Bäcker

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Städtische Bäckerei in der Hasnerstraße (1949)
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Objektbezug
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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Bildname Bäcker.jpg
Bildunterschrift  Städtische Bäckerei in der Hasnerstraße (1949)
Bildquelle WStLA, Fotos des Presse- und Informationsdienstes, FC1: 4913/5, Faulhaber, Anna M. : Pitt der Jüngere / vorgelegt von Anna Maria Faulhaber , 1971 . - 88 Bl.
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0

Bereits in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts verkauften Bäcker beim Stephansfreithof Brot und Kuchen. Eine Einung wurde (wie bei allen Handwerkern) von den Landesfürsten seit Ende des 13. Jahrhunderts wiederholt untersagt, konnte jedoch nicht verhindert werden. Dass das Wiener Gebäck großen Anklang fand, ist auch dem Fürstenbuch des Jans Enenkel zu entnehmen (die Bäcker überreichten Herzog Leopold VI. zu Weihnachten „kipf und wize flecken"). Am Graben befand sich das Brothaus. Die Bäckerstraße erinnert daran, dass auch dort Brot verkauft wurde. Das älteste nachweisbare Zunfthaus der Bäcker stand 1468 in der Krugerstraße; 1605 übersiedelte die Innung auf den Salzgries 21 (1615 erfolgte im Zuge eines Umbaues eine Vergrößerung, 1830 wurde ein Neubau errichtet). Die Strafe des Bäckerschupfens findet sich vom 13. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Die städtischen Bäcker erzeugten anfangs vorwiegend weißes und kleines Gebäck, wogegen das große Gebäck hereingeführt wurde (vor allem aus Langenzersdorf). 1442 erhielten die Stadtbäcker die Erlaubnis, auch das große Brot selbst zu backen. Sie verkauften es zunächst in ihren Backhäusern, konnten damit aber die Kundenwünsche nicht voll befriedigen; deshalb kam es zu einer Dezentralisierung des Verkaufs. In der Folge entstanden Brottische bzw. Brotbänke auf dem Hohen Markt, Am Hof und am Graben, wo das Brot durch „Brotsitzerinnen" vertrieben wurde; als Miete für einen Brottisch mussten die Bäcker pro Tag 1 Pfennig an die Stadt entrichten. Daneben gab es Ladnerinnen und Ladner, die ebenfalls Brot verkauften, sich aber keines guten Rufs erfreuten. 1898 übersiedelte die Innung in die Florianigasse 13 (Haus der Bäckerinnung).

Quellen

Literatur

  • Felix Czeike: Der Graben. Wien [u.a.]: Zsolnay 1972 (Wiener Geschichtsbücher, 10), S. 42 f.
  • Jakob Ebner: Wörterbuch historischer Berufsbezeichnungen. Berlin / Boston: de Gruyter 2015, S. 66f
  • Gustav A. Ressel: Das Archiv der Bäckergenossenschaft in Wien. Ein Beitrag zur Geschichte des Wiener Handwerkes. Wien: Gerlach & Wiedling 1913
  • Gerlinde Sanford: Wörterbuch von Berufsbezeichnungen aus dem siebzehnten Jahrhundert. Gesammelt aus den Wiener Totenprotokollen der Jahre 1648-1668 und einigen weiteren Quellen. Bern / Frankfurt am Main: Lang 1975 (Europäische Hochschulschriften. Reihe 1: Deutsche Sprache und Literatur, 136), S. 8
  • Helmut Schlegel: Aus der Geschichte des Bäckergewerbes in Wien. Diss. Univ. Wien. Wien 1964
  • Heinz Zatschek: Handwerk und Gewerbe in Wien. Von den Anfängen bis zur Erteilung der Gewerbefreiheit im Jahre 1859. Wien: Österreichischer Gewerbeverlag 1949