Börsegasse 1

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Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1892
Jahr bis
Andere Bezeichnung Heiligtumstuhlhaus, "Zum (eisernen) Harnisch"
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt Hugo Steiner
Prominente Bewohner
Quelle Paul Harrer: Wien, seine Häuser
Letzte Änderung am  21.01.2017 durch DYN\krabina
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BezirkStraßeHausnummer
Innere StadtBörsegasse1
Innere StadtTiefer Graben25

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Innere Stadt18317951821
Innere Stadt18417951821
Innere Stadt17618211862
Innere Stadt35417701795
Innere Stadt17718211862
Innere Stadt35317701795
Innere Stadt35217701795
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

1, Börsegasse 1, (Konskriptionsnummer 176 und 177), identisch mit Tiefer Graben 25.


Haus Stadt 176 "Zum (eisernen) Harnisch"

Die früheste, bekannte Nennung des Hauses Stadt 176 datiert in das Jahr 1475. Weder von der Behauptung Schimmers, dass sich in diesem Haus bereits im 15. Jahrhundert (Kisch spricht sogar vom 14. Jahrhundert) ein Bettelkotter befunden habe (falsch), noch das von Kisch hier vermutete Notspital lässt sich in den Grundbüchern nachweisen. In späteren Jahren kam tatsächlich der Bettelkotter in das Haus Stadt 176 der sich bis zum Jahr 1785 in diesem Haus befand. Eine Geweranschreibung dieses Jahres besagt: "Nachdem aber der im Haus befindlich gewesene Bettelkotter übersetzt und das Haus öffentlich feilgeboten worden ist, hat es der bürgerliche Schlossermeister Ignaz Deutsch und dessen Frau Theresia käuflich ab sich gebracht." Die Übersetzung erfolgte in das seit 1783 aufgelassene Siebenbüchnerinnenkloster, das zum Polizeigefangenenhaus umgestaltet, seit 1785 als solches diente.

1892 wurde das Haus abgebrochen und mit dem Haus Stadt 177 zu einem verbaut.


Haus Stadt 177

Haus Stadt 177 bestand einstmals aus zwei Häusern.

Haus A

1488 durch eine Geweranschreibung erstmals erwähnt.

Haus B

Im Jahr 1573 erstmals erwähnt. Nach 1700 führt das Gebäude auch den Schildnamen "Heiligthumb-Stuhl". Das dürfte wohl dem Umstand zuzuschreiben sein, dass es damals der "gemeinen Stadtbehausung" diente, "worinnen der Zettelschreiber und Totenbeschauer ihre Wohnung haben." Dieses Amt war früher im Heiltumstuhl am Stephansfreithof untergebracht gewesen, der aus Verkehrsrücksichten in den Jahren 1699/1700 abgebrochen worden war. Es handelte sich also um die Übertragung des Namens. Mit dem "Heiligtum" (Reliquienaufsatz) selbst hatte hingegen das Haus in der Börsegasse niemals etwas zu tun. Vor 1849 wurde das Totenbeschreibamt von dort in das Magistratsgebäude in der Wipplingerstraße übersetzt, doch blieb das Haus auch weiterhin in Verwendung der Gemeinde.


Der Neubau

In den Jahren 1892/1893 wurde an Stelle der Häuser Stadt 176 und 177 ein moderner fünfstöckiger Zinsbau durch den Architekten Hugo Steiner erbaut, der sich von Anbeginn an in Privatbesitz befand und als dessen Eigentümer die Häuserkataster von 1905 und 1911 E. Groß & Co. angeben.


Ämter, Gewerbe und Firmen innerhalb des Hauses im Laufe der Jahre


Literatur

  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur. Band 2, 3. Teil. Wien ²1953 (Manuskript im WStLA), S. 647-654
  • Wilhelm Kisch: Die alten Straßen und Plätze von Wiens Vorstädten und ihre historisch interessanten Häuser. (Photomechan. Wiedergabe [d. Ausg. v. 1883]). Cosenza: Brenner 1967, Band 1, S. 618