Bürgerspital-Gottesacker

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"Der Bürgerspitals-Gottesacker mit der Augustinkapelle und der Carlskirche im Jahre 1737."
Art des Objekts Friedhof
Jahr von 1638
Jahr bis 1789
Name seit
Andere Bezeichnung Armensünder-Gottesacker
Frühere Bezeichnung
Benannt nach Bürgerspital
Bezirk 4
Lage begrenzt von Karlsplatz, Argentinierstraße und Paniglgasse
Verkehr
Prominente Bewohner
Besondere Bauwerke Augustinkapelle
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
Letzte Änderung am  21.06.2017 durch WIEN1\lanm08swa
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Bildname Gottesacker.jpg
Bildunterschrift  "Der Bürgerspitals-Gottesacker mit der Augustinkapelle und der Carlskirche im Jahre 1737."
Bildquelle Wilhelm Kisch: Wien. Wien: Gottlieb 1883
Bildrechte
Der Bürgerspital-Gottesacker mit Karlskirche am Nagel-Plan (1773).

Bürgerspital-Gottesacker, auch Armensünder-Gottesacker (4, neben der heutigen Karlskirche, begrenzt von Argentinierstraße, Paniglgasse und über die Karlsgasse hinausreichend). Um 1638 entstand hier der Friedhof des Wiener Bürgerspitals. Hier wirkte die über Initiative von Kaiserin Eleonore von Gonzaga (1598-1655, Witwe Ferdinands II.) begründete Totenbruderschaft (1638 von Papst Urban VIII. bestätigt), deren Mitglieder, vermummt und in schwarzen Kutten gehüllt, die Leichen Hingerichteter vom Richtplatz wegtrugen, um sie zu begraben (früher waren sie auf der Richtstätte oder an einem ungeweihten Ort verscharrt worden). Auf diesem Gottesacker befand sich die stattliche Augustinkapelle (fälschlich als Rochuskapelle bezeichnet, 1790 abgebrochen). Ab 1784 wurde der Armensünder-Gottesacker nicht mehr belegt und 1789 eingeebnet. Hier war Antonio Vivaldi begraben (Gedenktafel an der Technischen Universität).


Literatur

  • Werner T. Bauer: Wiener Friedhofsführer. Genaue Beschreibung sämtlicher Begräbnisstätten nebst einer Geschichte des Wiener Bestattungswesens. Wien: Falter-Verlag 1988, S. 36 ff.
  • Carl Hofbauer: Die Wieden mit den Edelsitzen Conradswerd, Mühlfeld, Schaumburgerhof und dem Freigrunde Hungerbrunn. Historisch-topographische Skizzen zur Schilderung der Vorstädte Wiens. Wien: Gorischek 1864 (1864), S. 166 ff.
  • Wilhelm Kisch: Die alten Straßen und Plätze von Wiens Vorstädten und ihre historisch interessanten Häuser. (Photomechan. Wiedergabe [d. Ausg. v. 1888]). Cosenza: Brenner 1967, Band 2, S. 160 ff.
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 3: Allgemeine und besondere Topographie von Wien. Wien: Jugend & Volk 1956, S. 231