Ballhausplatz 1

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Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von
Jahr bis
Andere Bezeichnung Amalientrakt der Hofburg
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner
Quelle Paul Harrer: Wien, seine Häuser
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BezirkStraßeHausnummer
Innere StadtBallhausplatz1

frühere Adressierung

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Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

1, Ballhausplatz 1

Hierbei handelt es sich um den Amalientrakt der Hofburg. Ursprünglich stand hier das Haus Dietrichs von Pillichsdorf, dem Erbauer der Katharinenkapelle bei den Minoriten.

Die Dokumentation der Geschichte dieser Anschrift beginnt ab dem Jahre 1342. 1356 kam das Haus in Besitz des Grafen Friedrich von Cilly oder Cilli. Das Geschlecht der Cilli, durch Heirat und Verschwägerung zu Reichtum und Macht gelangt, war an der Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert zu überragender Bedeutung emporgestiegen. Durch Barbara von Cilli, die zweite Gemahlin des Kaisers Sigismund und Schwiegermutter Albrechts II., waren sie auch in enge Beziehungen zu den Habsburgern getreten. Das Anwesen wurde auch als Cillierhof bezeichnet.

Kaiser Friedrich beanspruchte kraft seiner Verwandtschaft mit dem Grafen Ulrich von Cilli von der Stadt im Jänner 1458 mit der anderen Cillischen Erbschaft auch den Cillierhof für sich.

In der Nacht vom 18. zum 19. Juli 1519(1525) brach im Cillierhof ein Brand aus, der zu einer der furchtbarsten Katastrophen dieser Art wurde, die Wien je erlebte. Das Feuer brach um 11 Uhr nachts aus. Der Grund des Brandes war nicht eindeutig erklärbar. Kurz nach Ausbruch des Feuers erhob sich ein großer Wind, der es mit aller Stärke von einem Haus zum anderen trieb, so dass die Kirche St. Michael, alles bis nach St. Stephan, die zwei Nonnenklöster zur Himmelpforte und zu St. Jakob, wie das dazwischen liegende Kloster der Büßerinnen zu St. Hieronymus, sämtliche mit den umliegenden Häusern verbrannten. Weiter griffen die Flammen über die Stadtmauer hinaus und verheerten die Vorstadt vor dem Stubentor.

Man war in höchster Besorgnis wegen des Pulverhauses, welches mehr als 1000 Zentner Pulver enthielt. Wäre dieses Haus vom Feuer ergriffen worden, wären die Auswirkungen katastrophal gewesen. An die vierhundert Häuser brannten ab. Es scheinen auch viele Menschen laut Dechant umgekommen zu sein.

Unmut bemächtigte sich der Bewohner, dass sie durch ein im Haus des Landesfürsten entstandenes Feuer verarmt seien. Man ermahnte allerdings die Bewohner dem Erzherzog Treue und Gehorsam zu leisten. Die Bewohner waren der Meinung das der Erzherzog für den Schaden aufzukommen habe.

Aufgrund dieses Unglücks, welches der Stadt heimgefallen ist ordnete am 7. März 1526 Ferdinand die Einleitung fließenden Wassers in die Stadt nebst Aufstellung von Brunnenrohrkästen an, um bei ausbrechendem Feuer das zum Löschen nötige Wasser, das bis dahin nach mittelalterlicher Weise nur durch die Bader und aus den Hausbrunnen beschafft worden war, in ausreichender Menge bereit zu haben.

Der Cillierhof wurde wieder aufgebaut. Später war er als Wohnsitz des Kaisers Maximilian II. zweiten Sohns, den Erzherzog Ernst zugeteilt.

Seitdem der Cillierhof 1711 von der Witwe des Kaisers Josef I., Amalie Wilhelmine von Braunschweig, bewohnt wurde, erhielt er den Namen Amalienhof.

Literatur

  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Menschen und Kultur. Band 7, Wien ²1957 (Manuskript im WStLA), S. 231-234