zeit kam es offensichtlich in den Besitz der Gemeinde, die es 1473 verkaufte. Ab 1521 gehörte es den Ratsherren Friedrich Piesch und Hans Straub.

Schon im 16. Jahrhundert lässt sich hier ein Wirtshaus belegen, das ab dem 18. Jahrhundert "Zum goldenen Rädl" hieß. Der Name leitet sich wohl vom damaligen Besitzer, Jakob Rädlmayer, ab.

1889/1890 lebte Eduard von Bauernfeld in diesem Gebäude. Direkt über ihm hatte der Domkapellmeister Gottfried von Preyer das ganze zweite Stockwerk für das Konvikt der Sängerknaben angemietet, die schon 1842 unter dem Domkapellmeister und Komponisten Johann Baptist Gänsbacher hier untergebracht wurden. Dessen Nachfolger, Joseph Drescher, wohnte auch in dem Gebäude. Nach dem Abbruch des Hauses wurde das Konvikt in die Bäckerstraße verlegt.

Auch der Generalintendant der beiden Hoftheater, Baron Hofmann, wohnte im hier besprochenen Haus. Die vielen Besuche, die er aus Theaterkreisen erhielt, machten das Haus ebenso unter der Bezeichnung "Theaterhaus" bekannt.

1890 wurde das Gebäude abgebrochen.


Bauernfeldhof

Der heutige Bauernfeldhof, ein Wohnhaus auf einer Grundfläche von 766 Qudratmetern, wurde zwischen 1890 und 1893 von Hans Miksch und Julian Niedzielski erbaut. Laut Czeike (Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien) wurde er für die Jupiter-Versicherung errichtet, laut Harrer (Paul Harrer: Wien, seine Häuser) erwarb ihn diese erst im Jahr 1953.

Am an der Wollzeile alle Stockwerke durchlaufenden Runderker wurde auf dem obersten Geschoss die Inschrift "Bauernfeldhof" angebracht. Außerdem erinnert eine Gedenktafel (enthüllt 8. August 1891; heute 1, Stubenbastei 2, Hausflur) an die ehemalige Wohnung Bauernfelds.

Durch die Kämpfe im April 1945 entstanden unterschiedlich schwere Schäden an Wohnungen und Wohnungseinrichtungen (herabhängende Plafonds, herausgerissene Tür- und Fensterstöcke sowie Glasschäden).

Im bescheidenen Hof des Hauses fanden 1899 die ersten populärwissenschaftlichen Vorträge der erst ein Jahr vorher gegründeten Urania statt. Außerdem befindet sich das Kabarett "Simpl" im Gebäude. 1945 eröffnete auch das russische Restaurant Sommer in diesem Haus.


Gewerbe und Firmen innerhalb des Hauses im Laufe der Jahre

Haus Stadt 789:

  • Wirtshaus

Bauernfeldhof:

  • Kabarett Simpl
  • Restaurant Sommer


Literatur

  • Felix Czeike: I. Innere Stadt. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1983 (Wiener Bezirkskulturführer, 1), S. 166
  • Wilhelm Kisch: Die alten Straßen und Plätze von Wiens Vorstädten und ihre historisch interessanten Häuser. (Photomechan. Wiedergabe [d. Ausg. v. 1883]). Cosenza: Brenner 1967, Band 1, S. 637
  • Hans Markl: Kennst du alle berühmten Gedenkstätten Wiens? Wien [u.a.]: Pechan 1959 (Perlenreihe, 1008), S. 97
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 3: Allgemeine und besondere Topographie von Wien. Wien: Jugend & Volk 1956, S. 407 f. (Zum goldenen Radel)
  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Menschen und Kultur. Band 4, 3. Teil. Wien ²1955 (Manuskript im WStLA), S. 568-573