Antonio Salieri

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Antonio Salieri (1750-1825), Komponist, um 1786
Personenname Salieri, Antonio
Abweichende Namensform Salieri, Anton
Titel
Geschlecht männlich
GND 118750909
Geburtsdatum 18.08.1750
Geburtsort Legnano, Italien
Sterbedatum 07.05.1825
Sterbeort Wien
Begräbnisdatum 24.11.1909
Friedhof Zentralfriedhof
Grabstelle Ehrengrab, Gruppe 0, Reihe 1, Nr. 54; davor: Friedhof Matzleinsdorf
Ehrengrab
Beruf Komponist, Dirigent
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche Salierigasse
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
Letzte Änderung am  16.01.2017 durch DYN\krabina
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Bildname HMW 055577 00046.jpg
Bildunterschrift  Antonio Salieri (1750-1825), Komponist, um 1786
Bildquelle HMW 55577/46, Grafik: Hieronymus Löschenkohl
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0

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Art der AdresseBezirkStraßeHausnummer
SterbeadresseInnere StadtGöttweihergasse1
SterbeadresseInnere StadtSpiegelgasse17
SterbeadresseInnere StadtSeilergasse12

Antonio Salieri, * 18. Juli 1750 Legnano, Venetien, † 7. Mai 1825 Stadt 1088 (Helferstorfisches Haus; 1, Seilergasse 12, Göttweihergasse 1, Spiegelgasse 11; Matzleinsdorfer katholischer Friedhof [Zentralfriedhof, Ehrengrab, Gruppe 0, Reihe 1, Nr. 54]), Komponist, Gattin (10. Oktober 1777) Therese von Helferstorfer († 1807).

Als Sohn des Kaufmanns Anton Salieri und dessen Gattin Anna geboren, früh verwaist (1765 Vollwaise), wurde Salieri in Venedig vom k. k. Kammerkomponisten Florian Leopold Gaßmann entdeckt, der ihn 1766 nach Wien mitnahm. Hier lernte Salieri 1767 Pietro Metastasio und 1769 Christoph Willibald Gluck kennen (der sein bedeutendster Lehrer und Förderer wurde), komponierte 1770 seine erste Oper ("Le donne letterate") und wurde nach Gaßmanns Tod (1774) dessen Nachfolger als Hofkompositeur und Direktor der italienischen Oper. Am 1. März 1788 wurde Salieri zum kaiserlichen Kapellmeister ernannt, nahm jedoch erst 1792 seinen dauernden Aufenthalt in Wien; in diesem Jahr komponierte er ein Tedeum für Franz II. Sein Opernschaffen ist geprägt durch die Tradition der italienischen Opera seria und die Orientierung an Gluck. Zu seinen (über 60) Schülern gehörten Beethoven, Czerny, Hummel, Liszt, Meyerbeer, Mozart, Schubert, Sechter und Süßmayer.

Die Rivalität mit Mozart erscheint wegen der unterschiedlichen künstlerischen und sozialen Position unwahrscheinlich, jedenfalls ist die Meinung, er könnte der Mörder Mozarts sein, historisch unhaltbar (auch wenn sie in Belletristik und Film zum Ausdruck kommt). 1790 hatte Salieri die Hofkapellmeisterstelle niedergelegt, bis 1824 war er Leiter der Hofsängerkapelle (am 12. Juni trat er in den Ruhestand). 1813 war er Gründungsmitglied der Gesellschaft der Musikfreunde, ab 1817 Oberleiter der Singschule. Salieris Autographen kamen testamentarisch an die Tonkünstler-Sozietät (deren Präsident er 1788-1795 war und deren Konzerte er bis 1818 geleitet hatte), später gelangten sie über Graf Dietrichstein und Hofrat von Mosel in den Besitz der Hofbibliothek.

Gedenktafel (1, Spiegelgasse 11, Ecke Göttweihergasse; ohne Widmungshinweis); hier stand zuvor das Wohn- und Sterbehaus Salieris.

Salierigasse.

Quellen

Literatur

  • Allgemeine Deutsche Biographie. Hg. von der Historischen Commission bei der königlichen Akademie der Wissenschaften. 56 Bände. Leipzig: Duncker & Humblot 1875-1912
  • Österreichisches biographisches Lexikon 1815–1950. Hg. von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften / Wien/Graz: Böhlau 1954 - lfd. (Werkverzeichnis)
  • Hugo Riemann: Riemann Musiklexikon. In drei Bänden. Personenteil: L-Z. Mainz: Schott 1961
  • Constantin von Wurzbach: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Österreich. Enthaltend die Lebensskizzen der denkwürdigen Personen, welche 1750 bis 1850 im Kaiserstaate und in seinen Kronländern gelebt haben. 60 Bände. Wien: Verlag der typografisch-literarisch-artistischen Anstalt 1856-1891, Register 1923
  • Rudolph Angermüller: Antonio Salieri. Sein Leben und seine weltlichen Werke unter besonderer Berücksichtigung seiner "großen" Opern. 3 Bände. München: Katzbichler 1971-1974
  • Rudolph Angermüller: Antonio Salieri. Fatti e documenti. Legnano: Comune di Legnano 1985 (Werk- und Literaturverzeichnis, Briefe und Schriften)
  • Volkmar Braunbehrens: Salieri. Ein Musiker im Schatten Mozarts. München [u.a.]: Piper 1989
  • Giuseppe Magnani: Antonio Salieri, musicista legnaghese, 1750-1825. Con pref. del Sen. On. Innocenzo Cappa. Ed. a cura del Comune di Legnago e di un comitato cittadino. Legnago: Manani 1934
  • Julius Rabe: Antonio Salieri. Beethovens lärare. In: Svenska tidskrift for musikforskning 9 (1927), S. 185-194
  • Walter Pollak [Hg.]: Tausend Jahre Österreich. Eine biographische Chronik. Band 1: Von den Babenbergern bis zum Wiener Kongreß. Wien / München: Jugend & Volk 1973, S. 327 ff.
  • Der Wiener Kongreß. Ausstellung veranstaltet vom Bundesministerium für Unterricht gemeinsam mit dem Verein der Museumsfreunde, 1. Juni bis 15. Oktober 1965, Schauräume der Hofburg, Kaiserappartements, Wien. [150 Jahre Wiener Kongress]. Kataloggestaltung: Epi Schlüsselberger. Wien: Gistel & Cie 1965, S. 284
  • Bürgersinn und Aufbegehren. Biedermeier und Vormärz in Wien 1815-1848. Katalog der Sonderausstellung des Historischen Museums der Stadt Wien 17. Dezember 1987 bis 12. Juni 1988. Wien: Jugend und Volk 1988 (Sonderausstellung des Historischen Museums der Stadt Wien, 109), S. 92
  • Peter Csendes [Hg.]: Österreich 1790–1848. Kriege gegen Frankreich, Wiener Kongreß, Ära Metternich, Zeit des Biedermeier, Revolution von 1848. Das Tagebuch einer Epoche. Wien: Brandstätter 1987, S. 168
  • Hans Markl: Kennst du die berühmten letzten Ruhestätten auf den Wiener Friedhöfen? Band 1: Zentralfriedhof und Krematorium (Urnenhain). Wien: Pechan 1961, S.14
  • Bühne 3 (1986), S. 28
  • Wiener Zeitung, 11.05.1990
  • Michael Lorenz: Antonio Salieri's Early Years in Vienna, Wien 2013.

Links