August Eisenmenger

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August Eisenmenger
Personenname Eisenmenger, August
Abweichende Namensform
Titel
Geschlecht männlich
GND 11775191X
Geburtsdatum 11.02.1830
Geburtsort Wien
Sterbedatum 07.12.1907
Sterbeort Wien
Begräbnisdatum
Friedhof Zentralfriedhof, Ehrengrab Grab 32A, Nummer 38
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Maler
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche Eisenmengergasse, Eisenmengergasse (19)
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
Letzte Änderung am  20.11.2017 durch WIEN1\lanm09egg
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Bildname Augusteisenmenger.jpg
Bildunterschrift  August Eisenmenger
Bildquelle Wienbibliothek im Rathaus, Tagblattarchiv: Fotosammlung, TF-002335
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0

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Art der AdresseBezirkStraßeHausnummer
Geburtsadresse8Albertgasse54
Sterbeadresse3Salesianergasse4
Geburtsadresse8Alser Straße61

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August Eisenmenger, * 11. Februar 1830 Breitenfeld 2 (8, Alser Straße 61, Albertgasse 54), † 7. Dezember 1907 Wien 3, Salesianergasse 4 (Zentralfriedhof, Ehrengrab Grab 32A, Nummer 38, Marmorporträtrelief von Hans Bitterlich), Maler, Gattin (1862) Emma Wilhelmine Singer (1841-1907; ihre Schwester Maria Barbara heiratete 1858 den Maler Eduard Bitterlich), Sohn des Wiener Viktualienhändlers Johann Christoph Eisenmenger (1800-1878). Studierte 1845-1848 an der Akademie der bildenden Künste, wurde 1856 (nach Unterbrechung des Studiums) von Carl Rahl in sein Atelier aufgenommen und entwickelte sich zu dessen bestem Schüler.

Mit Rahl und seinen damaligen Mitschülern (Eduard Bitterlich, Eugen Felix, Franz Xaver Gaul, Christian Griepenkerl und andere) befand er sich in einem erbitterten Kampf gegen Carl Blaas, dem 1850 die Ausführung der Fresken für das Wiener Arsenal übertragen worden war. Die Freundschaft Rahls mit Theophil von Hansen kam Eisenmenger hingegen sehr zustatten, weil dieser ihn auch nach Rahls Tod für die Ausschmückung seiner Monumentalbauten heranzog. 1860 entstand (nach einem Entwurf Rahls) im Zuge der Erweiterung durch Hansen das Wandgemälde für die Vorhalle der griechisch-nichtunierten Kirche (1, Fleischmarkt 13). 1862 gestaltete er (in Zusammenarbeit mit Rahl und Karl Lotz) die Fassadenbemalung von Hansens Heinrichhof, wobei er sich der Technik der Wachsfassadenmalerei bediente, die er als einer der ersten vorzüglich zu handhaben verstand. Gleichzeitig war er an den Deckenbildern im Speisesaal des Sinapalais beteiligt (wahrscheinlich Verkörperungen von Luft und Wasser, wogegen Griepenkerl Erde und Feuer darstellte). 1863 wurde Eisenmenger Zeichenlehrer an der evangelischen Realschule in Wien, 1872 Professor an der Akademie der bildenden Künste; daneben leitete er eine Spezialschule für Historienmalerei (1872-1901). 1869 schuf er das Deckengemälde „Apollo und die 9 Musen" im großen Saal des Musikvereinsgebäudes (1945 beschädigt), 1870 malte er (mit Eduard Bitterlich) Deckengemälde im Speisesaal des Grand Hotels (1, Kärntner Ring 9-13), 1871 Deckenfresken (Friesmedaillons) im Österreichischen Museum für Kunst und Industrie (1, Stubenring 5; heute Österreichisches Museum für angewandte Kunst) sowie das Gemälde „Die 3 Grazien" für das Stiegenhaus im Palais Tietz (1, Schottenring 10; ein weiteres Gemälde [„Allegorie des Friedens"] ist verschollen). 1881 malte Eisenmenger ein Porträt von Professor Ernst Wilhelm Brücke für den Senatssaal der Universität. Im selben Jahr entstanden die Arbeiten „Stadterweiterung und Austria" für das Rathaus und „Triumph der Gerechtigkeit" für den Justizpalast, 1884 die Sgraffiti an der Rückfront der Universität (1,Reichsratsstraße), 1885 der zyklische Fries (15 Bilder) „Entstehung des modernen Staatswesens" für den Sitzungssaal des Parlaments, 1887 der Fries „Bezähmung der Naturgewalten durch die Grazien" für die Hoflogenstiege im Burgtheater sowie (mit Schülern) die Malerei an der Rückseite der Nischen vor dem Haupteingang der Akademie der bildenden Künste (1, Schillerplatz), 1888 die beiden Altarbilder „Tod des heiligen Benedikt" und „Heiliger Gregor" für die Schottenkirche (1) und bis 1890 Friesbilder für Saal XI im Erdgeschoß des Kunsthistorischen Museums. Von Eisenmenger stammt auch das Figurale auf der Österreich 1-Gulden-Banknote.

1888-1890 war Eisenmenger Rektor und 1890-1892 Prorektor der Akademie der bildenden Künste, 1901 trat er in den Ruhestand. Eisenmengergasse, Eisenmengergasse (19).

Quellen

Literatur

  • Walter Kleindel: Das große Buch der Österreicher. 4500 Personendarstellungen in Wort und Bild, Namen, Daten, Fakten. Unter Mitarbeit von Hans Veigl. Wien: Kremayr & Scheriau 1987
  • Hermann Clemens Kosel: Deutsch-österreichisches Künstler- und Schriftsteller-Lexikon. Band 1: Biographien der Wiener Künstler und Schriftsteller. Wien: Verlag der Gesellschaft für Graphische Industrie 1902
  • Österreichisches biographisches Lexikon 1815–1950. Hg. von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften / Wien/Graz: Böhlau 1954-lfd.
  • Isabella Ackerl / Friedrich Weissensteiner: Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik, Wien: Ueberreuter 1992
  • Ulrich Thieme / Felix Becker [Hg.]: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. 37 Bände. Leipzig: Engelmann 1907-1950
  • Constantin von Wurzbach: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Österreich. Enthaltend die Lebensskizzen der denkwürdigen Personen, welche 1750 bis 1850 im Kaiserstaate und in seinen Kronländern gelebt haben. 60 Bände. Wien: Verlag der typografisch-literarisch-artistischen Anstalt 1856-1891. Register 1923
  • Renate Wagner-Rieger [Hg.]: Die Ringstraße. Bild einer Epoche. Die Erweiterung der Inneren Stadt Wien unter Kaiser Franz Joseph. Band 1. Wiesbaden: Steiner 1969, Register
  • Renate Wagner-Rieger [Hg.]: Die Ringstraße. Bild einer Epoche. Die Erweiterung der Inneren Stadt Wien unter Kaiser Franz Joseph. Band 4. Wiesbaden: Steiner 1972, S. 52, 284, 448
  • Renate Wagner-Rieger [Hg.]: Die Ringstraße. Bild einer Epoche. Die Erweiterung der Inneren Stadt Wien unter Kaiser Franz Joseph. Band 7. Wiesbaden: Steiner 1976, S. 337
  • Renate Wagner-Rieger [Hg.]: Die Ringstraße. Bild einer Epoche. Die Erweiterung der Inneren Stadt Wien unter Kaiser Franz Joseph. Band 9/3. Wiesbaden: Steiner 1980, S. 42, 108, 128, 209
  • Renate Wagner-Rieger [Hg.]: Die Ringstraße. Bild einer Epoche. Die Erweiterung der Inneren Stadt Wien unter Kaiser Franz Joseph. Band 10. Wiesbaden: Steiner 1981, S. 81 ff.
  • Renate Wagner-Rieger [Hg.]: Die Ringstraße. Bild einer Epoche. Die Erweiterung der Inneren Stadt Wien unter Kaiser Franz Joseph. Band 11. Wiesbaden: Steiner 1981, S. 170
  • Die k.k. Akademie der bildenden Künste in Wien in den Jahren 1892-1917. Zum Gedächtnis des zweihundertfünfundzwanzigjährigen Bestandes der Akademie. Wien: Verlag der Akademie 1917, S. 275 f.
  • Renate Wagner-Rieger: Wiens Architektur im 19. Jahrhundert. Wien: Österreichischer Bundesverlag 1970, S. 200 (Anmerkung 3)
  • Kunst des 19. Jahrhunderts. Bestandskatalog der Österreichischen Galerie des 19. Jahrhunderts Wien. Band 1 (A – E). Wien: Brandstätter 1992, S. 216 f.
  • Geschichte der bildenden Kunst in Wien. Band 2: Geschichte der Malerei in Wien. Wien [u.a.]: Selbstverlag des Vereines für Geschichte der Stadt Wien 1955 (Geschichte der Stadt Wien / Neue Reihe, 7/2), S. 150 f., 163, 167
  • Felix Czeike: Wien. Kunst und Kultur-Lexikon. Stadtführer und Handbuch. München: Süddeutscher Verlag 1976, Register
  • Justus Schmidt / Hans Tietze: Dehio Wien. Wien: A. Schroll 1954 (Bundesdenkmalamt: Die Kunstdenkmäler Österreichs), S. 25, 41, 58, 66, 76
  • Technischer Führer durch Wien. Hg. vom Österreichischen Ingenieur- und Architekten-Verein. Red. von Martin Paul. Wien: Gerlach & Wiedling 1910, S. 335, 347, 467, 510
  • Paul Kortz: Wien am Anfang des 20. Jahrhunderts. Ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung. Hg. vom Oesterreichischen Ingenieur und Architekten-Verein. Band 2. Wien: Gerlach & Wiedling 1906, S. 95, 171, 191, 344, 443
  • Felix Czeike: I. Innere Stadt. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1983 (Wiener Bezirkskulturführer, 1), S. 32, 38, 42
  • Felix Czeike: XI. Simmering. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1980 (Wiener Bezirkskulturführer, 11), S. 60
  • Felix Czeike: XIII. Hietzing. Mit ausführlicher Beschreibung, Karten- und Grundrißskizzen von Schönbrunn. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1982 (Wiener Bezirkskulturführer, 13), S. 30
  • Hans Havelka: Zentralfriedhof. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1983 (Wiener Bezirkskulturführer, 30), S. 28
  • Heinz Schöny: Wiener Künstler-Ahnen. Genealogische Daten und Ahnenlisten. Wiener Maler. Band 2: Biedermeier, Historismus, Impressionismus. Wien: Selbstverlag der Heraldisch-Genealogischen Gesellschaft "Adler" 1975, S. 162
  • Walter Wagner: Geschichte der Akademie der bildenden Künste in Wien. Wien: Rosenbaum 1967 (Veröffentlichungen der Akademie der Bildenden Künste in Wien, Neue Folge 1), S. 374 ff. und Register
  • Alphons Lhotsky: Die Baugeschichte der Museen und der neuen Burg. Wien: F. Berger 1941 (Festschrift des Kunsthistorischen Museums zur Feier des fünfzigjährigen Bestandes, 1), S. 103, 169
  • Alfred Missong: Heiliges Wien. Ein Führer durch Wiens Kirchen und Kapellen. Wien: Wiener Dom-Verlag ³1970, S. 243
  • Hans Havelka: Der Wiener Zentralfriedhof. Wien: Jugend und Volk 1989, S. 46
  • Hans Markl: Kennst du die berühmten letzten Ruhestätten auf den Wiener Friedhöfen? Band 1: Zentralfriedhof und Krematorium (Urnenhain). Wien: Pechan 1961, S. 97
  • Karl F. Stock / Rudolf Heilinger / Marylène Stock: Personalbibliographien österreichischer Dichter und Schriftsteller von den Anfängen bis zur Gegenwart. Pullach bei München: Verlag Dokumentation 1972