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Anton Wildgans

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Anton Wildgans (Berlin: World Wide Photos 1931)
Personenname Wildgans, Anton
Abweichende Namensform
Titel Dr. jur., Hofrat
Geschlecht männlich
GND 118632841
Geburtsdatum 17.04.1881
Geburtsort Wien
Sterbedatum 03.05.1932
Sterbeort Mödling
Begräbnisdatum 06.05.1932
Friedhof Zentralfriedhof
Grabstelle 14/C/6
Ehrengrab ja
Beruf Jurist, Schriftsteller
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass Österreichische Nationalbibliothek
Verkehrsfläche Wildgansplatz
Denkmal Wildgansdenkmal (3)
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
Letzte Änderung am  16.01.2017 durch DYN\krabina
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Bildname Antonwildgans.jpg
Bildunterschrift  Anton Wildgans (Berlin: World Wide Photos 1931)
Bildquelle Wienbibliothek im Rathaus, Tagblattarchiv, TF-011354
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0
FunktionFunktion vonFunktion bis
Direktor des Burgtheaters19211922
Direktor des Burgtheaters19301931
AuszeichnungVerleihungÜbernahme
Direktor des Burgtheaters19301931
Grillparzerpreis
Volkstheaterpreis
Preis der Stadt Wien für Literatur1929
Art der AdresseBezirkStraßeHausnummer
Wohnadresse3Neulinggasse9
Wohnadresse8Schmidgasse
Wohnadresse8Lenaugasse13
Wohnadresse8Lenaugasse19
NameVerwandtschaftsgrad
Lilly WürzlGattin
Friedrich WildgansVater
Therese CharvatMutter

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Wildgans Anton, * 17. April 1881 Wien 3, Radetzkystraße 6, Matthäusgasse 1 (Gedenktafel, enthüllt am 17. April 1936), † 3. Mai 1932 Mödling, Andergasse (Kowatschitschgasse) 3 (Zentralfriedhof, Ehrengrab, Grab 14C, Nummer 6), Dichter, Gattin (27. März 1909) Lilly Würzl (* 22. Mai 1886, † 21. März 1968 Mödling, Niederösterreich [Zentralfriedhof, Bestattung im Ehrengrab ihres Gatten Anton]), Sohn des Ministerialvizesekretärs im Ackerbauministerium Dr. Friedrich Wildgans († 3. Jänner 1906 Wien 7, Lerchenfelder Straße 3 [Gedenktafel]) und dessen Gattin Therese Charvat († 1885).

Nach Besuch des Piaristengymnasiums (Gedenktafel 8, Jodok-Fink-Platz) studierte Wildgans an der Universität Wien (Dr. jur. 1908), trat als Gerichtspraktikant in den Staatsdienst ein (1910/1911), schlug dann aber die Laufbahn eines freien Schriftstellers ein. Seine künstlerische Entwicklung ging vom Naturalismus (beeinflusst von Gerhart Hauptmann) über den Symbolismus zum Expressionismus. Die von ihm geschaffene Lyrik stand anfangs unter dem Einfluss von Rilke und Hofmannsthal, erfuhr aber bald durch realistische Naturnähe, Anmut und Musikalität persönliche Prägung; eine tiefe Liebe zu aller Kreatur, aber auch Hingabe an den Zauber der Landschaft und Verbundenheit mit seiner Heimatstadt kommen in ihr zum Ausdruck.

Wildgans erhielt den Grillparzer- und Volkstheaterpreis.

Die bekanntesten Werke sind seine Lyrik (Vom Wege, 1903; Herbstfrühling, 1909; Und hättet der Liebe nicht, 1911; Die Sonette an Ead, 1913; Das große Händefalten, 1914; Österreichische Gedichte, 1914/1915; Mittag, 1917; Dreißig Gedichte, 1917; Wiener Gedichte, 1926), seine Dramen (In Ewigkeit Amen, 1913; Armut, 1914; Liebe, 1916; Dies irae, 1918; Kain, 1919), sein Hexameterepos "Kirbisch" (1927), seine autobiographische Prosa "Musik der Kindheit" (1928; im ersten Kapitel schildert er das Weißgerberviertel), die "Rede über Österreich" (1929) und "Ich beichte und bekenne" (1933).

1921/1922 und 1930/1931 war Wildgans Direktor des Burgtheaters.

Wohnhaft 8, Schmidgasse, Lenaugasse 13 (1885-1892), Lenaugasse 19 (1893-1905; Gedenktafel, enthüllt 11. November 1965) und 3, Neulinggasse 9 (1909-1915). Oft hielt er sich in Mönichkirchen auf, wo er erstmals zu Weihnachten 1909 gewesen war.

Der "Anton Wildgans Preis der Österreichischen Industrie" wurde 1962 das erste Mal vergeben. Die Auszeichnung, die mit 15.000 Euro dotiert ist, wird jährlich an eine österreichische Schriftstellerin oder einen Schriftsteller der jüngeren oder mittleren Generation, "deren/dessen Schaffen die abschließende Krönung noch erwarten lässt", verliehen. Die unabhängige Jury setzt sich derzeit aus Marianne Gruber (Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Literatur), Johann Holzner (ehemaliger Leiter des Brenner-Archivs an der Universität Innsbruck) und Barbara Neuwirth (Schriftstellerin) zusammen.

Die Mödlinger Villa befindet sich noch im Besitz der Nachkommen.

Familiengeschichtliche Forschungen der Witwe des Dichters haben ergeben, dass der Name Wildgans eine Verballhornung des Namens Wilkens ist, den die aus dem nördlichen Deutschland nach Wien zugewanderte Familie ursprünglich getragen hat.

Wildgansdenkmal (3;7), Wildganshof, Wildgansplatz. "Wildgans-Eiche" (8, Schönbornpark; gepflanzt 1934); Wildgans-Gesellschaft.

Literatur

  • Hans Giebisch / Gustav Gugitz: Bio-Bibliographisches Literaturlexikon Österreichs von den Anfängen bis zur Gegenwart. Wien: Hollinek 1963
  • Das Jahrbuch der Wiener Gesellschaft. Biographische Beiträge zur Wiener Zeitgeschichte. Hg. von Franz Planer. Wien: F. Planer 1929
  • Neue österreichische Biographie. 1815 – 1918. Band 9, Wien [u.a.]: Amalthea-Verlag 1923-1935
  • Richard Bamberger [Hg.]: Österreich-Lexikon in zwei Bänden. Wien: Verlags-Gemeinschaft Österreich-Lexikon 1995
  • Isabella Ackerl / Friedrich Weissensteiner: Österreichisches Personenlexikon [der Ersten und Zweiten Republik]. Wien: Ueberreuter 1992
  • Herwig Rischbieter [Hg.]: Theater-Lexikon. Zürich: Orell Füssli 1983
  • Franz Hadamowsky: Wien – Theatergeschichte. Von den Anfängen bis zum Ende des Ersten Weltkriegs. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1988, Register
  • Peter Ernst: Wiener Literaturgedenkstätten. Hg. von Felix Czeike. Wien: J & V-Edition Wien-Verlag 1990, S. 137 ff.
  • Murray G. Hall / Gerhard Renner: Handbuch der Nachlässe und Sammlungen österreichischer Autoren. Wien [ u.a.]: Böhlau 1992 (Literatur in der Geschichte, Geschichte in der Literatur, 23)
  • Josef Wopper: Wildgans-Vorfahren. In: Adler 4 (1956-1958), S. 164 f.
  • Josef Soyka: Das Buch um Anton Wildgans. Mit 34 Abbildungen. Leipzig Staackmann 1932
  • Max Mell: Anton Wildgans zum Gedächtnis. Gesprochen bei der Gedenkfeier des Burgtheaters am 8. Mai 1932. Wien: Gerold 1932
  • Heinrich Satter [Hg.]: Anton Wildgans. Ein Buch der Freundschaft und Erinnerung. Zürich: Ex-Libris-Verlag 1949
  • Max Kratochwill: Zu den Wiener Anfängen der Familie Wildgans. In: Jahrbuch des Vereins für Geschichte der Stadt Wien 15/16 (1969/60), S. 178 ff.
  • Max Kratochwill: Anton Wildgans und die Wiener Heimatkunde. In: Wiener Geschichtsblätter 7 (1952), S. 39 ff.
  • Das Josefstädter Heimatmuseum. Wien: Neuer Wiener Pressedienst 1959-1969, Register
  • Lilly Wildgans: Vorfahren. Die Geschichte der Familie Wildgans. Wien: Graph. Lehr- und Versuchsanstalt 1936
  • Lilly Wildgans: Anton Wildgans und das Burgtheater. Ein biographischer Beitrag. Aus Dokumenten, Aufzeichnungen und Erinnerungen. Wien: Kremayr & Scheriau 1955
  • Lilly Wildgans: Der gemeinsame Weg. Mein Leben mit Anton Wildgans. Salzburg: Bergland-Buch 1960
  • Ernst Donatin: Die Familie Wildgans und die Vorstadt Weißgärber. Eine biographisch-topographische Studie. In: Wiener Schriften 4 (1956), S. 240 ff.
  • Franz Hadriga: Drama Burgtheaterdirektion. Vom Scheitern des Idealisten Anton Wildgans. Wien: Herold 1989
  • Franz Hadriga: Anton Wildgans - Burgtheaterdirektor und Dichter. In: Wiener Geschichtsblätter 47 (1992), S. 109 ff.
  • Fred Hennings [Hg.]: Heimat Burgtheater. Band 2: Das republikanische Hoftheater. 1919 -1938. Wien [u.a.]: Herold 1973, S. 97 ff., 152 ff.
  • Felix Czeike: VIII. Josefstadt. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1980 (Wiener Bezirkskulturführer, 8), S. 53
  • Hans Markl: Kennst du alle berühmten Gedenkstätten Wiens? Wien [u.a.]: Pechan 1959 (Perlenreihe, 1008), S. 140, 191, 205, 214
  • Hans Markl: Kennst du die berühmten letzten Ruhestätten auf den Wiener Friedhöfen? Band 1: Zentralfriedhof und Krematorium (Urnenhain). Wien: Pechan 1961, S. 24 (Eltern), 45
  • Gertrude Arnold: Anton Wildgans und sein Freundeskreis. Diss. Univ. Wien. Wien 1949

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