Bürgerspitalkirche

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Art des Bauwerks Sakralbau
Jahr von
Jahr bis
Andere Bezeichnung Klarakirche
Frühere Bezeichnung
Benannt nach Bürgerspital
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
Letzte Änderung am  14.07.2017 durch WIEN1\lanm08swa
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Bürgerspitalkirche Zum Heiligen Geist (1), Pfarrkirche der Pfarre St. Clara des Bürgerspital, ehemalige Klosterkirche des Claraklosters.


Klosterkirche

1336 wird Fredericus Himberger aus Straubing als Kirchenbaumeister genannt. Am 25. Oktober 1349 wurde am selben Tag, an dem Herzog Albrecht II. von Österreich alle Herren Österreichs, der Steiermark und Kärntens den Treueid auf seinen Sohn Rudolf IV. schwören ließ, die Klosterkirche der heiligen Clara von Assisi geweiht. Diese lange Bauzeit könnte darauf zurückzuführen sein, dass zuerst eine kleine Kirche errichtet wurde, die später erweitert und danach 1349 eingeweiht wurde. Trotzdem war sie nicht besonders groß. Es handelte sich um eine dreischiffige Hallenkirche ohne Presbyterium mit flachem Schluss. Die Gewölbe wurden von vier freistehenden Pfeilern getragen. Sie bewahrte bis ins 18. Jahrhundert ihren mittelalterlichen Charakter, der dem Typus der Bettelordenkirchen entsprach. Vorbild war wohl die Dominikanerinnenkirche in Tulln. Der Hochaltar war der heiligen Klara geweiht, der linke Seitenaltar war für Gebete und Messopfer für alle Mitglieder der Familie Habsburg bestimmt. Der rechte Altar (Maria Verkündigung) war mit dem Bildnis der Herzogin Anna und ihres Bruders, Herzog Rudolf, geziert. Die Kirche war an drei Seiten in das Klostergebäude eingebaut, nur die Langhausseite gegenüber der Stadtmauer stand frei. Der Turm hatte einen hohen Metallhelm mit einer dünnen Spitze.

Spitalkirche

Dem Bürgerspital wurde 1530 (nach der Ersten Türkenbelagerung) provisorisch (1539 endgültig) das von den Nonnen 1529 verlassene Clarakloster auf dem Schweinemarkt (1, Lobkowitzplatz) als Ersatz für ihr von den Türken zerstörte Spital vor dem Kärntnertor zur Nutzung übergeben; sie wurde (in Erinnerung an die frühere Spitalskirche) dem Heiligen Geist geweiht; der Klosterfriedhof wurde aufgelassen. Die Kirche wurde am 20.Oktober 1784 entweiht und machte (zugleich mit dem Bürgerspital und zwei an dieses angebauten Häusern, dem Rumorwachthaus [das zugleich Station der Sesselträger war] und dem Wachthaus des Reiterpiketts) dem neuen Bürgerspitalzinshaus Platz.

Literatur

  • Richard Perger / Walther Brauneis: Die mittelalterlichen Kirchen und Klöster Wiens. Wien [u.a.]: Zsolnay 1977 (Wiener Geschichtsbücher, 19/20), S. 208 ff.